Malediven und die Endzeitpropheten: Warum die Inseln alle 30 Jahre untergehen sollen

Screenshot youtube.com

Die Malediven sollen von Weltuntergang bedroht sein – so oder ähnlich titelt der staatliche Rundfunk. In einer menschengemachten Katastrophe, soll eine neuzeitliche Sintflut, die Inseln und deren Einwohner verschlingen. Die Apokalypse kann aber nach Lesart der Staatsmedien noch abwendet werden. Das Dumme an der Erzählung: Infolge ähnlichen Meldungen, sollte dies eigentlich schon längst geschehen sein.

>>Staatsfunk „Planet Wissen“ <<

„Schon bald könnten sie für immer im Meer versinken, die traumhaften Inseln der Malediven. Durch den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel sind sie vom Untergang bedroht. … Die Malediven sind das am niedrigsten gelegene Land der Erde: Ihre höchste Erhebung misst gerade mal 2,4 Meter. Die geringe Höhe über dem Meeresspiegel ist gleichzeitig ihr größtes Problem: Denn wenn der Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung weiterhin steigt, wird die Inselgruppe bis zum Jahr 2100 zum größten Teil überflutet sein.“

Bis zum Jahr 2100 sollen angeblich die Malediven versunken sein. Das Blöde an dem Märchen, eigentlich müsste die Inselgruppe bereits schon längst unter den Meeresspiegel liegen. Eine Meldung der französischen Presseagentur „Agence France-Presse“ besagt, dass die Inseln bereits in 30 Jahren untergehen sollen, ausgehend von Zeitpunkt im Jahr 1988. Demzufolge dürften es bereits keine Malediven mehr geben. Normalerweise sind solche Vorhersagen, nur von Weltuntergangsekten bekannt, sollte der Weltuntergang zum gewünschten Termin nicht eintreten, wird einfach eines neues Datum benannt und das geht solange, bis es sich irgendwann tod läuft. Dies hat wenig mit Wissenschaft oder Journalismus zu tun.

>>Staatsfunk „Planet Wissen“ <<

„Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Inselstaates, doch er bringt viele Probleme mit sich: Eine wachsende Zahl von Urlaubsflügen erhöht die umweltschädlichen CO2-Emissionen. Die zahlreichen Hotelketten produzieren Unmengen von Müll, die irgendwo entsorgt werden müssen. Von manchen Hotelbetreibern werden ganze Inseln umstrukturiert, um den hohen Ansprüchen der Touristen gerecht zu werden. „Landscaping“ nennt sich das Vorgehen, bei dem tonnenweise Sand auf den Inseln verschoben wird – ein enormer Eingriff in den Naturhaushalt. Und auch Taucher, die sich unvorsichtig in den Riffen bewegen, belasten das sensible Ökosystem der Inseln.“

Wer tatsächlich mal die Inseln besucht, sitzt erstmal eine ganze Weile im Flieger und danach geht es entweder per Schiff oder Wasserflugzeug zur irgendeinen Atoll. Von Anstieg des Meeresspiegels ist Vorort aber nicht viel zu merken. Manche Inseln sind allerdings tatsächlich versunken, aber das hat häufig mit der Unvorsichtigkeit mancher Anwohner oder mit den Folgen eines schweren Sturms zu tun. Das sogenannte „Landscaping“ kann mit etwas Glück selbst beobachtet werden. Es sind Baggerschiffe, die Sand von Meeresgrund aufsammeln und damit die Inseln dann vergrößern.

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„Was könnte die Malediven vor dem Untergang bewahren? In erster Linie müssten die Erderwärmung gestoppt und der CO2-Ausstoß gebremst werden. Um das zu bewirken, sind vor allem die Industrienationen gefragt.“

Wer wirklich etwas für die Malediven tun will, sollte dort einfach Urlaub machen, die freuen sich über jeden Touristen.

 

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