Lausitzer Mythen: „In Schlepzig wird seit über tausend Jahren die Sage vom Wendenfürsten Wussilo erzählt“

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Der Lausitzer Mythos des „Wendenfürsten Wussilo“ ist bis in heutiger Zeit lebendig geblieben. Insbesondere im recht kleinen Ort Schlepzig wird die Sage gepflegt, dort wo der sagenumwobene Wussilo seine Burganlage gehabt haben soll.

„Schlepzig“ – „In wendischer Zeit war unsere Siedlungsstelle die Burganlage des Wendenfürsten Wussilo“

>>Spreewaldresort Seinerzeit<<

„Schlepzig ist ein reizvolles Dorf im Herzen des Unterspreewaldes inmitten des Unesco-Biosphärenreservates Spreewald. In wendischer Zeit war unsere Siedlungsstelle die Burganlage des Wendenfürsten Wussilo, der als Sagengestalt im Volksmund lebendig geblieben ist. Im Zuge der Christianisierung der Lausitz wurde Schlepzig 1004 das erste Mal urkundlich erwähnt.“

„Im Zuge der Christianisierung der Lausitz wurde Schlepzig 1004 das erste Mal urkundlich erwähnt“

Wendenfürsten Wussilo“ – Die Begrifflichkeit „Wenden“ rührt nicht vom Sorbischen Sprache, sondern sie ist eine deutsche Bezeichnung. Es handelt sich vielmehr um einem deutschsprachigen Sammelbegriff für alle möglichen slawischen Stämme.

„Wenden ist der deutschsprachige Sammelbegriff für die slawischen Stämme „

>>Matthias H. Wituschek<<

„Wenden ist der deutschsprachige Sammelbegriff für die slawischen Stämme im eroberten Raum an Elbe, Saale, Spree und Oder. Er findet sich auch heute noch bis hin zum westelbischen Raum, z.B. im Begriff “Wendland” im östlichen Niedersachsen. – Schlepzig wird bei der ersten urkundlichen Erwähnung 1004 im Zuge der von Süden her erfolgenden Eroberung durch fränkische Herrscher SLOUPISTI genannt. Das bedeutet “Siedlung auf Pfählen” . Damals war Schlepzig noch mitten im Sumpfgebiet von Spreefließen eingerahmt.“

„Damals war Schlepzig noch mitten im Sumpfgebiet von Spreefließen eingerahmt“

Der Spreewald in der Lausitz sah zur Zeit des mythischen „Wendenfürsten Wussilo“ also noch etwas anders aus. Augenscheinlich soll er während der Eroberungszüge im 10. Jahrhundert eine bedeutende Rolle gespielt haben.

„Geriet auch die slawische Landbevölkerung unter den deutschen Machtbereich und war von nun an tributpflichtig“

>>Bauernmuseum Schlepzig<<

„Im Zuge der Osteroberung der slawischen Gebiete ab dem 10. Jahrhundert durch die deutschen Könige geriet auch die slawische Landbevölkerung unter den deutschen Machtbereich und war von nun an tributpflichtig … In Schlepzig wird seit über tausend Jahren die Sage vom Wendenfürsten Wussilo erzählt.“

„In Schlepzig wird seit über tausend Jahren die Sage vom Wendenfürsten Wussilo erzählt“

Der Mythos rund um dem „Wendenfürsten Wussilo“ ist bis heute lebendig geblieben, obwohl die möglichen Überreste seine Burg im 20. Jahrhundert eingeebnet wurden. An dieser Stelle soll heute das Hotel „Seinerzeit“ liegen.

Spreewaldresort Seinerzeit: „Burgsitz Wussilo’s soll damals auf dem Platz des heutigen Hotels“

>>Gemeinde Schlepzig<<

„Der Burgsitz Wussilo’s soll damals auf dem Platz des heutigen Hotels „Seinerzeit“, ehemals Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ gelegen haben. In nördlicher Richtung hinter dem Weidendom lag früher ein runder Erdwall, der im 20. Jhd. eingeebnet wurde. Es wird vermutet, dass dieser ebenso ein Schutzwall oder eine Schutzburg für die Dorfbewohner war. Eine archäologische Untersuchung erfolgte bisher nicht.“

„Es wird vermutet, dass dieser ebenso ein Schutzwall oder eine Schutzburg für die Dorfbewohner war“

Inwieweit sich der Mythos um „Wendenfürsten Wussilo“ mit historischen Fakten belegen lässt: Das muss die Zukunft entscheiden. Dennoch wird – jenseits aller gesicherten Belege – der „Wussilo“ für viele Lausitzer unsterblich bleiben.