Energiekosten & Ende des Sozialstaates: „Durch den hohen Strompreis wird der Standort unattraktiv“

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Durch den hohen Strompreis wird der Standort unattraktiv“ – „Ein weiterer Faktor seien die vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland“ – Die Sätze des Siltronic-Chefs lassen wohl wenig Interpretationsspielraum übrig. Immer mehr Unternehmen wollen ihren Standort schließen und in andere Länder abwandern. Manche haben schon längst ihrer „Koffer“ gepackt und sind weggezogen. Davon ist die Lausitz in besonderen Maße betroffen. Die handfesten Gründe sprechen auch einige Unternehmer laut aus.

„Ein weiterer Faktor seien die vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland“

>>Handelsblatt<<

„Siltronic-Chef … macht dafür unter anderem die hohen Energiekosten in Deutschland verantwortlich: „Durch den hohen Strompreis wird der Standort unattraktiv“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Sein Unternehmen zahle am Standort Singapur „weniger als die Hälfte des Strompreises“. Kostentreiber hierzulande sei vor allem die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ein weiterer Faktor seien die vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland. Der Manager berührt damit ein Kernproblem der deutschen Energiepolitik.“

„Wie zukunftssicher ist Accumotive?“

>>Alles-Lausitz.de<<

„Wie zukunftssicher ist Accumotive? – Vor allem fehlt eine sichere Zukunftsperspektive für Kamenz. Meldungen zu Stellenabbauplänen im Konzern führen immer wieder zu großer Verunsicherung bei den Beschäftigten.“ Weiter monierte Otto, dass von den „mittlerweile 3.500 Beschäftigten über die Hälfte Leiharbeiter“ seien … . „

„Meldungen zu Stellenabbauplänen im Konzern führen immer wieder zu großer Verunsicherung“

Das hört sich eher wie ein Standort auf Abruf an. Schließlich könnte das Unternehmen die Leiharbeiter entlassen, ohne sie wirklich entlassen zu müssen. – Sprich: Die Verträge der dazugehörigen Leiharbeitsfirmen muss man nur auslaufen lassen und danach bliebe nur die Stammbelegschaft übrig: Aber auch nur diejenigen, die keine befristeten Arbeitsverträge haben.

„3.500 Beschäftigten über die Hälfte Leiharbeiter“

Abgesehen Firmen in öffentlicher Hand stehen fast alle größeren Betriebe mit über 1.000 Mitarbeitern irgendwie auf der Kippe oder deren Abwicklung – wie im Lausitzer Revier – ist schon längst beschlossene Sache: Zu nennen wären da Turbinenhersteller Siemens in Görlitz oder ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt. Andere Betriebe haben ihre Beschäftigten schon längst in die Arbeitslosigkeit geschickt.

Die Brottewitzer Zuckerfabrik ist geschlossen

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Die Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Landkreis Elbe-Elster) soll nach dem Willen des Eigentümers Südzucker AG geschlossen werden.“

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu“

>>Sächsisch.de<<

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu – „Viele von uns hatten es schon geahnt“, – Wirklich überrascht war man deshalb nicht.“

„Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen“

>>Main-Spitze<<

„Zurzeit drängten Anbieter aus Osteuropa aggressiv auf den Markt, heißt es von Intersnack. Dies sei ein Grund, warum man sich entschlossen habe, das Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen.“

Wirtschaftskrise und das stille Verschwinden von Unternehmen

>>Sächsisch.de<<

„Entlassungen bei MS Powertec – Beim Autozulieferer in der Zittauer Weinau wird eine der beiden Produktionslinien abgebaut. … Auch Betriebsleiter Andreas Beckmann schweigt: „Kein Kommentar“, antwortet er auf die Frage, was denn dran sei am Gerücht, dass der Firmenstandort in Zittau geschlossen werden soll.“

Strukturwandel: „Entlassungen bei MS Powertec“

Die regelrecht explodierenden Strompreise und hohen Personalkosten fügen sicherlich vielen Unternehmern schlaflose Nächte zu. Und bei genauer Betrachtung handelt es sich – zumindest bei der Mehrzahl – der hier aufgeführten Unternehmen um keine Insolvenzen, sondern die Firmen sind schlicht abgewandert oder sind im Begriff ihre „Koffer“ zu packen.

Ausufernde Strom- und Personalkosten lassen die Standortattraktivität sinken

Die Gründe für diese Entwicklung hat der Siltronic-Chef auch klar und unmissverständlich benannt: Die hohen Strom- und Personalkosten lassen die Standortattraktivität sinken. Allerdings Personalkosten sind im „modernen Sozialstaat“ schon lange nicht mehr mit ausgezahlten Nettolohn gleichzusetzen. Alleine der Begriff Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben zeigt schon mal die völlig absurde Entwicklung auf. Ungefähr 40 Prozent des Bruttolohn sind als Sozialbeiträge ausgewiesen und etwa die selbe Summe zahl der Arbeitgeber nochmal oben drauf. Dieser Anteil des Lohns wird vom Staat einfach mal so eingestrichen: Und die Steuer-, Gebühren und Abgabenschraube fängt sich erst danach ordentlich an zu drehen an. Denn „formal“ sollen es bis dahin nur „Sozialbeiträge“ gewesen sein.

Warum nur ein verschwindet geringer Teil des Bruttolohns ausgezahlt wird?

Unterm Strick wird also nur ein verschwindet geringer Teil des verdienten Bruttolohns ausgezahlt. Trotz der riesigen Steuer- und Sozialabgabenlast fallen die ausgezahlten „Sozialleistungen“ sehr gering aus. Bei genauer Betrachtung mutet es eher wie ein Schneeballsystem an. Nur um nur die größten Posten zu nennen: Alleine die Arbeitslosenhilfe und Berufsunfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung wurden – trotz gezahlter Beiträge – einfach mal so abgeschafft. Bei jeder anderen privaten Versicherungsgesellschaft würde so eine massive Vertragsveränderung das Recht einer Sonderkündigung einräumen. Normalerweise setzt sich ein Vertragsverhältnis aus Treu und Glauben zusammen: Nur die Sozialversicherung hat sich augenscheinlich ihr eigenes Rechtssystem erschaffen. Zumal niemand sagen kann: Welche Sozialleistung am übernächsten Tag zur Abwicklung freigegeben wird? Am Ende bleibt ein Sozialversicherungssystem übrig, was keine sozialen Risiken absichern kann und sogar durch künstliche Verteuerung der Arbeit richtige Arbeitsplätze vernichtet.

 

–W E R Β U Ν G–

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