Sturm der Bilder: Wie mit Steuergeld verdeckt Werbung gemacht wird

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Eines der größten „Unternehmen“ was Werbung in eigener Sache macht: Das ist der Staat selbst. Mehrere Millionen Eurobezahlt von Steuerzahler – geht jedes Jahr für Werbung drauf. Kein neuzeitliches Phänomen: Schon im alten Ägypten haben die Pharaonen ihre „Heldentaten“ in den Hieroglyphen verewigt. Jedoch in der heutigen Zeit sendet die Regierung auf allen Kanälen. Neben einen „offiziellen“ Werbebudget: Betreiben Regierung und Behörden auch über verdeckte Kanäle Werbung.

Werbung unter den Deckmantel der Information

>>Nordkurier<<

„Die Bundesregierung betreibt keine „Werbung“ im allgemeinsprachlichen Sinne.“ Vielmehr nutze sie die beschriebenen Mittel, „um ihren verfassungsmäßigen Auftrag zur Information der Bürgerinnen und Bürger über ihre Tätigkeit, Vorhaben und Ziele zu erfüllen“. Es gehe also um Information und auch bezahlte Kommunikation der Bundesregierung mit den Bürgern.“

Wie über Steuergeld eine gefällige Berichterstattung gekauft

Fraglos sind das sehr fadenscheinige Begründungen: Jede – noch so kleine Gemeinde – verfügt mittlerweile über ihre eigene Webseite: Für den „verfassungsmäßigen Auftrag zur Information“ würden diese allemal reichen. Werbung: Mitnichten werden irgendwelche komplizierten Steuergesetze oder widersprüchlichen Gerichtsurteile erklärt, sondern die „Arbeit“ der Regierung in den schillerndsten Farben gezeigt. Gewissermaßen durch die Blume wird somit auch gefällige Berichterstattung gekauft – folglich: Zu kritische Medien bleiben als Werbekunde der Regierung außen vor. Doch auch mehrere Millionen für Werbung sind augenscheinlich nicht genug.

Computerspielpreis: „Zu große Nähe zur Politik“

>>Spiegel<<

„Der Computerspielpreis hatte schon immer eine zu große Nähe zur Politik und zu viele Fremdschäm-Momente, um von Spielern ernst genommen zu werden.“

Computerspielpreis: Wie eine ganze Branche lächerlich gemacht wird

Die alljährlich stattfinde „Computerspielpreis“ dürfte außerhalb Branche kaum jemanden bekannt sein. Neben zahlreichen „Fremdschäm-Momente“ erhalten die zu ehrenden Unternehmen nebenbei noch eine – ganz andere – eher unschöne „Ehrungen“ . Immerhin winkt mit dem Preis: Auch eine finanzielle Belohnung, was offenkundig auch der tatsächliche Grund ist: Warum die Computerspiele-Hersteller diese Peinlichkeiten so stoisch über sich ergehen lassen.

Nur wer sich zum Gespött macht bekommt Geld von Staat

>>Twitter<<

„Das Preisgeld beim Computerspielpreis gibt es nicht für die Spiele, sondern für die öffentliche Demütigung“

Preisgeld: „Für die öffentliche Demütigung“

>>Spiegel<<

„Andere regen sich ernsthafter auf, weil beim Computerspielpreis mitunter Games zum „Spiel des Jahres“ werden, die mit Blockbustern aus anderen Ländern nicht mithalten können. Oder weil der Preis ein sehr seltsamer Weg ist, Fördermittel zu verteilen.“

Der Computerspielpreis als merkwürdiger Weg um Fördermittel zu verteilen

Es ist sicherlich unschwer zu erkennen: Die Veranstaltung ist wohl weniger für die Computerspielhersteller, sondern mehr für die teilnehmenden Politiker gedacht. Damit wird in der „Computerspiel-Welt“ nur das fortgesetzt: Was auch Andernorts zu beobachten ist. Besonders eindrucksvoll zeigt sich wohin die Reise geht – bei der Frage: Welche Computerspiele üppige Subventionen erhalten.

Staatliches Fördergeld für Polizei-Computerspiel

>>Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur<<

„Der Spieler spielt einen Polizisten bei der Autobahnpolizei. Er hat unterschiedlichste Aufgaben von Verkehrssicherung und Fahrzeugkontrollen bis hin zu Verfolgungsjagden .- Fördersumme 125.000 € „

Fiktive Krimis und Reale Polizeidokumentationen – Endlosschleife im vermeintlich „staatsfernen Rundfunk“ 

Polizei – kaum ein anderer Berufszweig genießt mehr mediale Aufmerksamkeit hierzulande. Gefühlt unzählige fiktive „Krimis“ werden mit Rundfunkgebühren gedreht. Und wenn die gerade nicht im Endlosschleife im Staatsfernsehen laufen, gibt es zur Abwechslung: Dokumentationen über Polizisten im realen Einsatz. Aber selbst das ist immer noch nicht genug: Viele „Nachrichten“ im Öffentlichen-Rundfunk sind in Wirklichkeit nur aufgehübschte Pressemeldungen der hiesigen Polizeidienststellen.

Viele Nachrichten im Öffentlichen-Rundfunk sind nur Pressemitteilungen der Polizei

>>Staatsfunk „Mitteldeutsche Rundfunk“ <<

„Mutmaßlicher Serienstraftäter in Hoyerswerda ermittelt“

Viel Werbung für die Polizei – dafür kaum kritische Hintergrundberichte

Mit solchen Schlagzeilen soll offensichtlich die „Leistung“ der Polizei hochgehalten werden. Es fehlen aber Hintergrundberichte, über die beispielsweise hohe Kriminalität in der Lausitz und deren genaue Ursachen: Aber genau darüber schweigt sich der vermeintlich „staatsferne Rundfunk“ aus. Zuviel Kritik an den Behörden ist augenscheinlich unerwünscht. Stattdessen gibt es Erfolgsmeldungen am laufenden Band, die jeder – ohne Rundfunkgebühr – auch selbst nachlesen könnte.

Wenn der „staatsfernen Rundfunk“ im Sinne des Staates berichtet

Was sich in der „Computerspiel-Welt“ abzeichnet ist also leider kein Einzelfall: Es stellt lediglich die konsequente Fortsetzung da. Vereinfacht: Mit Preisgeldern und Subventionen erkaufen sich Politiker und Behörden ihre ganz persönliche Bühne. Eitelkeiten bezahlt von Steuerzahler. Auf der Strecke bleiben die berechtigte Interessen des Bürgers.

 

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