Sorben in Australien: „Viele Einwanderer ließen sich zunächst in der Gegend von Adelaide und im Barossa-Tal nieder“

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Wie soll ein historisches Sorbisches Gesangbuch seinen Weg ins ferne Australien gefunden haben. Der Kontinent wird sprichwörtlichAm anderen Ende der Welt“ angesehen, obwohl es aus geografischer Sicht nicht ganz richtig ist. Wie auch immer: Das Gesangbuch ist alt und war in dieser Form zuvor vollkommen unbekannt.Es war nicht mal in der Sorbischen Zentralbibliothek registriert.

„Ungewöhnlicher Fund: handschriftliches sorbisches Gesangbuch in Australien entdeckt“

>>Sorbisches Institut<<

„Ungewöhnlicher Fund: handschriftliches sorbisches Gesangbuch in Australien entdeckt – Das Buch beinhaltet auf 107 Seiten 27 obersorbische handgeschriebene Kirchenlieder. Das längste von ihnen umfasst 20 Strophen. Besonders bemerkenswert ist die sehr saubere Handschrift, die sich an gedruckten Schriften orientiert. Dem Gesangbuch beigefügt sind die erste Ausgabe der sorbischen Missionszeitung von Handrij Palman aus dem Jahr 1817 und ein mehrseitiger sorbischer Druck von Chorälen aus dem Jahre 1802, der nicht in der Bibliographie der sorbischen Zentralbibliothek registriert war.“

„Sorbischer Druck von Chorälen aus dem Jahre 1802“ – „Der nicht in der Bibliographie der sorbischen Zentralbibliothek registriert war“

Mit hoher Wahrscheinlichkeit geht es auf Sorbische Auswanderer zurück. Im 19. Jahrhundert sind viele Sorben ausgewandert: Teilweise haben ganze Gruppen an Sorben ihr Glück in Übersee gesucht.

„Wanderten erste Gruppen evangelischer Sorben im Revolutionsjahr 1848 aus“

>>Märkische Allgemeine<<

„Während anfangs nur Einzelne ihr Glück in Übersee suchten, wanderten erste Gruppen evangelischer Sorben im Revolutionsjahr 1848 aus“, sagt Trudla Malinkowa, die mit „Ufer der Hoffnung“ das Standardwerk zur Auswanderung der Sorben schrieb. Zunächst galt Australien als Land der Verheißung.“

Australien: „Zunächst galt Australien als Land der Verheißung“ 

Tatsächlich machten sich im 19. Jahrhundert ganze geschlossene Gruppen von Sorben nach Australien auf. Diese wollten dort einen Neuanfang versuchen und die Sorbische Kultur im Ausland mit Leben füllen.

„September 1851“ – „Von den 128 Auswanderern auf dem Schiff waren 98 Sorben“

>>Ev.-Luth. Kirchgemeinde Hochkirch<<

„Im Jahre 1851 begaben sich zahlreiche Familien aus den Dörfern unserer Kirchgemeinde infolge religiöser Spannungen in der Gegend, der verheerenden Armut durch mehrere Missernten und der latenten Kriegsgefahr auf den Weg, um im fernen Australien einen Neuanfang zu wagen. Im September 1851 fuhren sie mit der Helene los in Richtung Adelaide. Von den 128 Auswanderern auf dem Schiff waren 98 Sorben. Am Heiligen Abend 1851 kam sie schließlich nach einer entbehrungsreichen Fahrt an. Viele Einwanderer ließen sich zunächst in der Gegend von Adelaide und im Barossa-Tal nieder.“

„Viele Einwanderer ließen sich zunächst in der Gegend von Adelaide und im Barossa-Tal nieder“

Die Sorbischen Sieder haben im fernen Australien ganze Ortschaften gegründet. Der überwiegende Teil ging dort der Landwirtschaft nach. Zwar hat sich im Laufe der Zeit das Sorbische im Australien verloren, aber die Lausitzer Gemeinde Hochkirch und die einstige Sorbische Siedlung in Australien pflegen noch heute eine Partnerschaft.