Zurück in die Vergangenheit: Ohne Kohlekraftwerke und Verbrennungsmotoren – Zwischen Blackout und Stromengpässen

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Ohne Kohlekraftwerke und Verbrennungsmotoren geht es zurück in die technologische Vergangenheit: Andere Technologien sind entweder kaum ausgereift oder schlicht unbezahlbar. Das Äquivalent zum Dieselschiff ist also das Segelschiff. Das Gegenstück vom Auto mit Verbrennungsmotor ist nicht etwa das Elektroauto, sondern wohl eher die Pferdekutsche. Das Bundesfinanzministerium könnte vermutlich am besten die Frage beantworten: Wie viele Menschen sich ein Elektroauto überhaupt leisten können.

Energiewende: Zwischen Blackout – Stromengpässen und explodierenden Stromrechnungen

Genauso sieht es mit Strom aus: Jede Abschaltung eines konventionellen Kraftwerks lässt die Strompreise in Höhe schnellen. Alleine die Anzahl der Stromsperren zeigt: Immer mehr Menschen können sich Elektrizität schlicht nicht mehr leisten. Zugleich sinkt die allgemeine Versorgungssicherheit immer weiter ab: Die Gefahr eines großen Blackouts steigt und der Strom muss immer häufiger aus dem Ausland importiert werden. Ob in Deutschland die Lichter ausgehen, wird zunehmend eine Frage vom ausländischen Kraftwerkskapazitäten und deren politischen Willen: Überhaupt noch Strom zu liefern sein.

„Überbrückung künftiger Stromengpässe infolge von Dunkelflauten“

>>Deutscher Bundestag (PDF-Datei) <<

“ … zur Überbrückung künftiger Stromengpässe infolge von Dunkelflauten verschiedene Lösungsansätze diskutiert, hierunter der Einsatz von

-flexibel nutzbaren konventionellen Kraftwerkskapazitäten (insbesondere von Gaskraftwerken),

-Maßnahmen des Last- bzw. Demand Side Managements,

-Stromspeichern (insbesondere von längerfristig nutzbaren Speichern wie großen Pumpspeicheranlagen sowie Speichern auf der Grundlage von Power-to-Gas-Technologien),

-Stromimporten im Rahmen des europäischen Stromverbundes.“

„Stromimporten im Rahmen des europäischen Stromverbundes“

Wenn der Bundesregierung keine echten Lösungen parat hat, wirft sie gerne mit irgendwelchen Scheinlösungen und Fachbegriffen um sich: So auch in diesem Fall. Zu dem Gaskraftwerken und anderer „flexibel nutzbaren konventionellen Kraftwerkskapazitäten“ finden schon seit Jahren keine nennenswerten Investitionen mehr statt: Wer soll auch in einen konventionellen Kraftwerksneubau noch investieren, bei einer Politik, die alle paar Jahre eine 180-Grad-Kehrtwende vollzieht? Gleiches trifft auf die „Power-to-Gas-Technologien“ zu.

Wer soll noch in einen konventionellen Kraftwerksneubau investieren?

Kaum besser sieht es bei Pumpspeicheranlagen aus: Die Topographie für solche Anlagen ist eingeschränkt und gleichzeitig die Akzeptanz bei der Bevölkerung äußerst gering ausgeprägt. Übrig bleibt der Lastabwurf – respektive Last- bzw. Demand Side Managements – und der Import von Strom: Vom beiden wird aber schon regen Gebrauch gemacht. Großen Unternehmen wird immer häufiger der Strom abgeklemmt – also die Stromlast abgeworfen – damit das übrige Stromnetz nicht vollkommen zusammenbricht. Aber auch der Stromimport ist limitiert – was bisher einer der Gründe war: Warum das Stromnetz noch nicht vollkommen kollabiert ist.

„RWE warnt vor Strom-Abhängigkeit vom Ausland“

>>Der Tagesspiegel<<

„RWE warnt vor Strom-Abhängigkeit vom Ausland – „Noch sind wir Netto-Stromexporteur, aber wenn wir in ein System ausschließlich mit Erneuerbaren und den bestehenden Gaskraftwerken hineinlaufen und wenn sonst nichts in Sachen Versorgungssicherheit passiert, werden wir Hilfe aus dem Ausland brauchen. In allen Szenarien, in denen Deutschland nichts für die Versorgungssicherheit tut, würden wir uns vom Ausland abhängig machen.“

Stromimporte: „Uns vom Ausland abhängig machen“

Da sich mit Wind und Sonne keine gesicherte Energieversorgung herstellen lässt, springt also für jedes abgeschaltete konventionelle Kraftwerk bisher das Ausland ein. Aber bisher hielt es kaum jemand in Amt und Würden für nötig, mal nachzuforschen: Wie viele freie Kraftwerkskapazitäten in dem Nachbarstaaten überhaupt noch übrig seien?

„In Zeiten ohne Wind und Sonne Elektrizität von den Nachbarländern importieren“

>>Welt<<

„Die Bundesregierung vertraut darauf, dass Deutschland in Zeiten ohne Wind und Sonne Elektrizität von den Nachbarländern importieren kann. Eine riskante Fehleinschätzung zeigt eine neue Studie: Kaum ein Nachbar hat noch Kraftwerkskapazitäten übrig.“

„Kaum ein Nachbar hat noch Kraftwerkskapazitäten übrig“

Die Regierung hat also beschlossen ein Kraftwerk nach dem anderen abzuschalten und läuft so sehenden Auges auf einen richtig großen Blackout zu. Immerhin hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe darauf schon reagiert. Aber nicht indem es die Bundesregierung vor dieser gefährlichen Irrfahrt warnt, sondern dadurch, dass es ein Kochbuch herausbringt, mit den bezeichnenden Titel: „Kochen ohne Strom“ – Auf eine solch verdrehte Idee wäre nicht mal ein Satiriker gekommen.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät: „Kochen ohne Strom“

>>T-Online<<

„Kochen ohne Strom – BBK-Präsident  (BBK steht für Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Anmerkung der Redaktion) … sprach von der „Fähigkeit zur Selbsthilfe und zum Selbstschutz, verbunden mit der Übernahme an Verantwortung für sich und andere“, die man fördern wolle.“

Zwischen Blackout und Stromengpässen

Sollte es zu einem Blackout oder zu Stromengpässen kommen, dürfte es jedoch mehr als fraglich sein: Ob das Ausland wirklich Deutschland so selbstlos zur Seite steht. Zudem haben schon viel kleinere Krisen gezeigt, dass vielen Nachbarstaaten sprichwörtlich das Hemd näher als die Hose ist – bedeutet: Zuerst kommt die eigene Bevölkerung und danach das Ausland. Außerdem haben einige Staaten noch eine politische Rechnung mit Deutschland offen: Denn jenseits allen freundlichen Händeschütteln wird ganz offen Machtpolitik betrieben.

Regierungschef als „Diktator“ verunglimpft: Wenn der verunglimpfte „Diktator“ im Ernstfall die Hilfe verweigert?

Zugleich wird der ein oder andere Regierungschef – völlig unverblümt – als „Diktatorverunglimpft. Daher scheint es zweifelhaft, ob der selbe „Diktator“ in einer existentiellen Stromkrise tatsächlich helfend zur Seite springt. Das Nachbarland Polen hat zwar einem großen konventionellen Kraftwerkspark, aber auch finanzielle Forderungen, die noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs herrühren.

Strom als Druckmittel: Polen hat noch Forderung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs

Allgemein kritisiert die Visegrád-Gruppe die Deutsche Hegemonie über das Vehikel Europäische Union mit aller härtester Schärfe. Es ist ja kaum zu leugnen, dass große Teile der Europäischen Union quasi über Deutsche Ministerien – insbesondere das Kanzleramt – mitregiert werden. Gesetze die es nicht durch dem Deutschen Bundestag schaffen, kommen nicht selten über dem Umweg einer EU-Verordnung wieder zurück.

„Stromwaffe“ kann zur politischen Erpressung führen

Zur Visegrád-Gruppe gehören alle östlichen Nachbarstaaten an und sogar Österreich fühlt sich ihnen verbunden. Der praktisch durchgeführte Deutsche Stromausstieg könnte also sehr wohl dazu führen, dass die Visegrád-Gruppe eine viel größere Rolle, sowohl in Deutschland, als auch in der Europäischen Union spielt. Das Staat nun mal dazu neigen andere Länder zu erpressen: Auch das dürfte kein neues Phänomen sein.

 

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