Künstliche Intelligenz: Wenn das automatisierte Verwaltungsverfahren keinen Widerspruch mehr zulässt

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Die sagenhafte „Künstliche Intelligenz“ soll staatliche Verwaltungsprozesse beschleunigen. – So oder ähnlich soll die frohe Botschaft lauten: Tatsächlich ist – schon heute – das Gegenteil hiervon zu beobachten. Denn die staatliche Bürokratie platzt schon heute aus allen Nähten heraus.

Automatisierte Verwaltungsverfahren – Absurde Behördenbescheide – fehlende menschliche Ansprechpartner

Automatisierte Verwaltungsverfahren, absurde Bescheide und fehlende menschliche Ansprechpartner breiten sich wie eine Heuschreckenplage aus. Nun soll das System der organisierten Verantwortungslosigkeit durch die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ noch weiter voran getrieben werden. Wie gut diese Technik funktioniert: Das lässt sich bei selbstfahrenden Fahrzeugen recht gut beobachten.

System der organisierten Verantwortungslosigkeit

Die „Künstliche Intelligenz“ soll Autofahren – theoretisch – sicherer machen: Doch abseits dieser hochtrabenden Worte fallen autonome Fahrzeuge bisher eher durch äußerst bizarre Unfälle auf. In kalifornischen San Francisco ist solch ein Fahrzeug mit geschätzten 100 Stundenkilometern in ein geparktes Auto gefahren. Nur durch sehr viel Glück waren keine Toten oder Verletzten zu beklagen.

Wenn selbstfahrende Fahrzeuge äußerst bizarre Unfälle verursachen

 

Juristischer Albtraum: Unfälle mit autonomen Fahrzeugen

Dennoch soll die „Künstliche Intelligenz„verstärkt in die Öffentliche-Verwaltung zum Einsatz kommen. Zahlreiche Akteure machen reichlich Werbung dafür.

„Verwaltung als Einsatzfeld für künstliche Intelligenz“

>>Institut für den öffentlichen Sektor<<

„Verwaltung als Einsatzfeld für künstliche Intelligenz – KI sollte zur Verbesserung von Effizienz, Qualität und Sicherheit von Verwaltungsdienstleistungen beitragen.“

Wenn Gerichtsurteile aus vorgefertigten Textbausteinen bestehen

Es ist wohl eher das Gegenteil zu erwarten. Beinahe bei jeden Verwaltungsvorgang zeigt – heute schon – die staatliche Behörde ihre hässliche Fratze vor. Automatisch erstellte Gebühren- , Steuerbescheide, Bußgelder und noch viel mehr sind überall anzutreffen: Meist ist es vollkommen sinnlos dagegen Widerspruch einzulegen. Denn sogar Gerichtsurteile sind mittlerweile aus vorgefertigten Textbausteinen erstellt, die lediglich immer neu angeordnet werden.

Wie will man sich gegen einen mathematischen Algorithmus verteidigen?

Echte „Intelligenz“ ist für diese Art von Arbeit ohnehin nicht erforderlich. Mit ein paar zusätzlichen „technischen Kunstgriffen“ könnte praktische jedes gewöhnliche Tabellenkalkulationprogramm diese Aufgabe auch erledigen. Doch „Künstliche Intelligenz“ hört sich eben viel Schöner an. Doch die sagenhafte „Künstliche Intelligenz“ lässt sich schon heute bei der Arbeit quasi beobachten.

„Autofahrer und dessen Cousin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt“

>>Westfalen Blatt<<

„Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte zunächst den Autofahrer und dessen Cousin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt. Die Notwehrversion des Beamten geriet Anfang Mai ins Wanken. Vor Gericht stellte sich heraus, dass bei den damaligen Ermittlungen nicht das komplette Video-Material aus der Streifenwagenkamera ausgewertet worden war.“

„Notwehrversion des Beamten“

Es wurde nicht das gesamte Video der Staatsanwaltschaft vorgelegt, sondern einzelne ausgewählte Bilder aus dem Video herausgenommen und daraufhin eine Anklageschrift geschrieben. Widerstand gegen die Staatsgewalt lautete so dann der Vorwurf. Das Prügelopfer fand sich nun in der Täterrolle wieder. Eigentlich hätte die plumpe Beweisfälschung der Staatsanwaltschaft auffallen müssen, aber offenkundig war der interne Behördenkorpsgeist stärker ausgeprägt. Nur weil das Video im Internet landete, musste die Verurteilung ausfallen. Mit einen entsprechenden Computerprogramm wäre eine Verurteilung ohne menschliches Zutun – nach genau demselben Muster – durchaus möglich.

„Die Polizei, dein Freund und Helfer“ – Oder so ähnlich

„Widerstands gegen die Staatsgewalt“

Im Endeffekt wird augenscheinlich die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ die Verwaltungsverfahren noch viel Unmenschlicher gestalten. Die Absurditäten werden vermutlich zunehmen und die Widerspruchsmöglichkeiten dagegen abnehmen: Wie will man sich schließlich gegen einen mathematischen Algorithmus verteidigen? Schon heute können nachweislich Unschuldige im Gefängnis landen, weil die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ etwas heraus gefunden haben will.

„Gesichtserkennung: Algorithmus führt zur Verhaftung eines Unschuldigen“

>>Heise.de<<

„Gesichtserkennung: Algorithmus führt zur Verhaftung eines Unschuldigen – Die bei der Polizei in Michigan eingesetzte, 5,5 Millionen US-Dollar teure Technik arbeitet allerdings alles andere als fehlerfrei. … „Wir haben ziemlich viel Müll ausprobiert“, erinnert sich Unternehmenschef Todd Pastorini. DataWorks habe sich nach und nach zu einem „Pseudo-Experten“ bei den biometrischen Verfahren entwickelt, die Treffergenauigkeit oder integrierte Vorurteile aber nie „wissenschaftlich“ geprüft.“

„Zu einem „Pseudo-Experten“ bei den biometrischen Verfahren entwickelt“

Sobald ein Algorithmus etwas herausgefunden haben will, spielen Schuld oder Unschuld kaum eine Rolle mehr: Die mathematischen Ähnlichkeiten von zwei verschiedenen Gesichtern sind für einem Schuldspruch offensichtlich vollkommen ausreichend.

 

–W E R Β U Ν G–

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