Die Waschbärplage in der Lausitz

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Der Waschbär gilt als Neozoon – sprich eine Tierart die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Und in Europa folglich nichts zu suchen hat. Diese richtet hier jede Menge Schaden an und bedroht auch heimische geschützte Arten. Dennoch plädieren einige Naturschützer dafür, diese nicht zu bejagen.

>>Welt<<

„Die ersten Waschbären kamen in den 20er-Jahren, Pelzhändler brachten sie nach Deutschland, um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen; Waschbärenpelz war in Mode und der Import aus Nordamerika teuer. 1934 folgte die erste behördlich genehmigte, offiziell dokumentierte Aussetzung in die freie Wildbahn. Am Edersee in Nordhessen. Von dort aus verbreiteten sich die Waschbären in ganz Deutschland. Bis zu eine Million Tiere leben derzeit hier, schätzt Becker: „Aber es könnte auch schon mehr sein.“ Mehr als 100.000 Waschbären wurden in der vergangen Saison von Jägern erlegt. Die anderen vermehren sich weiter.“

 

>>Märkische Oderzeitung<<

„Die Tiere sind sehr geschickt und außerdem Allesfresser. Sie brechen beispielsweise in Bungalows über den Schornstein ein, bedienen sich dort an den Vorräten und hinterlassen ein regelrechtes Schlachtfeld. Und für die Natur noch viel schlimmer ist, wenn sie Eier aus Nestern von Vögeln wie Graureihern oder Schwarzstörchen stehlen und diese dadurch in ihrer Art bedrohen“, sagt der stellvertretende Leiter des Naturparks.“

 

>>Lausitzer Rundschau<<

„Waschbären, die ursprünglich gezielt ausgesetzt oder aus Pelztierfarmen ausgebrochen waren, können rennen, klettern, schwimmen und greifen. Dadurch besitzen sie einen Vorteil gegenüber heimischen Tierarten. Konnten sich beispielsweise Hase und Fuchs im Laufe der Evolution aufeinander einstellen, brechen Waschbären ohne Vorwarnung in die heimische Fauna ein. „Ich glaube nicht, dass es ein Aneinandergewöhnen geben wird, wie manche Menschen glauben“, sagt Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. So können die optisch niedlichen Wesen ganze Tierbestände zum Erliegen bringen, beispielsweise Möwen- und Graureiher-Kolonien auf Inseln, die kaum ein heimischer Räuber erreichen kann. Darüber hinaus gelten Waschbären als Alleskönner beziehungsweise Allesverwerter. Selbst in Müllsäcken finden sie genügend Nahrung. Welchen Schaden die Waschbären in der heimischen Tierwelt anrichten, lasse sich kaum in Zahlen fassen.“

 

>>Heute noch jagen?: Das Waidwerk – geliebt, geächtet, unentbehrlich von Hans-Dieter Pfannenstiel (Buch) <<

„Jagd ist in unserer Kulturlandschaft stets ein unverzichtbarer Bestandteil eines Wildtiermanagements. Nach dem Verständnis mancher nichtjagender Naturschützer ist Wildtiermanagement aber ganz bewusst losgelöst von unserer Jagd als Kulturgut zu sehen. Nach einer Verlautbarung des NABU soll die weitere Ausbreitung der invasiven Art Waschbär (Procyon lotor) in Nordrhein-Westfalen durch Managementmaßnahmen verhindert werden. Die Notwendigkeit einer Bejagung des Waschbären wird dabei allerdings kategorisch verneint. Die Frage, wie denn solche Maßnahmen dann aussehen sollen, bleibt ohne vernünftige Antworten: ein typisches Beispiel dafür, wie Jagd bewusst als Teil eines Wildtiermanagements ausgeschaltet werden soll. Nahezu alles, was ein Jäger mit dem Begriff Jagd verbindet, und das ist eben weit mehr als das Töten von Tieren, wird von manchen Wildtiermanagern nicht gesehen und bewusst ausgeblendet. Das Erlegen von Wild wird so tatsächlich zum reinen Tötungsakt degradiert, dessen Ziele ausschließlich der Mensch definiert.“

 

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