„Fähigkeit, moralische Entscheidungen zu treffen“ – „Mittelpunkt des christlichen Konzepts der Würde“

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Wie wird Gut und Böse voneinander getrennt? Wie legt man die Trennlinie zwischen Recht und Unrecht fest? Denn bei vielen weltlichen Gerichtsurteilen und Behördenbescheiden bleibt eigentlich nur Kopfschütteln übrig.

Wie legt man die Trennlinie zwischen Recht und Unrecht fest?

Jenseits alle weltlichen Gerichtsbarkeit und Gesetzen kann jeder Mensch intuitiv zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.

„Rahmen bis zu 50.000 Euro“ – „Drohnenpiloten schweben in Bußgeldgefahr“

>>Südkurier<<

„Drohnenpiloten schweben in Bußgeldgefahr – Das Gesetz sehe hier bei Vorsatz einen Rahmen bis zu 50.000 Euro vor – bei Fahrlässigkeit bis zu 25.000 Euro. „Wir setzen die Höhe gemäß § 17 Absatz 3 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten fest, da es keinen eigenen Bußgeldkatalog gibt“, erklärt die Sprecherin.“

Recht & Unrecht – Haben staatlichen Geldforderungen jegliche Verhältnismäßigkeit verloren?

Es handelt sich hierbei um ein Naturschutzgebiet was ursprünglich auf die NS-Zeit zurückgeht. Bei derart hohen Bußgeldern drängt sich die Frage auf: Worin soll eigentlich der Schaden liegen? Zugleich die abnorm hohen staatlichen Geldforderungen keinen Einzelfall darstellen.

„Stadt Herford fordert rund 40.000 Euro von Freikirche“

>>Neue Westfälische<<

„Stadt Herford fordert rund 40.000 Euro von Freikirche – Nach dem umstrittenen Gottesdienst, der deutschlandweit für Aufsehen sorgte, hat die Stadt die Knöllchen an die Teilnehmer verschickt.“

„40.000 Euro“ – „Hat die Stadt die Knöllchen an die Teilnehmer verschickt“

Auch hierbei wird bestenfalls ein sehr abstrakte Gefahr an die Wand gemalt und es wird sich nur auf irgendwelche Studien berufen, wobei die verantwortlichen Wissenschaftler fast nur im Konjunktiv argumentieren. Eigentlich sollte der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vor derartigen Auswüchsen einen Schutz bieten. Doch die juristische Praxis spiegelt häufig genau das gegenteilige Bild wider.

Was am Ende des Tages von der Würde des Menschen übrig blieb?

Unabhängig von jeder weltlichen Gerichtsbarkeit lässt sich auch eine theologische Perspektive von Recht und Unrecht einnehmen. Schon im vermeintlich Paradiese der Heiligen Schrift hat es einem bestimmenden Gott mit Vorschriften und Verboten gegeben.

„Schlange sagt zu Eva“ – „Wenn sie den Apfel vom verbotenen Baum esse“

>>Hegel im verdrahteten Gehirn von Slavoj Žižek (Buch) <<

„Die Schlange sagt zu Eva, wenn sie den Apfel vom verbotenen Baum esse, werde sie wie Gott; wie Hegel bemerkt, lügt die Schlange nicht – Gott bestätigt sie umgehend, wenn er sagt, Adam und Eva seien nun »geworden wie wir«. Wie kann also der Verzehr des Apfels, der Erkenntnis und Göttlichkeit bringt, die Menschen in das Elend der Sterblichkeit und der Unkenntnis stürzen?“

„Werde sie wie Gott“ – „Wenn sie den Apfel vom verbotenen Baum esse“

Innerhalb der Bibel ist die Episode von Adam und Eva recht weit vorn angesiedelt und mindestens genauso – selbst unter Christen – umstritten. Immer noch steht die Frage unbeantwortet im Raum: Was soll mit dieser „merkwürdige Geschichte“ überhaupt gesagt werden? Selbst Fachleute kommen hier nicht weiter.

Vertreibung aus dem irdischen Paradies: „Das Leben ist seither vor allem Kopfsache geworden“

>>Das Tagebuch der Menschheit von Carel van Schaik & Kai Michel (Buch) <<

„Das Leben ist seither vor allem Kopfsache geworden. Für unsere anthropologische Bibellektüre erwies sich deshalb unser Bauchgefühl als taugliche Wünschelrute. Wann immer es sich regte, wussten wir, dass wir auf ein von der kulturellen Evolution produziertes Mismatch-Problem gestoßen waren. Dann war unsere erste Natur der Meinung, irgendetwas stimmt da nicht. Das fängt schon bei Adam und Eva an. Denn das ist doch eine verdammt merkwürdige Geschichte, mit der uns die Bibel gleich am Anfang kommt: Warum vertrieb Gott seine Geschöpfe wegen einer Bagatelle aus dem Paradies und all ihre Nachfahren gleich mit ihnen?“

„Warum vertrieb Gott seine Geschöpfe wegen einer Bagatelle aus dem Paradies“

Seither hat der Sündenfall und die Vertreibung aus dem irdischen Paradies eine feste Größe innerhalb der Welt eingenommen. Diese Szenerie hat auf vielfältige Weise in der Kunst und Kultur ihren festen Platz erobert. Prinzipiell kann es als Beginn allen Übels in der Welt angesehen werden: Nur ist diese Sichtweise so überhaupt richtig?

„Früchte vom mitten im Garten Eden stehenden Baum der Erkenntnis zu essen“

>>Die Christen – Expedition zu einem unbekannten Volk von Uwe Bork (Buch) <<

„Alles Übel fing damit an, dass sich die biblischen Stammeltern Adam und Eva über das göttliche Verbot hinwegsetzten, Früchte vom mitten im Garten Eden stehenden Baum der Erkenntnis zu essen. Dieser Ungehorsam, zu dem sie eine ziemlich teuflische Schlange verleitete, kostete sie ihr Wohnrecht im Paradies.“

„Ungehorsam“ – „Kostete sie ihr Wohnrecht im Paradies“

Natürlich kommt an dieser Stelle die Frage auf: Warum ließen sie sich das Wohnrecht im Paradies nehmen? Immerhin haben Adam und Eva sich beim Verzehr der verbotenen Frucht schon einmal Gott widersetzt. Die Antwort auf diese Frage ist in der Heiligen Schrift selbst zu finden.

„Im 1. Buch Mose existieren Adam und Eva in einem Zustand der Unschuld“

>>Identität von Francis Fukuyama (Buch) <<

„Im 1. Buch Mose existieren Adam und Eva in einem Zustand der Unschuld, bis die Schlange Eva mit einer Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse in Versuchung führt. Nach dem Verzehr der Frucht werden sie sich ihrer Nacktheit sogleich bewusst, schämen sich und fertigen Kleidung an. … Die Fähigkeit, moralische Entscheidungen zu treffen, steht im Mittelpunkt des christlichen Konzepts der Würde. Menschen sind in der Lage, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.“

„Fähigkeit, moralische Entscheidungen zu treffen“ – „Mittelpunkt des christlichen Konzepts der Würde“

Der Mensch hat also ein eigenes Bewusstsein entwickelt und konnte demnach nicht mehr zurück ins Paradies gehen. In der klassischen Evolutionsgeschichte dürfte es die Stelle sein: Wo das Tier die Schwelle zum Menschen überschritten hat und dorthin gibt es ebensowenig einen Weg zurück. Hier trifft wohl das Sprichwort zu „Die Wege des Herrn sind unergründlich.

„Unterschied zwischen Gut und Böse kannten und die Freiheit der Wahl hatten“

>>Identität von Francis Fukuyama (Buch) <<

„Dadurch, dass sie die Frucht aßen, begründeten sie ihren moralischen Status und den ihrer Nachkommen, die fortan den Unterschied zwischen Gut und Böse kannten und die Freiheit der Wahl hatten. Tiere sind nicht imstande, Gut und Böse zu erkennen, da sie instinktiv handeln, während Gott in gewissem Sinne nichts als Güte ist und sich stets richtig entscheidet.“

„Tiere sind nicht imstande, Gut und Böse zu erkennen“

Im Prinzip wird in der heutige Evolutionsbiologie die selbe These nur mit anderen Worten vertreten. Auf dieser Grundlage baut letztendlich die gesamte menschliche Kultur – einschließlich Wissenschaft und Technologie – auf. Die Unterscheidung von Gut und Böse oder Recht und Unrecht ist also angeboren. Die Würde des Menschen ist unantastbar und jeder kann seine eigenen Entscheidungen treffen.