Warum Betriebsrenten nicht vor Altersarmut schützen

Screenshot torial.com

Armut im Alter. Viele setzen die gesetzliche Rentenversicherung mit Altersarmut gleich. Nicht ohne Grund! Die gesetzliche Rente wurde an verschiedenen Stellen ausgehöhlt. Nun soll private Vorsorge Abhilfe leisten. Oder genauer: Das Abschließen einer privaten Betriebsrente. Aber genau davon ist Abzuraten. Denn was sich auf den ersten Blick gut aussieht: Entpuppt sich beim genauen Hinsehen: Als heimtückische finanzielle Falle.

Warum Betriebsrenten fast immer eine schlechte Idee sind

>>Frankfurter Rundschau<<

„Mehr als jede zweite Altersrente in Deutschland liegt unter 900 Euro. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag) berichtete.“

„Unter 900 Euro“ – „Mehr als jede zweite Altersrente“

>>Neues Deutschland<<

„Die LINKEN-Politikerin Zimmermann sagte dem »Redaktions Netzwerk Deutschland«: »Es lässt sich schlicht nicht leugnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest ist.« Viele kämen nur deshalb über die Runden, weil sie sich gezwungenermaßen zur Rente etwas hinzuverdienten.“

„Gesetzliche Rente nicht mehr Armutsfest“

Hingegen: Die Bundesregierung verlautbart ihre Version der „Wahrheit“ .

Armut in Alter und die sehr spezielle „Wahrheit“ der Bundesregierung

>>Staatsfunk „Tagesschau“ <<

„Die Bundesregierung weist allerdings darauf hin, dass das nicht bedeutet, dass alle betroffenen Rentner weniger als 900 Euro zum Leben hätten und verweist beispielsweise auf das Einkommen von Ehepartnern oder auf andere Einnahmen wie Betriebsrenten oder Mieteinkünfte.“

Für dumm verkauft: Bundesregierung kennt die Zahlen  und suggeriert das Gegenteil

Die ganze Argumentationslinie der Bundesregierung ist schon sehr Schräg. Denn zwei Armutsrenten: Ergeben immer noch ein armes Rentnerehepaar. Außerdem kennt die Regierung selbst am Allerbesten: Die dafür notwendigen Zahlen und Fakten. Nur die bleiben unter Verschluss. Üppige Betriebsrenten sind heutzutage eine sehr seltene Ausnahmeerscheinung geworden. Einerseits, hat sich die Arbeitswelt massiv verändert. Anderseits, sorgt der Staat mit Steuern und Abgaben auf betriebliche Renten höchstpersönlich selbst mit dabei: Die Abwicklung dieser Rentenform voran zu treiben.

Altersarmut: Mieten und Betriebsrenten sind sehr selten

Ähnliches betrifft Mieten und andere Einnahmeformen. Die Wohneigentumsquote ist sehr gering: Mit stetig fallender Tendenz: Demnach sind auch Einnahmen aus Mieten eher eine Ausnahmeerscheinung. Kurzum: Luxus – wie Betriebsrenten und Wohneigentum – muss man sich finanziell halt leisten können.

Wohneigentum als Luxus: Weniger können es sich finanzielle Leisten

Die allerwenigsten Arbeitsverhältnisse gelten heutzutage als „Sicher“ . Als beinahe sicher gilt hingegen nur der Arbeitsplatzverlust: Neben den Renten, wurden in der Vergangenheit auch die anderen Sozialsystem geschleift. Nach der betrieblichen Kündigung, bleiben bestenfalls noch ein paar Monate Arbeitslosengeld und danach folgt das Schwarze Loch: Mit dem Namen Hartz IV. Wohneigentum und jede finanzielle Absicherung – bis hin zum eignen PKW –  gerät so in die allumfassenden Fänge einer „Behörde“ .

Hartz IV: Behörden ziehen jedes Vermögen ein

>>Deutsche Handwerks Zeitung<<

„Arbeitgeber einen Zuschuss von 15 Prozent auf die umgewandelten Beiträge ihre Mitarbeiter leisten müssen. Denn in Betriebsrenten werden in Form der Gehaltsumwandlung eingezahlt. Dabei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts zugunsten einer Altersvorsorge und spart dabei Steuern und Sozialabgaben. „

Betriebsrenten: Von wegen Steuern und Sozialabgaben sparen

Betriebsrenten: Dieses System sieht aber nur auf den ersten Blick gut aus. Die Tücken stecken – wie so oft – im Detail. Schon heute sind Betriebsrenten nur teilweise sicher vor Hartz IV. Daher ist es Absehbar: Das in einen überschaubarem Zeitraum: Sozialbehörden und Finanzämter den Verlockungen des Geldes – über kurz oder lang – nicht widerstehen können. Außerdem bei Auszahlungen vom betrieblichen Renten: Langen Finanz- und Sozialbehörden schon heute voll zu.

Betriebsrenten: Finanz- und Sozialbehörden langen voll zu

Der Arbeitnehmer spart also – selbst im optimalstem Szenario – weder Steuern, noch Sozialabgaben, sondern verschiebt die Abgabenlast lediglich auf einem späteren Zeitpunkt. Bei der Grundsicherung – also Hartz IV im Alter – werden die Betriebsrenten einfach auf die Grundrente angerechnet: Schlussendlich: Steht der Rentner also genauso Arm da, wie ohne Zusatzrente.

Hartz IV im Alter – Grundsicherung: Staat kassiert die Betriebsrente ein

Angesicht Instabilität der Finanzmärkte, bis hin zu dem Banken und Versicherungen: Dürften die allermeisten Anlageformen für Betriebsrenten auf sehr wackligen finanziellem Boden stehen. Banken – und auch ganze Pensionsfonds – können in finanzielle Schieflage geraten und sehr wohl Pleite gehen. Die Gläubiger gehen dabei fast immer leer aus. Vereinfacht: Zocken an den Finanzmärkten will gelernt sein.

Wenn Pensionsfonds pleite gehen

Nicht nur die Finanzmärkte stehen auf wackligen Boden: Gleichwohl auch viele Arbeitsverhältnisse. Es mag ja durchaus sein, einem „Zuschuss von 15 Prozent auf die umgewandelten Beiträge“ bei seinem Arbeitgeber einzufordern. Doch es dürfte genauso Einleuchtend sein: Das genau dieser „fordernde“ Mitarbeiter, bei der nächsten Entlassungswelle ganz oben auf der Liste steht. Mit der Abwicklung des Arbeitsverhältnisses, wird der „15 Prozent Zuschuss“ auf diese Weise gleich mit entsorgt. Und der nächste Arbeitnehmer: Sollte bei seinen „Forderungen“ besser einen gemäßigteren Tonfall anschlagen.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up