„Ein absehbares Milliardengrab“ – Das „Future Combat Air System“

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Zeichen der tiefen Freundschaft zwischen unseren Ländern, des gegenseitigen Vertrauens und der großen europäischen Innovationskraft“ – So betitelt die Politik das Projekt „Future Combat Air System“ . Geschichte soll sich ja bekanntlich nicht wiederholen, aber genauso hat auch das Projekt Eurofighter einst begonnen. Ursprünglich sollte der Eurofighter vom europäischen Staaten entwickelt und gebaut werden. Doch Frankreich stieg recht schnell aus dem Projekt aus und entwickelte sein eigenes Kampfflugzeug – die Dassault Rafale.

Future Combat Air System: Wenn sich Geschichte doch wiederhohlt

Andere Staaten kamen aus dem Verträgen nicht mehr heraus und reduzierten – soweit wie möglich – die Stückzahl. Österreich schaffte anscheinend seine Eurofighter nur Aufgrund von Schmiergeldzahlungen an. Ganz nüchtern betrachtet: Der Eurofighter ist ein Deutsch-Britisches Gemeinschaftsprojekt.

EU ein ziemlich zerstrittener Haufen

Schon der Eurofighter hat recht deutlich bewiesen, dass vom dem hochgelobten „gegenseitigen Vertrauen“ in der Praxis nicht viel übrig bleibt. Ohnehin ist die ganz EU ein ziemlich zerstrittener Haufen. Einige Parteien entstehen faktisch aus dem Nichts und fahren beachtliche Wahlergebnisse ein: Dafür Nötig ist nur ein Anti-EU-Programm. Die Visegrád-Gruppe ist quasi ein Anti-EU-Staatenbund. Es braucht daher nicht viel Phantasie, um zu verstehen, dass das „Future Combat Air System“ zum Scheitern verurteilt sei.

Visegrád-Gruppe ist quasi ein Anti-EU-Staatenbund

>>Focus<<

„Die Linke befürchtet „ein absehbares Milliardengrab“, wie der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Tobias Pflüger, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte. Die Rede sei von etwa hundert Milliarden Euro Gesamtkosten. Die Vize-Fraktionsvorsitzende Sevim Dagdelen erklärte, für die Rüstungskonzerne sei das auf Jahrzehnte angelegte Großprojekt „eine Lizenz zum Gelddrucken“. Dagdelen kritisierte auch, dass durch das länderübergreifende Projekt „die ohnehin löchrige deutsche Rüstungsexportkontrolle“ weiter ausgehöhlt werde.“

Future Combat Air System: „Eine Lizenz zum Gelddrucken“

Das ganze Ausrüstungsproblem der Bundeswehr rührt nicht zuletzt aus solchen politischen Abenteuern her. Projekte wie das „Future Combat Air System“ binden für lange Zeit erhebliche Finanzmittel – Finanzmittel die an anderer Stelle wiederum fehlen. Statt auf bewährte Technik zu setzen und diese zu Erhalten und Nachzubestellen: Setzt man auf ein „weißes“ Blatt Papier – bedeutet:  Das Rad – oder wahlweise das Flugzeug – muss unbedingt neu erfunden werden. In dem USA ist man mit dem „Future Combat Air System“ schon einem Schritt weiter: Unter der „regionalen Bezeichnung“ F-35.

„Der teuerste Kampfjet der Welt ist für das US-Militär selbst zur Bedrohung geworden“

>>Business Insider Deutschland<<

„F-35-Blamage: Der teuerste Kampfjet der Welt ist für das US-Militär selbst zur Bedrohung geworden – Dabei weiß das Pentagon selbst gut genug, dass das F-35-Programm bisher alles andere als ein Musterbeispiel für Sparsamkeit und Perfektion war. Kein Geringerer als Patrick Shanahan, derzeit geschäftsführender US-Verteidigungsminister, bezeichnete das Projekt nach mehreren Medienberichten als „f—ed up“, was wohlwollend übersetzt so viel wie „versaut“ heißt.“

F-35: „Alles andere als ein Musterbeispiel für Sparsamkeit und Perfektion“ 

Das Kampfflugzeug F-35 dürfte – mit weitem Abstand – das teuerste Rüstungsprojekt des Militärs überhaupt sein. Das Flugzeug leidet unter so vielen Mängeln, dass es mehr und mehr Zweifelhaft erscheint: Ob es jemals die volle Einsatzbereitschaft erlangen wird. Obwohl das Muster bereits im Jahre 2000 seinem Erstflug absolvierte, ist die Liste an technischen Mängeln gefühlt endlos lang. An die „Überlebensfähigkeit“ des Patienten glaubt offenbar nicht einmal mehr das amerikanische Verteidigungsministerium.

Anfang von Ende des Projekts F-35: „Schritte für die Beschaffung von Boeing F-15EX“

>>Flug Revue<<

„Die US Air Force hat erste Schritte für die Beschaffung von Boeing F-15EX eingeleitet. … Die US Air Force leidet darunter, dass ihre Fighter-Flotte zunehmend veraltet und neue F-35 Lightning II nicht in der notwendigen Stückzahl zulaufen (nötig wären laut einigen Schätzungen 72 Flugzeuge pro Jahr).“

F-35 und Future Combat Air System: Auffällige Parallelen

Es macht halt wenig Sinn mangelhafte F-35 Lightning II zu bestellen, deren Einsatzfähigkeit in weiter Ferne liegen. Stattdessen setzt das US-Militär auf bewährte Technik und bestellt die Boeing F-15EX. Das Muster hatte zwar seinem Erstflug bereits im Jahr 1972, doch es wurde im Laufe der Zeit ständig modernisiert. Im Gegensatz zur F-35 verfügt es über keine nennenswerten technischen Mängel. Die Bestellung von Boeing F-15EX dürfte also dem Anfang vom Ende des Projekts F-35 einläuten, auch wenn das Flugzeug selbst noch einige Jahre fliegen sollte. Hingegen am Anfang dieser Entwicklung steht noch das faktisch Deutsch-Französische Projekt „Future Combat Air System“ .

„Unabhängig von US-Technologie“ – Leider ein Märchen

>>Focus<<

„Bisher hätten die europäischen Länder eher dazu tendiert, US-Rüstungsgüter zu kaufen. „Wir bieten ein europäisches Flugzeug für die Europäer an, das unabhängig von US-Technologie ist“, sagte er im Fernsehsender CNews.“

„Europäischen Länder eher dazu tendiert – US-Rüstungsgüter zu kaufen“

Solche Aussagen belegen vielmehr die technische Einfältigkeit der beteiligten Akteure. Der Eurofighter ist dafür der beste Beweis. Äußerlich mag der Eurofighter zwar aus Europa kommen, aber das Innere stammt aus dem USA und zwar vom amerikanischen Unternehmen Raytheon. Das Feuerleitsystemalso die wichtigste Komponente – wird vom dem USA zugeliefert. Sollte also tatsächlich es das Ziel sein „unabhängig von US-Technologie“ zu werden, müsste genau hier Eigenentwicklungen stattfinden. Doch danach sieht es eben überhaupt nicht aus.

Das Innenleben des Eurofighters stammt aus dem USA

Zudem zaubert niemand ein Feuerleitsystem mal so eben aus dem Hut. Das Ganze ist eine hochkomplexe Angelegenheit, die jahrelange – vielleicht jahrzehntelange – Entwicklung erfordert. Sollte das „Future Combat Air System“ jemals abheben, dürfte es mit Sicherheit genauso mit amerikanischer Technologie fliegen: Also nicht viel anders als der derzeitige Eurofighter. Das „Future Combat Air System“ steht also regelrecht symbolisch: Für die schlechte Verfassung der Bundeswehr.

 

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