Serbski Sejm

Screenshot garten-europa.com

Der Serbski Sejm ist eine eigene Volksvertretung der Sorben, eines der kleinsten slawische Völker überhaupt, ansässig in der Lausitz. Langfristiges Ziel: Ein Sorbisches Parlament, eingetragen als rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts, was selbständig mit den Bundesländern Brandenburg und Sachsen, als auch den Bund Staatsverträge schließen kann.

>>Serbski Sejm<<

„Die Sorben/Wenden in Sachsen und Brandenburg brauchen eine demokratisch legitimierte Volksvertretung. Wir wollen Bevölkerung und Politik für diese Idee gewinnen. Unser Ziel ist ein eigenes Parlament – Serbski Sejm.“

 

>>Neuer Tag<<

„Die Sorben sind das kleinste slawische Volk, ansässig im Südosten Deutschlands – und lange unterdrückt. Nun wählen sie ihre erste Volksvertretung. … Die Wahl findet als Briefwahl statt. Teilnehmen kann jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist und sich zum sorbischen Volk bekennt. … Es genügt allein das freie Bekenntnis zum sorbischen Volk, das möglicherweise nach Assimilierung und Abwanderung in der eigenen Familie verschüttet wurde.“

 

>>taz<<

„Ein sorbischer Traum ist in greifbare Nähe gerückt. Es geht keineswegs um ein weiteres regionales Parlament mit beschränktem Einfluss, es geht um einen politischen Prozess, der mit der Wahl angestoßen werden soll. Es geht um nationale Selbstbestimmung nach innen und außen, es geht um eine Verfassung, um einen Staatsvertrag mit der Bundesrepublik und den Ländern Sachsen und Brandenburg, es geht um nicht weniger als die „nationale Wiedergeburt“ des kleinsten slawischen Volkes, das im Südosten Deutschlands beheimatet ist. So sehen es die Initiatoren, so sieht es der Ältestenrat, so sehen es die Wählerinnen und Wähler. Nicht wenige sprechen von der „letzten Chance“, die das sorbische Volk erhält, bevor es endgültig durch Sprach-, Kultur- und Heimatverlust in der deutschen Mehrheitsgesellschaft aufgegangen sein wird. Daher geht es neben den großen Zielen natürlich auch um sehr konkrete Anliegen. Etwa um kleinere Schulen, an denen sorbisch unterrichtet wird und um genügend Lehrerinnen und Lehrern, die den Unterricht bestreiten können. Es geht um stärkere Sichtbarkeit in den öffentlich-rechtlichen Medien, um ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu den Tschechen und Polen und darum, den Strukturwandel in der Lausitz mitzugestalten. Über Jahrhunderte und unter verschiedenen politischen Systemen blieben die Sorben fremdbestimmt. … Das gesamte Projekt ist ehrenamtlich organisiert und mit Spenden finanziert. Wichtig sei, dass die Kandidatinnen und Kandidaten überhaupt bekannt werden, sagt Domaschke. Das ist alles andere als leicht, denn in den regionalen Medien kommt die Wahl zum Serbski Sejm kaum vor. Außerdem hat die Initiative für den Serbski Sejm einen mächtigen Gegner – und der kommt aus den eigenen Reihen. Es ist die Domowina, zu Deutsch Heimat. Die Organisation wurde 1912 als Dachverband sorbischer Vereine gegründet, ist in der Ober- und Niederlausitz gut organisiert und sie sieht sich als legitime Vertreterin aller Sorbinnen und Sorben und ihrer Belange. Aus Sicht der Domowina ist eine neue Vertretung vollkommen überflüssig.“

Die Domowina ist als Verein organisiert, ihr kann  – mehr oder weniger – jeder beitreten und streng genommen: Repräsentiert sie nicht das Volk der Sorben, sondern nur ihre Vereinsmitglieder. Es gibt ungefähr 60.000 Sorben, die Domowina hingegen hat nur ungefähr 7.300 Mitglieder, wozu auch juristische Personen gehören, wie zum Beispiel andere Vereine.

>>Serbski Sejm<<

„Der heilige Baum der slawischen Mythologie ist die Linde. Sie symbolisiert das Zentrum der Gemeinschaft und steht für Freiheit und Glück. In vielen sorbischen/wendischen Zusammenhängen taucht der dreiblättrige Lindenbaum oder das einzelne Lindenblatt auf. Wir meinen: Die Zeit der Reife ist gekommen. Die sorbische/wendische Kultur hat der Welt etwas zu geben, was gerade heute von essenzieller Bedeutung ist: Friedenswillen, Gemeinschaftlichkeit, Verbundenheit mit der Natur. Deshalb zeigt das Zeichen den Fruchtstand der Linde. Die drei Nüsschen, die an einem gemeinsamen Stiel hängen, stehen für den Willen der Initiativgruppe, die Zusammenarbeit mit allen sorbischen/wendischen Gruppierungen zu suchen und die Verbundenheit der pluralen Gesellschaft in den beiden Lausitzen zu stärken. Der Flügel der Frucht möge unserer Bemühung Leichtigkeit verleihen und die sorbische/wendische Sache »zum Fliegen« bringen!“

 

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