Euro-Convertible: Die heimliche Einführung einer digitalen Parallelwährung und deren Folgen

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In Kuba existieren zwei Währungen nebeneinander: Der kubanischen Peso (CUP) und der Peso convertible (CUC). Die sehr spezielle „Wirtschaftspolitik“ von Kuba hat letztlich dazu geführt. Einen vergleichbaren Schritt will man nun auch beim Euro vollführen.

Der Name „Euro-Convertible“ ist frei erfunden

Der Name „Euro-Convertible“ ist zwar frei erfunden: Bringen die Pläne aber recht gut auf den Punkt. Der „Euro-Convertible“ soll ausschließlich als digitales Geld existieren und durch Negativzinsen und Inflation ständig abnehmen. Das Sparen ist somit fast unmöglich und alle Zahlungsvorgänge sind lückenlos für die Behörden nachvollziehbar. Der klassische Euro – insbesondere als Bargeld – soll auf lange Sicht verschwinden.

„Oder Bargeld müsste schlicht komplett eingezogen werden“

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„Einige Schlauköpfe sind dabei sogar auf die Idee gekommen, den Besitz von Geld nicht mehr mit Zinsen zu belohnen, sondern mit Negativzinsen zu bestrafen. Dies würde bedeuten, dass man sogar noch Geld dafür bezahlen muss, wenn man Geld auf dem Konto liegen hat. Damit sollen die Bürger gezwungen werden, noch mehr zu kaufen, um Konsum und Wachstum anzukurbeln. Denn unser Wirtschaftssystem benötigt Wachstum wie der Junkie Drogen. Leider haben die Notenbanken in den letzten Jahren die Dosis dermaßen erhöht, dass der nächste Schuss des Süchtigen der letzte sein könnte. Sinnigerweise nennt man ihn den »goldenen Schuss«. Nicht einmal ein totales Bargeldverbot ist undenkbar. Denn an Bündeln von Banknoten mögen zwar die Ratten und die Inflation nagen. Aber Papiergeld ist immerhin mit null Prozent verzinst. In einem System mit Minuszinsen müsste also entweder jede Note bei jedem Zahlungsvorgang um einen Betrag X abgestempelt werden. Oder Bargeld müsste schlicht komplett eingezogen werden.“

„Nicht einmal ein totales Bargeldverbot ist undenkbar“

Allerdings Bargeld lässt sich nicht so einfach verbieten: Daher treibt man deren schleichende Abschaffung voran. Von Bargeldobergrenzen bei Bezahlungen, über Abschaffung von Banknoten bis hin zu Schaffung einer quasi digitalen Parallelwährung neben dem Euro. Kein Vorschlag scheint Verwegen genug zu sein, um ihn nicht in der Praxis umzusetzen.

Euro-Convertible: „Bargeld gegenüber Bankengeld beständig abwertet“

>>Focus<<

„Gemäß dem IWF-Vorschlag soll dafür gesorgt werden, dass im Fall negativer Zentralbankzinsen Bargeld gegenüber Bankengeld beständig abwertet. Ein Euro Bargeld würde also relativ zu einem Euro Guthaben bei einer Bank immer weniger wert. Wer bar bezahlt, müsste (zunehmend) mehr bezahlen als derjenige, der per Überweisung oder Karte bezahlt. Damit das die beabsichtigte Wirkung hat, soll dafür gesorgt werden, dass alle wesentlichen Preise in digitalem Geld ausgezeichnet werden. Wenn etwas mit zehn Euro ausgezeichnet ist, sollen also Barzahler mehr bezahlen, nicht etwa Digitalzahler weniger.“

„Sollen also Barzahler mehr bezahlen – Nicht etwa Digitalzahler weniger“ 

Die Idee mag zwar auf den ersten flüchtigen Blick recht Utopisch klingen, aber bei Licht betrachtet: Der IWF-Vorschlag ist schlicht ein alter Hut. In anderen Ländern existieren bereits ähnliche Parallelwährungen.

„Kubanischen Peso (CUP) sowie den Peso convertible (CUC)“ – Zwei kubanische Währungen

>>Kuba Reisen<<

„Es gibt nicht auf Kuba heute nicht nur eine Währung, sondern gleich zwei: den kubanischen Peso (CUP) sowie den Peso convertible (CUC), die Devisenwährung des Landes. Beide haben verschiedene Wechselkurse.“

Auch die DDR hatte faktisch zwei Währungen

Etwas vergleichbares fand auch in der ehemaligen DDR statt. Neben der offiziellen DDR-Mark war noch eine zweite – halb-offizielle Währung – im Umlauf: Mit der sogenannten Westmark – also das Zahlungsmittel von Westdeutschland – konnte man praktisch überall in der gesammten DDR bezahlen. In den sogenannten „Intershops“ war die Westmark sogar das einzige akzeptierte Zahlungsmittel, obwohl die Geschäfte unter staatlicher Verwaltung standen: Es waren halt Stilblüten des real-existierenden Sozialismus.

Euro: Eine schlecht geführte digitale Währung

Die Probleme die rund um dem Euro auftreten und deren – skurril wirkenden – Lösungen sind also weder neu, noch besonders einfallsreich. Der Euro ist schlicht und einfach: Eine schlecht geführte digitale Währung.

Viele Länder im Euroraum sind hochverschuldet

Viele Länder im Euroraum sind hochverschuldet oder – je nach Definition – eigentlich Pleite. Durch die Negativzinsen können sich diese Länder aber immer weiter verschulden. Gleichzeitig befindet sich der Euro – seit dem Jahr 2010 – praktisch in einer Dauerkrise und muss ständig mit neuen Geld am Leben erhalten werden: Wenige Gläubigerstaaten stehen vielen Schuldnerstaaten gegenüber. Jede Wirtschaftskrise – und damit einhergehende Steuerausfälle – stellt also eine ernst zunehmende Gefahr für die Währung da.

Euro: Spirale aus Inflation und Negativzinsen

Die Spirale aus immer neuen Geld und Negativzinsen muss sich also zwangsläufig weiter drehen, sonst steht womöglich der Euro vor seinen finalen Ende. Damit einher gehen strengere Restriktionen: Bargeld- und Goldverbote sind die logische Folge. Auch Kryptowährungen sind davon betroffen. Eigentlich jedes alternative Zahlungsmittel – jenseits zum Eurobuchgeld – ist gleichbedeutend der natürliche Feind.

Nicht-Euro-Länder stehen wirtschaftlich viel besser da

Doch die Hohepriester sehen dem Euro selbst als Alternativlos an. Schon die einfach Frage: Warum der Schweizer Franken oder die Norwegische Krone nicht gerettet werden müssen? – So etwas wird dort als offene Blasphemie angesehen. Ganz allgemein haben die Nicht-Euro-Länder eine viel bessere wirtschaftliche Entwicklung hingelegt, als die Eurozone. Schon in wenige Jahren könnte das Nicht-Euro-Land Polen mit Deutschland wirtschaftlich Gleichziehen.

Polen könnte in ein paar Jahren mit Deutschland wirtschaftlich Gleichziehen

Die gepriesenen Vorteile des Euro sind ganz praktisch überhaupt nicht vorhanden. Da Bargeld am besten komplett verboten werden soll, bleibt am Ende nicht mal der Vorteil des fehlenden Umtausches des Geldes übrig. Mit einer Kreditkarte kann man schließlich auch in dem USA einkaufen gehen.

Nimbus „staatliches Zahlungsmittel“- Die Reichsmark hat es letztlich auch nicht gerettet

Überhaupt ist es zweifelhaft, ob der Euro langfristig Bestand haben wird. Als rein digitale Währung steht er in unmittelbarer Konkurrenz zu zahlreichen Kryptowährungen da und dorthin schneidet er schon heute denkbar Schlecht ab. Nicht nur dass die gesamte Anonymität aufgehoben ist, sondern die galoppierende Inflation und die endlosen Euro-Krisenmeldungen erzeugen eben kein Vertrauen bei dem Bürgern. Einzig und Alleine über staatlichen Zwang die Währung durchzudrücken: Das hat in der Geschichte noch niemals funktioniert. Schon die Reichsmark hat man über die Inflation kaputt gemacht und der Nimbus „staatliches Zahlungsmittel“ hat sie letztlich auch nicht gerettet.

 

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