Sonderwirtschaftszone Lausitz: Warum man mittlerweile hinter Nordkorea zurückfällt

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Grundzüge einer Sonderwirtschaftszone für die Lausitz reichen praktisch bis zur Wiedervereinigung zurück. Doch seit dem ist – abgesehen von bedruckten Papier – nicht viel passiert. Langwierige bürokratische Prozesse, hohe Steuern und Gebühren können jede wirtschaftliche Entwicklung zum erliegen bringen: Daher verwundert es kaum, dass die Lausitz mittlerweile hinter Nordkorea zurückfällt.

„Bundestagsgutachten zur Lausitz: Sonderwirtschaftszone möglich“

>>Märkische Allgemeine<<

„Bundestagsgutachten zur Lausitz: Sonderwirtschaftszone möglich … Eine Sonderwirtschaftszone Lausitz ist laut einem Gutachten möglich. „Sie wäre ein geeignetes Instrument, um durch mehr Freiheiten und niedrigere Steuern neue wirtschaftliche Impulse zu setzen“, … „Um die Lausitz zu einem besonders attraktiven Wirtschaftsstandort zu machen, sind steuerliche Anreize ein wesentlicher Faktor. Weniger Regulierung und Bürokratie für Unternehmen, eine bessere Verkehrsinfrastruktur und schnelles Internet gehören zu einem attraktiven Gesamtpaket dazu.“

„Eine Sonderwirtschaftszone Lausitz ist laut einem Gutachten möglich“

Tatsächlich sind Sonderwirtschaftszonen keine wirklich neue Erfindung. Die eingerichtete Sonderwirtschaftszone um die Stadt Shenzhen strahlt ihre Wirkung auf ganz China aus. Auch andere Staaten weisen spezielle Gebiete für wirtschaftliche Entwicklungen aus: Von denen manch einer es kaum erwarten würden.

Sogar Nordkorea hat die Vorteile einer Sonderwirtschaftszonen erkannt

Sogar das kleine Land Nordkorea, hat die Vorteile von Sonderwirtschaftszonen erkannt. Die nordkoreanische Staatsführung hat zumindest durchblicken lassen, dass sie auf lange Sicht das Land modernisieren will. Auch die nördlichen Nachbarländer von Nordkorea – namentlich China und Russland – wollen schon alleine aus Eigeninteresse das Land stabilisieren. Zudem locken aussichtsreiche wirtschaftliche Möglichkeiten.

Nordkorea: „Einrichtung der Industriezone Kaesŏng“

>>Nordkorea von Rüdiger Frank (Buch) <<

„Als die Einrichtung der Industriezone Kaesŏng beim ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen im Juni 2000 beschlossen und im August desselben Jahres ein entsprechendes Abkommen zwischen dem Hyundai-Konzern und dem nordkoreanischen Asia-Pacific Peace Committee unterzeichnet wurde, war ich wohl nicht der Einzige, der skeptisch an eine weitere grandiose, aber nicht realisierbare Vision dachte. Doch im September 2004 stand ich inmitten von Staubwolken in der weiten, von Hyundai-Bulldozern bearbeiteten Ebene von Kaesŏng und betrachtete ein wenig ungläubig das damals einzige Verwaltungsgebäude auf dem Gelände sowie das ausgedehnte Containerdorf des Bautrupps. Auf den mir aus Südkorea vertrauten grün-gelben Absperrungen stand neben dem Logo von Hyundai-Asan »anjŏn cheil« (Sicherheit zuerst), und in einer endlosen Kolonne zogen orangefarbene Lastwagen – Marke Hyundai natürlich – an unserer Gruppe aus nicht weniger als acht europäischen Botschaftern nebst einigen Wissenschaftlern vorbei. Die Besichtigung war von der Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert worden, deren Seouler Repräsentant, Ulrich Niemann, einer der Ersten und wenigen war, die die Zeichen der Zeit erkannt und die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel für die Förderung der positiven Veränderungen in Nordkorea eingesetzt hatten. Ein Jahr später besuchte ich erneut die Industriezone. Mit dem rasanten Tempo, das für Südkorea typisch ist, hatte sich die Zahl der Gebäude erhöht, Straßen waren gebaut und sogar schon erste Produktionsstätten errichtet worden. Mit einiger Verzögerung lief 2005 auch das Tourismusprogramm an, und fortan konnten südkoreanische Touristen die historischen Stätten in und um Kaesŏng besuchen.“

„Förderung der positiven Veränderungen in Nordkorea“

Das westliche Bild von Nordkorea ist sicherlich von zahlreichen Vorurteilen geprägt: Manche davon mögen sicherlich ihre Richtigkeit haben. Allerdings ist eine wirtschaftliche Entwicklung eingetreten, die Parallelen zu China durchaus zulassen. Schon heute gibt es in Nordkorea spezielle Industrie- und Tourismusgebiete, die ihren westlichen Pendant in nichts nachstehen. Gewiss kann niemand wirklich die Zukunft vorhersagen, aber die nordkoreanische Führung scheint bestrebt zu sein, diesen eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Warum man mittlerweile hinter Nordkorea zurückfällt

Ganz anders sieht hingegen die Situation in der Lausitz aus. Die Grundzüge einer Sonderwirtschaftszone in der Lausitz reichen praktisch bis zur Wiedervereinigung zurück. Damals ging es noch darum vermeintliche „Blühende Landschaften“ zu schaffen. Seither wurde – abgesehen von bedruckten Papier – nicht viel bewegt. Doch die wirtschaftlichen Folgen der Wiedervereinigung reichen bis in die heutige Zeit zurück. Es lässt natürlich tief Blicken: Wenn man mittlerweile hinter Nordkorea zurückfällt.

 

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Bild: nordvpn.com
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