Energiearmut: Wie unsoziale Politik Strom unbezahlbar macht und Arbeitsplätze vernichtet

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Stromsperren: Wenn Licht und Wärme zum Luxus werden … Etwa 6,6 Millionen Haushalten wurde die Sperre zumindest angedroht. … Die Ergebnisse der jetzt offiziell veröffentlichten Studie sind alarmierend: Stromsperren werden in Deutschland vor allem Familien angedroht. … Meistens haben die betroffenen Stromkunden wenig Geld, leben von Hartz IV oder sind bereits verschuldet.“ Die Zahlen zur Energiearmut sind dramatisch und werden sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen. Zu Disposition: Stehen Arbeitsplätze in ganzen Industriezweigen.

>>Ursula Saalmüller<<

„Der Anteil am Regelbedarf für einen Alleinstehenden beträgt für Wohnen, Energie und Wohninstandhaltung rund 37 Euro. Er ist aber längst nicht so gestiegen, wie die Strompreise gestiegen sind. … Seit der Umstellung auf SGB II wird die Hilfe zur Selbsthilfe eingefordert. Nicht jeder ist aber in der Lage, dieser Eigenverantwortlichkeit gerecht zu werden.“

Es ist einfach Seitens von Behörden und Politik eine Eigenverantwortung einzufordern: Zeitgleich aber Strom unbezahlbar zu machen. Ungeachtet dessen: Die hohe Stromkosten treffen ebenso den Mittelstand.

>>Handelsblatt<<

„Und jetzt auch noch das: Die Stromkosten steigen wieder sprunghaft an. … Im nächsten Vertrag sind aber mehr als 40 Euro fällig. Bei einem Jahresverbrauch von 5000 Megawattstunden wird sich die Stromrechnung um fast 100.000 Euro erhöhen. Bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro und ohnehin schrumpfenden Gewinnen ist das für den Mittelständler nur schwer zu verkraften. … „Innerhalb von zwei Jahren haben sich die Strompreise verdoppelt“, sagt Hahn und weiß aus vielen Gesprächen: „Der Anstieg der Strompreise ist für viele Großkunden sehr schmerzhaft.“ … „Seit 2016 steigen die Strompreise fast kontinuierlich an“, bestätigt Barbara Minderjahn, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK). „Dies ist ein Trend, der zu einer zunehmenden Belastung für die deutsche Industrie geworden ist.“ … Insgesamt könne Covestro bei den derzeitigen Strompreisen in Deutschland noch wettbewerbsfähig produzieren, sagte er zwar. Verglichen mit dem Werk Baytown in den USA sei der Strompreis, den Covestro in Nordrhein-Westfalen bezahle, aber „wesentlich höher“. Das Unternehmen klagt vor allem über die mangelnde „Planbarkeit“: „Gerade die Entwicklung der Energiepreise ist in Deutschland nicht wirklich planbar.“

 

>>Stahl unter Strom (PDF-Datei) <<

„Niedrigere Gas- und Strompreise summierten sich für die amerikanische Industrie 2012 zu einer Einsparung von fast 130 Milliarden Dollar. Dieser Unterschied wirkt sich auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aus und führt zu einem Verlagern von Investitionen. Wir sehen mit Sorge, dass neue Investitionen im Bereich des produzierenden Gewerbes zunehmend außerhalb von Europa getätigt werden. Energiekosten sind von entscheidender Bedeutung für energieintensive Industrien, insbesondere wenn sie im internationalen Wettbewerb stehen. Als Vorstandsvorsitzende einer in der Stahlverarbeitung tätigen Unternehmensgruppe erlebe ich jeden Tag, wie hohe Energiepreise in Europa die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiv hergestellter Produkte auf den Exportmärkten der Welt abnehmen lassen. … Wir von BUSINESSEUROPE drängen deshalb die Regierungen in Europa, ihre Energie- und Klimapolitik neu auszurichten und sich da – bei auf die industrielle Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu besinnen. Europa sollte aus den Hochpreis-Erfahrungen der Vergangenheit lernen. Zum Beispiel indem teure Förderprogramme für erneuerbare Energien zurückgefahren werden. … Stromkosten sind ein entscheidender Faktor im internationalen Wettbewerb. Kein anderes Land in und außer- halb von Europa verzeichnet bei der Förderung erneuerbarer Energien eine auch nur annähernd vergleichbare Entwicklung wie Deutschland.“

Während anderswo die Energiepreise sogar sinken, laufen sie hierzulande vollkommen aus den Ruder. Die Folge: Energieintensive Unternehmen tätigen neue Investitionen – und somit auch Arbeitsplätze – bereits anderswo und die verbliebene Firmen haben es schwer, überhaupt noch wettbewerbsfähig zu Produzieren. Jenseits von Deutschland macht kaum eine Industrienation – bei der sogenannten Energiewende – mit. Der amerikanische Präsident macht sich über die Klimahysterie hierzulande sogar lustig. Russland hält ebenso wenig von erneuerbaren Energien oder der Energiewende. China (2.500 neue Kohlekraftwerke geplant) wiederum setzt massiv auf Kohle und setzt den sogenannten „Klimawandel“ politisch dazu ein: Um Industrien – über die Strompreise – ins Land zu locken. Braunkohle: Kein anderer Rohstoff ist in so großen Mengen vorhanden und kann – kostengünstigen und zuverlässigen – Strom liefern.

 

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