Diebstahl bei Imkern: „Das liegt auch daran dass Bienen immer wertvoller werden“

Screenshot vimeo.com

Der Diebstahl von Bienenvölkern wird für viele Imker immer mehr zum Problem und teilweise zu einer Frage der puren Existenz. Durch Umweltgifte, strenge Winter und Krankheiten nimmt der Bestand von intakten Völkern kontinuierlich ab und diese landen zunehmend im Fokus von Kriminellen.

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„Die vielen verschiedenen Insektenarten, Falter, Käfer und anderes durch die Luft schwirrendes Volk sind rar geworden – nicht nur wegen Pestizid-Spritzungen aus Flugzeugen und Hubschraubern, sondern auch wegen der Einschleusung von Bacillus-thuringiensis-Genen in das Erbgut der Mais- und Sojapflanzen. Insekten, die an solchen Pflanzen fressen, oder Bienen, die den Pollen sammeln, sterben. Die Straßenbeleuchtungen werden nachts kaum mehr von Faltern und Käfern umkreist; die Windschutzscheiben der Autos bleiben sauber. Auch die Abermillionen von Leuchtkäfern, die einem Feuerwerk gleich nachts durch die lauen Lüfte des Mittelwestens tanzten, sucht man vergebens und die Zikadenchöre sind weitgehend verstummt.“

 

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Diebe klauen für gewöhnlich Handtaschen, Portemonnaies, Handys. Manchmal Fahrräder, manchmal Autos. Und manchmal machen sie sich über Bienen her. Ja: Bienen. … Das liegt auch daran, dass Bienen immer wertvoller werden. Während die Landwirtschaft wächst, haben die Imker Schwierigkeiten, ihre Bienen am Leben zu halten. … Es gibt sogar Bienen-Makler, die Farmer und Imker gegen Gebühr zusammenbringen. Es ist eine Milliardenindustrie: Imker in den USA halten insgesamt rund 2,7 Millionen Kolonien. In Deutschland ist die jährliche Bestäubungsleistung der 800 000 Völker laut Bundesumweltministerium rund zwei Milliarden Euro wert. Nach Rindern und Schweinen ist die Honigbiene Deutschlands wichtigstes Nutztier. Die Imker zitieren gern Albert Einstein: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Es ist allerdings unklar, ob Einstein das tatsächlich je gesagt hat – und ganz so schlimm wäre es auch gar nicht, weiß die Forschung heute, aber die Menschheit müsste auf gut ein Drittel der Nahrung verzichten. Und die Bauern auf viel Geld: Ohne die Bestäubung durch die Tiere verlören allein die US-amerikanischen Bauern rund 17 Milliarden Dollar Umsatz. … Manche Imker statten die Kisten für ihre Bienenvölker inzwischen mit GPS-Sensoren aus und verfolgen auf dem Computer oder auf dem Handy, ob die Kiste da ist, wo sie hingehört. Andere haben Überwachungskameras installiert. Die meisten Bienenstöcke sind aber ungeschützt – und leichte Beute. “

 

>>Radio Lausitz<<

„Diebe haben einem Imker in Kromlau bei Weißwasser seine 40 Bienenvölker gestohlen. Die zehn Bienenhäuser standen ein einem Rapsfeld. Es waren Profis am Werk, so die Polizei. Der Züchter beklagt einen Schaden von rund 5.000 Euro. Durch den Verlust von insgesamt mehr als einer Millionen Bienen droht nun ein Bestäubungsnotstand in der Region. Landwirte der Umgebung müssen mit Ernteeinbußen rechnen. Erst vor wenigen Tagen wurde einem Imker im Zittauer Ortsteil Wittgendorf der Bienenstock gestohlen.Der Bienenklau habe im Frühjahr Hochsaison, so die Polizei.“

 

>>Deutsches Bienen Journal<<

„Imker, die Mitglied in einem Imkerverein sind, bezahlen mit dem Mitgliedsbeitrag auch in die sogenannte Imker-Globalversicherung mit ein. In Deutschland läuft diese Versicherung über den Versicherungsvermittler Gaede & Glauerdt in Hamburg. So müssen sich Imker, die im Falle eines Diebstahl darauf hoffen, einen Schadensersatz ausbezahlt zu bekommen, an die Schadensrichtlinien der Versicherer richten.“

Immer wieder kommt es zu Diebstählen von Bienenvölkern. Selten tauchen die Völker wieder auf und rechtskräftige Verurteilungen von Dieben sind derart rar: Die Urteile gehen beinahe schon automatisch in die Rechtsgeschichte ein. Die Versicherung können allerdings nur wenige Fälle finanzielle entschädigen, bevor die Beiträge unbezahlbar werden. Die Imker sind weitestgehend auf sich alleine gestellt.

 

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