„Die slawische Minderheit der Sorben und Wenden in der Lausitz hat ein eigenes Parlament gewählt“

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In der Lausitz ist ein neues Parlament entstanden. Die Minderheit der Sorben hat mit der Initiative Serbski Sejm, eine demokratische Vertretung mitsamt Abgeordneten gewählt. Auf diese Weise sollen die Interessen der Sorben besser zur Geltung gebracht werden.

>>Welt<<

„Die slawische Minderheit der Sorben und Wenden in der Lausitz hat ein eigenes Parlament gewählt, den Serbski Sejm. Wie die Organisatoren am Samstagabend mitteilten, wurden insgesamt 4475 Stimmen abgegeben, 1282 Wähler hatten sich registrieren lassen, 828 Stimmzettel wurden als gültig anerkannt. Es konnte für mehrere Kandidaten votiert werden. Je 12 Kandidaten der Wenden aus dem Süden Brandenburgs und der Sorben aus der Oberlausitz in Sachsen wurden gewählt. «Ich freue mich, da wir mit der Durchführung der Wahl gezeigt haben, dass demokratische Wahlen für das sorbische Volk möglich sind», erklärte Wahlleiter Hagen Domaschke. Am 17. November soll in Schleife die konstituierende Sitzung des Parlamentes erfolgen.“


>>Serbski Sejm<<

„Am 03.11.2018 fand in Nebelschütz die Prüfung und Auszählung der Briefwahlunterlagen statt. Der Wahlleiter Hagen Domaška bestätigt nach einem arbeitsreichen Tag folgende Ergebnisse:

  • registrierte Wähler: 1.282
  • Rückläufe Wahlbriefe: 908
  • gültige Wahlscheine: 836 (abgezogen: fehlende Unterschriften, fehlende Stimmzettel, falsch eingetütet)
  • gültige Stimmzettel: 828 (acht ungültige Stimmzettel)
  • insgesamt abgegebene Stimmen: 4.475

Danach wurde folgendes Wahlergebnis ausgezählt:

NL: 2.173 Stimmen

  1. Hanzo Wylem-Keł (283)
  2. Jan Kosyk (267)
  3. Edith Pjenkowa (207)
  4. Stefanie Kositz (193)
  5. Sandra Wylemowa (181)
  6. Siegbert Budyšin (163)
  7. Kito Pjenk (160)
  8. Laura Grönertojc (153)
  9. Dirk Paulick (138)
  10. Christoph Haesel (106)
  11. Dirk Marx (96)
  12. Carola Geppert (67, per Los)

Die folgenden Kandidaten belegen Nachrückeplätze:

  1. Ilona Urbanowa (67)
  2. Heiko Bengelstorff (55)
  3. Udo Nikuš (37)

OL: 2.302 Stimmen

  1. Tomaš Čornak (295)
  2. Ignac Wjesela (272)
  3. Hajko Kozel (245)
  4. Hańžka Wjeselic (178)
  5. Sophia Cyžec (152)
  6. Aneta Zahrodnika (142)
  7. Dr. Měrćin Krawc (133)
  8. Alexander Pólk (115)
  9. Dr. Andreas Kluge (105)
  10. Handrij Wjeńk (99)
  11. Dr. Tomaš Wornar (99)
  12. Jadwiga Pjacec (94)

Die folgenden Kandidaten belegen Nachrückeplätze:

  1. Dr. Sćěpan Nawka (88)
  2. Gerat Šram (63)
  3. Cornelia Šnypowa (57)
  4. Christine Maria Ruby (56)
  5. Konrad Manfred Willi Skatula (50)
  6. Pětr Janak (43)
  7. Sven Scheidemantel (16)

Die Nachrückekandidaten rücken im Falle, dass Kandidaten ihre Wahl nicht annehmen, nach der höchsten Stimmenzahl nach. Die gewählten Kandidaten haben gemäß der Wahlordnung nun eine Woche Zeit, Ihre Wahl anzunehmen.

Die Wahlen fanden unter internationaler Beobachtung von insgesamt acht Wahlbeobachtern statt. Diese sind:

  • Vertreter der Europapartei Europäische Freie Allianz: Marta Bainka (Oberschlesien) und Dr. Cristian Kollmann (Süd-Tirol),
  • Politiker aus Tschechien: Jaroslav Kolićek (MdEP), Jaroslav Růžička, Petr Brázda,
  • Politiker aus Polen: Bogusław Wontow (Sejm Abgeordneter a.D.), Adam Maciag (ehem. Bürgerm. Namisłow, stellv. Wojwode), Anna Ziemkiewicz

Die Wahlbeobachter geben folgendes Statement zur Kenntnis:

„Die Wahlen zum Serbski Sejm verliefen, wie wir feststellen konnten, ohne jegliche Probleme. Wir meinen, das System war unnötig kompliziert und hätte einfacher durchgeführt werden können. Eine dreifache Erfassung der Wählerdaten vergrößerte die Fehlerquote, da die Namen teils in der wendisch-sorbischen, teils in der deutschen Schreibweise mitgeteilt wurden. Während der durchgeführten Wahlprozedur bekannten 1.282 Wähler ihre Zugehörigkeit zum Volk der Wenden und Sorben, über 800 Personen gaben zu den Wahlen eine gültige Stimme ab und wählten damit ihre erste politische Repräsentation.

Für die Zukunft empfehlen wir eine Vereinfachung der Wähleridentifikation. Des weiteren sollte die Logik der Formulare dahingehend verbessert werden, dass bei Eintragungen durch Hilfspersonen dies per Kreuzchen-Variante auf dem Wahlschein eindeutig gekennzeichnet werden kann. Die Wahl und die Auszählung der Wählerstimmen erfolgten entsprechend den internationalen Standards freier und geheimer Wahlen. Es konnte sich jede zugehörige Institution, jeder betroffene Bürger ohne Hürden uneingeschränkt an der Wahl beteiligen. Wir gratulieren den Organisatoren zur Durchführung der Wahlen und den gewählten Kandidaten zur Wahl! Wir glauben, dass der Serbski Sejm ein guter und würdiger Repräsentant der Lausitzer Sorben und Wenden sein wird.“

Am 17.11. findet in Schleife ab 14.00 Uhr, mit einer ökumenischen Andacht beginnend, die konstituierende Sitzung des ersten demokratisch, frei und geheim gewählten Parlaments der Wenden und Sorben statt. Fazit des Wahlleiters: „Ich freue mich, da wir mit der Durchführung der Wahl gezeigt haben, dass demokratische Wahlen für das sorbische Volk möglich sind.“

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