Konzil von Nicäa im Jahr 325: Warum es noch heute Gültigkeiten besitzt

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Der Römische Kaiser Konstantin war Zeit seines Lebens kein besonders religiöser Mensch, sondern in erster Linie ein Machtmensch und als solcher, hat er frühzeitig erkannt, dass das Christentum in seinen Reich – trotz Unterdrückung und Verfolgung – zu einer ernstzunehmende Größe angewachsen ist.

Konzil nach Nicäa: Ziel: Die Macht in der religiösen Frage festigen

Aus genau diesen Grund, hat er das Konzil nach Nicäa einberufen. Ziel: Es sollte seine Macht in religiösen Frage festigen. Zu diesen Zeitpunkt war der Römische Götterkult, offensichtlich schon ein bisschen „eingestaubt“ – bedeutet: Zwar wurde – nach wie vor – am offiziellen Kult festgehalten, aber es hatte mehr den Charakter einer amtlichen Pflichthandlung und es waren weniger die Taten von überzeugten Gläubigen. Auch viele Christen nahmen an den Spektakel pflichtbewusst teil und das selbst dann, wenn es gegen ihre Überzeugungen war. Alle Verantwortlichen waren eigentlich darüber einig, dass es auf lange Sicht so nicht weitergehen kann.

Grundlage für ein barbarisches Gemetzel innerhalb, als auch außerhalb der Christenheit

Das Konzil von Nicäa stellte aus heutiger Sicht, die Grundlage für ein barbarisches Gemetzel da: Sowohl innerhalb, wie außerhalb der Christenheit. Um das zu verstehen, muss man die Vorgeschichte kennen. Bis zum Konzil von Nicäa spielte sich das Christentum weitestgehend im Verborgenen ab. Die Gläubigen hatten geheime Treffpunkt, verständigten sich durch Geheimzeichen und Codes miteinander. Die christlichen Gemeinden waren untereinander nur lose miteinander verbunden: Denn zu viel Wissen, konnte zu dieser Zeit gefährlich sein. Im römischen Reich wurden Christen – in unterschiedlichen Abstufungen – systematisch verfolgt. Folglich: Je weniger man wusste, desto weniger konnte man verraten. Durch die erzwungene Isolation, pflegte jede Gemeinde – mehr oder minder – ihre eigene Liturgie, die predigten hielten meist Laienpriester und Streit „über die wahre Glaubenslehre“ gab es so gut wie nie – oder ist jedenfalls nichts dergleichen überliefert.

Geheimzeichen, Codes und Laienpriester: Christen im Untergund

Das Konzil von Nicäa warf vieles davon über den Haufen und Brach mit vielen Traditionen. Anstelle geheimer Treffen, öffneten nun erstmals offizielle Kirchen ihre Pforten. Die Stellen von ehrenamtlichen Laienpredigern, wurden durch fürstlich bezahlte Pfarrer und Bischöfe ersetzt. Statt in dunklen Verschlägen, saß man nun an der Tafel des Kaisers höchstpersönlich. Die Insignien der Macht, hatten natürlich einen hohen Preis. Bereits 1.000 Jahre vor Martin Luther, kam es zur ersten eigentlichen Kirchenspaltung. Denn nicht alle Christen wollten diesen neuen Kurs mittragen und das aus guten Grund: Viele Heilige Christliche Schriften wurden verbannt. An deren Stelle trat eine neue – von oben verordnete – Liturgie: Diese wurde an den jeweiligen Machtverhältnissen ausgerichtet. Erst zu dieser Zeit, entstand die Grundlage dessen, was heute allgemein als Bibel bekannt ist. Ergebnis: Nur ein Teil der damaligen Christenheit folgte den „neuen“ Glauben, ein andere Teil lehnte den neuen Glaubenskurs ab.

Kirchenspaltung bereits 1.000 Jahre vor Martin Luther

Zur damaligen Zeit hatten diese Gruppen keine richtigen Namen, im Laufe der Zeit wurden einige als Waldenser oder Katharer bezeichnet. Die Namensgebung geht wohl auf die Katholische Kirche selbst zurück. Da es die „Ketzer“ vorgezogen haben in entlegenen Tälern zu leben, wurden sie viele Jahrhunderte zu mindestens toleriert. Erst auf dem Konzil zu Reims im Jahre 1047, wurde der Wind rauer. Im 12. Jahrhundert fanden eine Reihe weitere Konzile und Synoden statt, und es wurde beschlossen: Mit weltlichen Militär, juristischen Mitteln und der päpstlichen Inquisition den Freikirchen ein Ende zu bereiten. Menschen wurden hingerichtet und viele Heilige Schriften verbrannt. Das einige christliche Evangelien, heute nur bruchstückhaft erhalten sind, war vornehmlich das Werk der päpstlichen Inquisition. Heutzutage wird die Inquisition gerne auf Galileo Galilei unzureichend verkürzt dargestellt. Der stellte fest, dass nicht alle Gestirne am Himmel sich um die Erde drehen. Natürlich wurden Galileo-Schriften konfisziert, aber das Hauptaugenmerk der Inquisition lag vornehmlich auf christliche Schriften.

Verbotenes Wissen: Inquisition beseitige vorwiegend christliche Schriften

Dabei ist selbst die Bibel keineswegs so, wie ein modernes Strafgesetzbuch aufgebaut. Es gibt darin keine festgeschriebenen Regeln, selbst bei den Zehn Geboten, handelt es sich eben nur um Gebote und keine strafrechtlich verfolgten Verbote. Viele dargestellten Geschichten in der Bibel, lassen sich schon Aufgrund der vergangenen Zeit, kaum auf deren Wahrheitsgehalt überprüfen. Aber als Ganzes gelesen, steckt in ihnen allerdings eine tieferliegende Wahrheit, die mühelos Jahrtausende überdauern kann. Schon seit dem Konzil von Nicäa, wurde es zur schlechten Gewohnheit, einige Bibelverse aus dem Kontext zu reißen, um damit alles Mögliche und teilweise auch Unmögliche zu Rechtfertigen. Sicherlich war es in der Antike Konsens in der Wissenschaft, dass die Erde eine Scheibe sein soll. Diese damaligen Weltanschauungen flossen zwangsläufig mit in die Heiligen Schriften und somit in die Bibel ein. Jedoch daraus Schlussendlich herzuleiten, dass alle die eine andere Meinung vertreten, auf den Scheiterhaufen verbrannt werden sollen, ist einfach nur hanebüchen. Aber genau dieses Beispiel zeigt eben auch, dass es weniger um Religion, sondern vielmehr um profane Macht und schnöden Mammon geht.

König von Gottes Gnaden“ – profane Macht und schnöder Mammon

Viele weltliche Herrscher zur damaligen Zeit schmückten sich mit den sinngemäßen Titel: „König von Gottes Gnaden“ oder wahlweise „Kaiser von Gottes Gnaden“ irgendwoher mussten sie schließlich ihre Machtfülle begründen, denn demokratisch gewählt war keiner von denen. Deswegen kratzten die ketzerische Schriften – wie die von Galileo Galilei – weniger am Fundament des christlichen Glaubens, sondern sägten vielmehr am Stuhlbein des königlichen Throns. In diesen Sinne ist auch die Hexenverfolgung zu verstehen. In erster Linie stellten die sogenannten „Hexen“ eher ein Ärgernis für die weltlichen Herrscher da. Es waren vielfach einfach nur unliebsame Personen, denen man sich gerne unkompliziert entledigen wollte.

Beispiel Agnes Bernauer: Warum wirklich Hexen hingerichtet wurden

Beispielsweise wurde Agnes Bernauer wohl nur deswegen als Hexe ertränkt, weil sie sich in den „Falschen“ verliebt hatte und somit den Heiratsplänen des örtlichen Regenten im Wege stand. Es versteht sich von selbst, dass die Herrscherfamilie mit all dem offiziell nichts zu tun haben wollte, deswegen hat man sich gern der Kirche als inoffiziellen oder halb-offiziellen verlängerten Arm bedient. Für seine Mühen erhielt der Klerus reichlich Privilegien. Diese inoffizielle Arbeitsteilung, hält seit dem Konzil von Nicäa im 325 an und dauert bis in unsere Tage fort. Heutzutage zieht das staatliche Finanzamt völlig Unendgeldlich die Kirchensteuer ein, zahlt Milliarden an sogenannten Staatsleistungen an die Kirchen, oben drauf kommen noch die Gehälter von Pfarrern, Bischöfen und Kardinalen. Der Staat lässt sich seinen „Glauben“ also teuer bezahlen. Als Gegenleistung sind die Predigend in der Regel sehr „staatstragend“ gestaltet. Hinzu kommen recht eigenwillige Äußerungen von diversen Kirchenvertretern. Im Allgemeinen also, wenig Kritik an der hiesigen weltlichen Politik.

 

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