Lausitzer Geschichte: Was die berühmten Fastentücher aus Zittau bis heute miteinander verbindet

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Zu den überregional-bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt Zittau gehören sicherlich zwei einzigartige Fastentücher dazu. Nicht nur auf gläubige Christen strahlen sie eine faszinierende Wirkung aus, sondern sie haben auch eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. In der Fastenzeit war es im Mittelalter üblich: Kreuze und Reliquien zu verhüllen und aus jenen Brauch entwickelten sich schließlich die Fastentücher heraus. Und noch immer führen die Fastentücher – seit dem Mittelalter – eine Funktion aus.

„Um 1.000 wird erstmals von dem Brauch berichtet – In der Fastenzeit Reliquien und Kreuze zu verhüllen“ 

>>Stadt Zittau<<

„Um 1.000 wird erstmals von dem Brauch berichtet, in der Fastenzeit Reliquien und Kreuze zu verhüllen und zwischen Altar und Gemeinde ein Tuch aufzuhängen. Diese Tücher bezeichnete man als Hungertücher oder auch Schmachtlappen, weil sie den nach der Eucharistie „hungernden“ bzw. „schmachtenden “ Gläubigen den Anblick des Allerheiligsten verwehrten. Das körperliche Fasten wurde durch eine eucharistische Abstinenz ergänzt, weshalb man sie auch Fastentücher (lat. velum quadragesimale) nannte. Die frühen Fastentücher waren wohl einfarbig violett (Farbe der Passionszeit) und blieben auf die Verhüllungsfunktion beschränkt.“

Fastentücher: „Gläubigen den Anblick des Allerheiligsten verwehrten“ 

In späterer Zeit wurden die Fastentücher immer ausgefeilter und mündeten schließlich in den Große Fastentuch hinein. Es stellt bis heute das einzigst-bekannte Fastentuch mit so einer Größe und komplexen Bemalung dar.

Große Fastentuch: „Das Leinentuch besteht aus 90 Bildfeldern in 10 Reihen“ 

>>Zittau-Live<<

„Das Große Fastentuch (8,20m × 6,80 m) wurde im Jahr 1472 von dem Gewürz- und Getreidehändler Jacob Gürtler gestiftet. Das Leinentuch besteht aus 90 Bildfeldern in 10 Reihen, welche mit Tempera bemalt wurden. Es war 200 Jahre lang in der Johanniskirche im Gebrauch und trennte in der Fastenzeit den Altarraum von der Gemeinde.“

Große Fastentuch: „Es war 200 Jahre lang in der Johanniskirche im Gebrauch“ 

Neben den Große Fastentuch ist auch Kleines Fastentuch erhalten geblieben. Es ist nicht ganz so alt, aber es hat dieselbe Funktion erfüllt. Beide waren bis ins 17. Jahrhundert in Gebrauch und danach viele Jahrhunderte ausgestellt.

Kleine Fastentuch: „Es wurde 1573 in derselben Technik für einen Nebenaltar der Johanniskirche angefertigt“

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„Das Kleine Fastentuch ist 4,3 x 3,5 m groß. Es wurde 1573 in derselben Technik für einen Nebenaltar der Johanniskirche angefertigt. Auf dem Hauptfeld ist die Kreuzigung Christi dargestellt, begleitet von weiteren Szenen aus dem Neuen Testament. Zusammen mit dem Großen Fastentuch war es bis 1672 in Gebrauch.“

Dritte Fastentuch: Eine Kopie des Turiner Grabtuchs

Zusätzlich ist ein modernes Gegenstück zu den beiden Fastentüchern hinzugekommen: Eine moderne Kopie des berühmten Turiner Grabtuch kann zu besonderen Gelegenheiten in Zittau besichtigt werden. Die berühmten Fastentücher aus Zittau sorgen noch immer dafür: Das viele Menschen miteinander zusammen kommen.

 

–W E R Β U Ν G–

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