Desinformationen der Geheimdienste: „Politische Zwecke und Forderungen“

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Geheimdienstinformationen sind grundsätzlich mit Skepsis zu betrachten: Denn sie berufen sich auf beleglose Quellen, somit wird der Wahrheitsgehalt zu einer sektenartigen „Glaubensfrage“ . Besonders ärgerlich sind in dem Zusammenhang Desinformationen: Spione sammeln nicht nur Informationen, sondern streuen auch gezielt Falschinformationen, um damit irgendwelche Ziele zu erreichen.

>>Netzpolitik<<

„Unüberprüfbare Informationen aus Geheimdienstkreisen werten schnell einen Artikel zur exklusiven Meldung auf. Doch dahinter können sich Narrative verbergen, mit denen die Dienste politische Zwecke und Forderungen verbinden.“

Geheimdienste: „Politische Zwecke und Forderungen“

>>Furcht: Trump im Weißen Haus von Bob Woodward (Buch) <<

„Die CIA hat den Auftrag, Geheimdienstinformationen zu sammeln und dem Weißen Haus und den anderen Teilen der Bundesregierung zur Kenntnis zu bringen. Das Material muss nicht so wasserdicht sein, denn normalerweise wird es nicht in Strafprozessen verwendet. Ähnlich dem von Hoover überschatteten FBI saß auch der CIA ein Gespenst im Nacken. Die Behörde hatte sich 2003, im Vorfeld der Irak-Invasion, einen kapitalen Fehler geleistet. Teilweise aufgrund von Lügen eines Hauptinformanten – jemand mit dem erstaunlichen Codenamen «Curveball» [Bogenlampe], der behauptete, in einem mobilen irakischen Chemiewaffenlabor zu arbeiten – war die CIA zu dem Schluss gekommen, der Irak sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Dieses Fazit hatte ihr damaliger Direktor George Tenet dem Präsidenten George W. Bush als «bombensicher» präsentiert. Die angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen waren ausschlaggebend für die Rechtfertigung der Irak-Invasion gewesen. Gefunden wurden sie nicht, und das war für den Präsidenten wie für die CIA ausgesprochen peinlich.“

Die Geschichte um Curveball: Wenn gezielt gelogen wird

Die „Geschichte rund um Curveball“ die die Geheimdienst der Öffentlichkeit präsentierten, stellt bestenfalls nur die halbe Wahrheit da. Nach dem Irakkrieg im Jahr 2003, haben die Amerikaner buchstäblich das Land auf dem Kopf gestellt, um Massenvernichtungswaffen oder irgendwelche Chemiewaffenlabore zu finden. Ergebnis: Nichts. Die „messerscharfe“ Schlussfolgerung hieraus: „Curveball“ hat gelogen. Aber genau hier beginnt das Problem: Schon vor dem eigentlichen Irakkrieg, war ein gewisser Hans Blix im Land unterwegs gewesen und hatte bereits vor der Invasion des Iraks, genau das Selbe herausgefunden.

>>Spiegel<<

„Uno-Chefwaffeninspektor Hans Blix erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung: Washington habe den Krieg gegen den Irak lange geplant, kein Interesse an Massenvernichtungswaffen gehabt und durch den Krieg sogar zu deren Verbreitung beigetragen.“

Geheimdienste: Im Krieg wird massenweise mit Falschbehauptungen gearbeitet

Die Frage: Ob der Irak zu dem Zeitpunkt tatsächlich Massenvernichtungswaffen besaß oder eben nicht, ist ohnehin nur Sekundär. Primär ist hingegen die Tatsache: Die US-Regierung wollte – aus welchen Gründen auch immer – dem Irakkrieg. Und – genau hierfür – muss eine Rechtfertigung her. Und genau diese Kriegsrechtfertigung lieferte der ominöse „Curveball“ . Aber genauer gesagt hat nicht „Curveball“ die Rechtfertigung für den Krieg geliefert, sondern die Geheimdienste selbst. Um das zu verstehen, muss man wissen wie staatliche Nachrichtendienste arbeiten. Selbstverständlich ist es keineswegs so, dass irgendwelche Figuren beim Geheimdienst auftauchen können, eine tolle Geschichte erzählen und diese wird dann – ohne zu Hinterfragen – geglaubt.

Einmaleins der Geheimdienste: Die Überprüfung von Informationen

Zuallererst müssen die Aussagen – in sich selbst – schlüssig sein, danach kommt die Frage: Wieviel von den Gesagten, lässt sich durch andere Quellen wie beispielsweise Satellitenbilder, Zeitungsartikel, andere Überläufer etc. bestätigen. Das hier im Detail auszuführen würde sicherlich zu weit führen. Tatsache ist jedoch: Informationen von Überläufern werden generell skeptisch betrachtet. Alleine schon die Gefahr von Desinformanten ist sehr hoch. Und genau diese besagten Desinformationen, sind eben weiteres Feld der Geheimdienste. Die Informationen von „Curveball“ mögen freilich falsch gewesen sein: Dennoch passten diese wunderbar ins damalige politische Konzept. Mit Hilfe durch Desinformationen diverser Nachrichtendienste, wurde der damalige Irakkrieg gerechtfertigt. Die Figur „Curveball“ diente nur zur Glaubhafte Abstreitbarkeit. Nachrichtendienste sind ein Mittel der Politik: Der Bevölkerung Erkenntnisse vorzuenthalten oder sie gezielt zu belügen.

Curveball“ – Als Glaubhafte Abstreitbarkeit – Oder wenn es keinen Schuldigen geben darf

>>>Focus<<

„Jahrelang hatte Abdul Hamid S. unbemerkt im Auftrag des Irans die Bundeswehr ausspioniert. … Dem Zugriff ging nach einem Bericht von „Spiegel Online“ eine langwierige Operation voraus, um Abdul Hamid S. zu enttarnen. Demnach bekam der Militärische Abschirmdienst (MAD) bereits im Frühjahr 2017 von einem befreundeten Nachrichtendienst – möglicherweise der CIA – die Warnung, dass der Iran einen Informanten aus den Reihen der Bundeswehr habe, der geheime Informationen weitergeben könne. Hinweise auf die Identität des Spions habe der ausländische Nachrichtendienst aber nicht geliefert. … Ein erster Verdacht sei auf Abdul Hamid S. gefallen, weil dieser regelmäßig zeitgleich mit einem bekannten Führungsoffizier des iranischen Geheimdienstes Reisen in die gleichen Städte in der EU gemacht habe. 19 solcher Reisen habe der MAD verzeichnet. Um den Spion zu enttarnen, musste der MAD laut „Spiegel Online“ aber noch einen Trick anwenden. Man habe ihm auf unauffällige Art und Weise vermeintlich brisante, in Wahrheit aber erfundene, Informationen oder Dokumente zugesteckt. Abdul Hamid S. habe darauf stets den Kontakt zu dem iranischen Führungsoffizier gesucht.“

Strategie der Spione: Der Spiegel selbst beruft sich auf sogenannte SPIEGEL-Informationen

Der Spiegel selbst beruft sich dabei auf sogenannte „SPIEGEL-Informationen“  um es präziser zu machen „… der Militärische Abschirmdienst (MAD) im Frühjahr 2017 von einem befreundeten Nachrichtendienst die Warnung … “ Genauer wird es nicht: Jetzt könnte man spekulieren, ob möglicherweise der Militärische Abschirmdienst den Spiegel Informationen gegeben haben könnte, aber all zu weit führen diese Spekulationen ohnehin nicht. Offizielle Stellungnahme des Militärische Abschirmdienst sind in diesen Fall jedenfalls keine zu finden. Gleichzeitig macht die Bundesregierung keinerlei Anstalten, gegen die Veröffentlichung vorzugehen. Was bleibt, ist ein Bericht des Spiegels, welcher sich auf eine ungenannte Quelle beruft. Informationspolitik einer amtlichen Stelle, eines zivilisierten Staates des 21. Jahrhunderts?

Tote Briefkästen: Wie Geheimdienste sich selbst überführen

Aber etwas bleibt doch: Die Verlautbarung lässt sich auf Ungereimtheiten untersuchen: „Ein erster Verdacht sei auf Abdul Hamid S. gefallen, weil dieser regelmäßig zeitgleich mit einem bekannten Führungsoffizier des iranischen Geheimdienstes Reisen in die gleichen Städte in der EU gemacht habe. 19 solcher Reisen habe der MAD verzeichnet.“ Und genau dieses Detail ergibt keinerlei Sinn. Ein Spion trifft sich nur äußerst selten – persönlich – mit seinen Führungsoffizier, weil jedes Treffen viel zu risikoreich ist. In der „guten alten“ Spionagezeit, wurde in der Regel auf tote Briefkästen zurück gegriffen und vergleichbares gibt es auch in der digitalen Welt. Es sind Verstecke (Briefkästen) häufig an öffentlichen Orten, wo Nachrichten hinterlassen oder Ausrüstungsgegenstände übergeben werden können. Ein persönliches Treffen, ist somit recht selten erforderlich und sollte auf gar keinen Fall regelmäßig stattfinden.

Bundeswehr hat die Scheunentore für Spione aller Welt geöffnet

Ungeachtet dessen, hat die Bundeswehr eine regelrechte Einladung an alle Spione in der Welt versandt: Schon heute machen Soldaten mit Migrationshintergrund eine beträchtlichen Teil der Truppe aus und zusätzlich sollen sogar noch Ausländer die fehlenden Reihen füllen. Zu allen Überfluss werden viele Offiziere in den USA ausgebildet. Spionagebekämpfung in der Bundeswehr: Das ist so etwas wie das Tragen von Eulen nach Athen.

 

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