Verpflichtung – Rundfunkbeitrag als Zwangsabo: Die Zeitung im Internet

Screenshot youtube.com

Wem gehört der Rundfunk? Die Frage ist eigentlich längst beantwortet. Nur: Die Antwort kennen nicht so sehr viele Menschen. Obwohl so seit Beginn dieses Rundfunks entschieden, wissen viele nicht, dass dieser Rundfunk gesellschaftlich verankert ist, dass sie in diesem Rundfunk nicht nur vertreten, sondern über die Vertreterinnen und Vertreter, entsandt von den gesellschaftlich relevanten Gruppen und Kräften, an grundlegenden Entscheidungen und der Kontrolle der Programme beteiligt sind.“ Vielen „gelernte“ DDR-Bürger kommen bei solchen Zeilen bekannte Erinnerungen hoch. Fast auf jeden Gegenstand aus DDR-Produktion, prangte das Kürzel VEBVolkseigener Betrieb. Inwieweit der „Volkseigener Betrieb“ tatsächlich den Volk gehörte: Die Erklärung kann man sich getrost schenken. “ … dass dieser Rundfunk gesellschaftlich verankert ist … “ Das ist wohl mehr Wunschdenken, als Realität: Ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung lehnen die Rundfunkgebühren ab.

Von wegen „gesellschaftlich verankert“ : 70 Prozent der Bevölkerung lehnen die Rundfunkgebühren ab

Die „… gesellschaftlich relevanten Gruppen und KräftenKontrolle der Programme beteiligt sind.“ Wohl eher eine handverlesene kleine Gruppe, übt mit der politisch „richtigen“ Grundeinstellung eine Scheinkontrolle aus. Allzu kritische Fragen, sind in diesen Gremien ohnehin verpönt. Anders als der Name „Öffentlicher-Rundfunk“ anklingen lässt, weitet er sein Geschäft auch auf redaktionelle Wortbeiträge aus. Eine quasi GEZ-Zeitung ist schon längst Realität. Die Frage: Ob der zwangsverpflichtete Bürger dieses Zwangsabo überhaupt will, stellt sich hierbei nicht einmal. Dabei wäre es angesichts der allumfassenden Zeitungskrise: Diese Frage mehr als berechtigt.

GEZ-Zeitung: Der zwangsverpflichtete Bürger muss Zwangsabo zahlen

>>Meedia<<

„Die neueste Ausgabe der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse AWA beschert den Printmarken sinkende Leserzahlen. Rund 155 der ausgewiesenen Publikumszeitschriften liegen unter dem Vorjahr, etwa 70 darüber. Zudem verloren auch die Tageszeitungen. Besonders viele Leser eingebüßt haben der stern und die Bild am Sonntag, … Für viele Verlage, Vermarkter und Redaktionen sind die neuesten Zahlen der AWA eine Hiobsbotschaft.“

„Die junge Generation surft lieber zum Nulltarif im Internet“

>>Deutsche Welle<<

„Die Auflagen der gedruckten Tageszeitungen gehen stark zurück (siehe Grafik unten). Manche Blätter sind bereits vom Markt verschwunden oder stehen kurz vor dem Aus. Erst schlitterte die „Frankfurter Rundschau“ in die Insolvenz, dann erschien die letzte Ausgabe der Wirtschaftstageszeitung „Financial Times Deutschland“. Selbst die renommierte „Süddeutsche Zeitung“ bereitet massive Einsparungen vor. Überproportional betroffen sind auch kleine Regionalzeitungen, wo Stellenabbau oder Fusionen das Überleben sichern sollen. Der Grund für die Zeitungsmisere, so einfach wie umwälzend: Die junge Generation surft lieber zum Nulltarif im Internet als in der Zeitung zu blättern, die etwas kostet. … Janszky hält die gedruckte Tageszeitung für ein Auslaufmodell, denn sie sei schlicht zu langsam.“

„Hält die gedruckte Tageszeitung für ein Auslaufmodell“

Von der Frankfurter Rundschau, ist bei Licht betrachtet: Außer den Namen nicht mehr viel da. Andere, wie die Financial Times Deutschland sind komplett von der Bildfläche verschwunden und der Huffington Post Deutschland steht dieses Schicksal noch bevor.

Zeitungsverlage: Selbst angelsächsische Finanzheuschrecken machen darum einen Bogen

>>Frankfurter Rundschau<<

„Der Kölner Verlag DuMont will sich einem Bericht des Medienblatts „Horizont“ zufolge von seinem Zeitungsgeschäft trennen.“

Ganze Verlage versuchen – fast schon verzweifelt – ihre Zeitungsgeschäft loszuwerden: Aber nicht mal angelsächsische Finanzheuschrecken zeigen ein sonderliches Interesse. Gute Gründe: Die Auflagen und Reichweiten sinken schneller, als man Mitarbeiter offensichtlich entlassen kann. Langjährige Redakteure, steht für ihr Ausscheiden eine teure Abfindungen zu: Nur bezahlt aus welchen Mitteln?

Printbranche: Sinkende Auflage und Sinkende Qualität

Viele Entlassungen: Die übrigen Redakteure müssen mehr Inhalt, in weniger Zeit erbringen und auf der Strecke bleibt die Qualität. Der Druck Inhalte zu bringen nimmt immer mehr zu: Schon heute tauchen gefühlt überall die selben Pressemeldungen – exakt im Wortlaut – auf. Wer will schon im Internetzeitalter für einen durchgereichten Standardpressetext Geld bezahlen?

Zeitungsbranche in Sinkflug: „Ja Panik besteht“

>>Der Tagesspiegel<<

„Die Überlegungen bei DuMont zeigen auch, dass in manchem Zeitungshaus Ratlosigkeit, ja Panik besteht, was die Zukunft angeht.“

Ratlosigkeit“ ? – Zumindest herrsche Konzeptlosigkeit vor und sicherlich auch noch eine Portion Arroganz.

>>Stefan Niggemeier<<

„Die Zeitungsbranche glaubt aber immer noch, dass ihr Geschäft so läuft, dass die Leser die Inhalte gefälligst so zu kaufen haben, wie die Verlage sie verkaufen wollen. Die Verleger glauben offenkundig, dass sich bei Journalismus nicht um eine Dienstleistung handelt, bei der die erfolgsversprechendste Strategie die ist, die den Wünschen der Kundschaft so weit wie möglich entgegenkommt. Sie halten sich für unverzichtbar und ihre Produkte für unersetzbar.“

Arroganz der Redaktionen: „Sie halten sich für unverzichtbar und ihre Produkte für unersetzbar“

Die Zeitungsverlage können noch eine ganze Weile am Mythos von der „Unverzichtbarkeit“ festhalten, aber auf lange Sicht dürften sie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Denn die Bezahlschranken haben schon heute einen unschönen Nebeneffekt: Die Reichweite an Lesern sinkt. Bei Fachpublikationen: Mit einen überschaubaren Leserkreis mag dies noch ein akzeptabler Weg sein. Aber bei Zeitungen die von Reichweite leben: Ist dieser Pfad tödlich. Sobald sich die Bezahlschranke herumgesprochen hat: Bleiben selbst bei kostenfreien Inhalten die Leser fern.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Es sei im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer, für ihren Rundfunkbeitrag auch im Internet einen hohen Mehrwert zu bekommen, sagte Haseloff. Andererseits müssten die Zeitungsverleger im Internet mit hochwertigem Journalismus Geld verdienen. Eine eindeutige Trennung der Bereiche sei schwierig, aber die Länder hätten sich bemüht, das Verhältnis der Rundfunkanstalten zu den Zeitungen im Internet auf eine neue rechtliche Basis zu stellen.“

Rundfunkanstalten: „Zeitungen im Internet“

Eine eindeutige Trennung der Bereiche sei schwierig … “ So „schwierig“ sei die Trennung in Wirklichkeit gar nicht. Neben den Öffentlichen Rundfunk existieren zahlreiche Videoplattformen, wo jeder Laie den Unterschied auf den ersten Blick erkennen kann. Augenscheinlich ist es wohl gewollt – über den Umweg ihrer eignen Webseite – nicht nur Videos und Filmbeiträge, sondern redaktionellen Text den Lesern anzubieten. Verschiedene private Tageszeitungen versuchen einen vergleichbaren Weg zu gehen: Jedoch die Bürger zeigen sich hierbei eher unwillig, dafür Geld auszugeben. Was mit Freiwilligkeit nicht funktioniert – soll also über Zwang daher kommen: Denn der Rundfunkbeitrag ist eine Zwangsabgabe. Jedes Zeitungsabo kann gekündigt werden, nur der Rundfunkbeitrag ist unkündbar für den Bürger. Auf das Jahr gerechnet sind es mehrere hundert Euro Kosten.

 

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