Demokratische Republik Kongo: „Euer Gebet ist sehr wichtig für uns!“

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Mindestens 35 Menschen bei Überfall in der Stadt Oicha getötet

„Als die Leute die ersten Schüsse hörten, dachten sie, dass Diebe … gekommen seien. Das ist nicht ungewöhnlich. Aber als das Knallen eine Stunde lang anhielt, wussten sie, dass es die ADF war.“ So schildert Mumbere, ein christlicher Jugendleiter, einen verheerenden Rebellenangriff in der kongolesischen Stadt Oicha. Zwei Wochen danach bitten Pastoren aus der Region dringend darum, dass wir für sie beten.

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Von Open Doors

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Öffentliche Proteste wegen schlechter Sicherheitslage

Am Abend des 23. Oktobers griffen Kämpfer, mutmaßlich Anhänger der islamistischen Rebellengruppe „Allied Democratic Forces“ (ADF), die Stadt Oicha im Osten des Landes an. Gegen 21:30 Uhr stürmten bewaffnete Männer das mehrheitlich von Christen bewohnte Viertel Masosi, das etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Die Islamisten gingen mit brutaler Gewalt gegen die Einwohner vor. Auch flüchtende Menschen wurden von ihnen mit Macheten oder durch Schüsse getötet; von denen, die nicht fliehen konnten, wurden einige in ihren Häusern verbrannt. Mindestens 35 Menschen starben, viele werden noch vermisst.

Am Tag nach dem schrecklichen Vorfall ging die wütende Bevölkerung von Oicha auf die Straße, trug die Leichen der Opfer und beklagte die Sicherheitslage in der Stadt. Die Proteste brachten die täglichen Aktivitäten in Schulen und Märkten zum Erliegen. Die Lage war spürbar angespannt. Viele Häuser in Masosi waren auch Tage nach dem Angriff noch verwaist, weil die Bewohner Zuflucht an Orten gesucht haben, die ihnen sicherer erschienen.

Wiederkehrende Gewalt hinterlässt tiefe Spuren

Seit mehreren Jahren kommt es in den östlichen Provinzen Ituri und Nord-Kivu regelmäßig zu tödlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung; häufig werden gezielt Christen und christliche Einrichtungen attackiert.

Wie tief die Erschütterungen reichen, verdeutlicht die Einschätzung von Paluku Bagheni Joseph, einem Pastor und Lehrer an einer Bibelschule in Oicha: „Die Christen von Oicha sind verzweifelt und desillusioniert. Es heißt, dass einige von ihnen während der Proteste Gottes Verheißung in Frage gestellt haben, dass er seine Kinder schützt.“

Eine weitere Kontaktperson von Open Doors ergänzt: „Diese Situation kann wie bei früheren Vorfällen dazu führen, dass Christen auf der Suche nach Schutz für ihre Familien sich wieder ihren traditionellen Religionen zuwenden.“

„Es ist die Kirche, die angegriffen wird“

Reverend Gabriel, Pastor einer Kirche in Oicha, sagte anlässlich der Beerdigung der Opfer am 28. Oktober: „Viele dieser Menschen waren Christen. Unter ihnen waren Diener Gottes und Lehrer in unseren Schulen … Es ist die Kirche, die angegriffen wird.“ Gleichzeitig zeigte er auf, worin in seinen Augen trotz der schwierigen Situation die Hoffnung liegt: „Wir rufen die ganze Welt auf, für uns zu beten, für das Gebiet von Beni, für die Provinzen Nord-Kivu und Ituri!“ Auch Bibelschullehrer Paluka betont: „Euer Gebet ist sehr wichtig für uns in dieser Zeit, die für uns so voller Schmerzen ist.“

Open Doors ist seit 2016 durch einheimische Partner in dem zentralafrikanischen Land tätig. Sie führen Seminare zur Vorbereitung auf Verfolgung durch, bieten Jüngerschaftskurse an, helfen durch Trauma-Seelsorge sowie durch Hilfe-zur-Selbsthilfe-Programme.