Lausitzer Mythen – Sage vom Hungerbrunnen: „Anno 1539 war eine große Teuerung in der Lausitz“

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Lausitzer Mythen – Der Ameisenberg im Lausitzer Bergland hält für Wanderer so manche Überraschung bereit. Am Anfang der Neuzeit hat der Berg mit der Sage vom Hungerbrunnen für reichlich Furore gesorgt. Sogar Martin Luther hat es erwähnt. Zugleich ist der Hungerbrunnen eine echte Quelle für Frischwasser, die noch lange Zeit zur Trinkwasserversorgung genutzt wurde.

Lausitzer Mythen – Sage vom Hungerbrunnen

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„Eine interessante Stelle befindet sich am nordwestlichen Fuß des Berges an einer Gabelung der Leipaer Straße. Im Dickicht unterhalb der Straße befindet sich eine recht ergiebige Quelle namens Hungerbrunnen, die bereits im Mittelalter bekannt war und zwischen 1950 und 2001 die Olbersdorfer Wasserversorgung speiste. Heute fließt ihr Wasser frei durch den Natschwasserbach nach Norden.“

„Olbersdorfer Wasserversorgung“ – „Eine recht ergiebige Quelle namens Hungerbrunnen“

Der Hungerbrunnen wurde schon im Mittelalter zur Trinkwasserversorgung – als Brunnen – genutzt. An dieser Stelle hat zur Zeit der große Teuerung in der Lausitz im Jahre 1539 eine gottesfürchtige Frau gebetet.

„Anno 1539 war eine große Teuerung in der Lausitz“

>>Gemeinde Olbersdorf<<

„Von ihm erzählt man die folgende Sage: Anno 1539 war eine große Teuerung in der Lausitz. In Zittau lebte damals eine arme, aber fromme und gottesfürchtige Frau mit ihren zwei Kindern. Sie litten große Not und wussten nicht mehr, wie sie ihren Hunger stillen sollten.“

Lausitzer Mythen: Als einer hungernden frommen Frau mit zwei Kindern geholfen wurde

Nach der Sage sollen ihre Gebete erhört worden sein. Die Arme Frau muss nach der Lausitzer Legende später Zuhause angekommen Mehl gefunden haben, so wie es ihr am Hungerbrunnen prophezeit wurde.

„Als im Frühjahr 1539 große Hungersnot herrschte“

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„Als im Frühjahr 1539 große Hungersnot herrschte, betete hier eine arme Frau mit zwei kleinen Kindern um ihre Errettung. Da erschien ein Engel und sprach: „Siehe, weil do so beständig geläubest, so gehe heim, du wirst drei Scheffel Mehles finden.“ Und das soll so eingetroffen sein.“

„Siehe, weil do so beständig geläubest, so gehe heim, du wirst drei Scheffel Mehles finden“

Noch heute weist ein markanter Brotstein und ein Gedenkstein im Wald auf jene Begebenheit hin. Nicht selten laufen noch heute Wanderer oder Interessierte auf jene verwunschene Stelle am Ameisenberg zu. Schließlich stellt gerade dieser Lausitzer Mythos ein markanter Magnet für Touristen in der Region dar.