Großer Brand Roms – „In der ersten systematischen Christenverfolgung der Weltgeschichte“

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Als im antiken Rom ein großes Feuer herrschte, da waren die vermeintlichen Schuldigen schnell ausgemacht: Christen – zu damaligen Zeit stellten sie eine kleine überschaubare Minderheit dar und sie mussten für ihr „Vergehen“ eine grausige Strafe erleiden. Es war die erste systematische Christenverfolgung in der Geschichte und der römische Imperator ging dabei in seiner Rolle völlig auf.

„Die organisierte Zustimmung seiner Claqueure sowie die Resonanz seiner öffentlichen Auftritte“

>> Geschichte der römischen Kaiserzeit von Karl Christ (Buch) <<

„Nero (54–68 n. Chr.) verdankte den Principat seiner herrschsüchtigen Mutter Agrippina, der letzten Frau des Claudius. … Vorrang besaß für Nero seine Selbstverwirklichung als Künstler, speziell als Kitharöde (Sänger zum Spiel der Kithara) und Wagenlenker. Die organisierte Zustimmung seiner Claqueure sowie die Resonanz seiner öffentlichen Auftritte (Neapel, 64 n. Chr.; Rom seit 65 n. Chr., Griechenlandtournee 66/67 n. Chr.) waren ihm wichtiger als die Lösung politischer Aufgaben und die Sicherung der Macht.“

„Vorrang besaß für Nero seine Selbstverwirklichung als Künstler“

Allgemein gehen die Meinungen über Kaiser Nero auseinander. Auf alle Fälle dürfte er als „Künstler“ heutzutage nur noch von wenigen Menschen angesehen werden. Genau wegen seines Selbstverständnis wurde er für dem Brand in Rom verantwortlich gemacht. Da er die Stadt nach seinen künstlerischen Vorstellungen neu errichten und umgestalten wollte. Also mussten andere Sündenböcke her.

„Sündenböcke zu präsentieren“ – „Die von seiner eigenen Schuld und Verantwortung ablenken konnten“

>>Die Christen – Expedition zu einem unbekannten Volk von Uwe Bork (Buch) <<

„Historisch richtig dürfte allerdings sein, dass Nero sich nach einem bis in die Gegenwart gültigen Muster politisch gezwungen sah, Sündenböcke zu präsentieren, die von seiner eigenen Schuld und Verantwortung ablenken konnten. Er fand sie in den Christen, die, wie der römische Historiker Tacitus ohne nähere Erläuterung in seinen ›Annalen‹ schreibt, … In der ersten systematischen Christenverfolgung der Weltgeschichte ließ er sie zunächst von bestochenen Zeugen denunzieren und dann als Brandstifter nach Methoden hinrichten, die an sadistischer Fantasie nur schwer zu übertreffen waren: So wurden offensichtlich ausgehungerte wilde Hunde auf Christen losgelassen, die in Tierfelle eingenäht waren und sich als wehrlose Opfer zerfleischen lassen mussten. Andere wurden wie Jesus ans Kreuz geschlagen oder sie dienten, in leicht brennbare Lumpen gehüllt, als lebende Fackeln zur Illumination der kaiserlichen Gärten. Wie der bereits erwähnte Tacitus berichtet, waren diese Parks eigens zu dem Zweck geöffnet worden, damit sich die Bürger Roms im Beisein Neros in einer Art und Weise amüsieren konnten, für die es in heutigen Gesellschaften glücklicherweise keine Parallele mehr gibt.“

„In der ersten systematischen Christenverfolgung der Weltgeschichte“

Die Geschehnisse sind überwiegend durch Tacitus bekannt. Und er hat nicht nur über die „Strafe“ sondern auch über das „Gerichtsurteil berichtet.

„Hasses gegen das Menschengeschlecht“ – „Mit den zum Tode Verurteilten trieb man ein grausiges Spiel“

>>Triumph einer Untergrundsekte von Holger Sonnabend (Buch) <<

„Nero veranstaltete unter den Christen von Rom ein grausames Strafgericht. Wegen »Hasses gegen das Menschengeschlecht« wurden sie, die die Nächstenliebe als Idee in die Welt gebracht hatten, zum Tode verurteilt. Der römische Historiker Tacitus, selbst alles andere als ein Freund der Christen, hat das Szenario genau beschrieben: »Mit den zum Tode Verurteilten trieb man ein grausiges Spiel. In Tierhäuten steckend wurden sie von Hunden zerrissen oder ans Kreuz geschlagen und angezündet, um als Fackeln für die nächtliche Beleuchtung zu dienen, sobald der Tag zu Ende gegangen war. Nero hatte für dieses Schauspiel seine Gärten zur Verfügung gestellt. Er gab auch ein Zirkusspiel und mischte sich als Wagenlenker verkleidet unter das Volk oder stellte sich auf einen Rennwagen.« Nicht alle Zuschauer sollen von dem Gebotenen begeistert gewesen sein.“

„In Tierhäuten steckend wurden sie von Hunden zerrissen“

Trotz dieser furchtbaren Geschehnisse lassen sich doch interessante Rückschlüsse über die frühen Christen im Römischen Reich ziehen. Neben der Verurteilung und Hinrichtung von Christen muss es eine Art von „Öffentlichkeitsarbeit“ gegeben haben: Anders konnte der „Hass auf Christen“ nicht gestreut werden.

„Fremdenhass“ – „Ziel einer öffentlichen Kampagne“

>> Die Christen – Expedition zu einem unbekannten Volk von Uwe Bork (Buch) <<

„Zum einen gab es offensichtlich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt so viele christliche Gemeinden, dass sie zum Ziel einer öffentlichen Kampagne dienen konnten, der man durchaus das Etikett »Fremdenhass« aufkleben könnte. Nur einige wenige über das schon damals zur Millionenstadt angewachsene Rom verstreute Anhänger des neuen Glaubens wären für ein solches Hassprojekt schlicht zu wenig gewesen.“

„Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt so viele christliche Gemeinden, dass sie zum Ziel einer öffentlichen Kampagne dienen konnten“

Das Christentum muss also bereits zu dieser Zeit ein ernstzunehmender Faktor gewesen sein. Abgesehen von der Hinrichtungsmethode sind schon gewisse modern Grundzüge einer öffentlichen Kampagne zu erkennen. Statt einzelne Täter zu bestrafen, wird pauschal eine bestimmte Gruppe von Menschen zum Hassprojekt erklärt.