Kulturelle Invasion: „Dass die Invasoren von ihrer inneren Minderwertigkeit überzeugt werden“

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Können 6.000 tot Kinder in irischen Heimen in der Neuzeit einfach heimlich verschwinden? Oder lässt sich sogar ein ganzer Genozid mit Millionen an Toten verheimlichen? Gerade die irische Bevölkerung dürfte auf diese Fragen sehr erstaunliche Antworten liefern. Zumal die Vorgänge – die im Jahr 1169 ihren Anfang nahmen – sich in vielen Teilen der Welt fortsetzten. Denn dieses Kapitel der irischen Geschichte kann auch als kulturelle Invasion bezeichnet werden.

„Es ist ein besonders finsteres Kapitel der irischen Geschichte“

>>Stern<<

„Es ist ein besonders finsteres Kapitel der irischen Geschichte. In einem Heim für ledige Mütter im Städtchen Tuam starben fast 800 Kinder. … Redmond schätzt, dass in insgesamt neun Heimen über Jahrzehnte hinweg nicht weniger als 6000 Kinder umgekommen sind.“

Schätzung: „Insgesamt neun Heimen über Jahrzehnte hinweg nicht weniger als 6000 Kinder umgekommen“ 

Bei genauer Betrachtung stellt sich dieses düstere Kapitel der irischen Geschichte ganz anders dar: Eigentlich kann die irische Insel dabei auf eine lange „Tradition“ blicken, daran sind die Iren selbst weitestgehend unschuldig. Alles hat seinen Anfang mit einer Invasion im Jahr 1169 genommen.

„Geschichte Irlands“ – „Starken anglo-normannischen Einflusses immer wieder eine wichtige Rolle“

>>Irland Reise<<

„In der Geschichte Irlands spielte die Stadt vor allem wegen des starken anglo-normannischen Einflusses immer wieder eine wichtige Rolle. In den Statuten von Kilkenny (1366) wurde die Grundlage für ein Apartheidsregime gelegt. Es war verboten die irische Sprache zu sprechen, irische Kleidung zu tragen, irischen Sport zu treiben und eine anglo-irische Mischehe einzugehen.“

„Es war verboten die irische Sprache zu sprechen, irische Kleidung zu tragen, irischen Sport zu treiben“

Lange bevor sich die Kenntnis von amerikanischen Doppelkontinent verbreitete und England eine Weltmacht geworden ist, da wurde die grüne Insel faktisch kolonisiert. Aber es nicht nur bei einer bloßen militärischen Eroberung geblieben.

„Bis 1653 wurde das irische Leben und die irische Kultur durch Cromwells Völkermordkampagne dezimiert“

>>Ichi.pro<<

„Bis 1653 wurde das irische Leben und die irische Kultur durch Cromwells Völkermordkampagne dezimiert, die die Bevölkerung um die Hälfte reduzierte und über 100.000 Verbannte und 600.000 Tote hinterließ. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war der Gebrauch der Muttersprache vom irischen Parlament, den Stadt- und Kreisregierungen, den Gerichten, dem öffentlichen Dienst und dem Handelsleben verbannt worden. …

Wie der brasilianische Pädagoge Paulo Freire feststellte:

„Damit eine kulturelle Invasion erfolgreich sein kann, ist es wichtig, dass die Invasoren von ihrer inneren Minderwertigkeit überzeugt werden. Wenn sich die Invasoren als minderwertig betrachten, müssen sie notwendigerweise die Überlegenheit der Invasoren anerkennen.“

Iren: „Bevölkerung um die Hälfte reduzierte und über 100.000 Verbannte und 600.000 Tote hinterließ“

Diese englische Politik wurde in de Folgezeit fortgesetzt. Mitte des 19. Jahrhundert setzte in Irland eine große Hungersnot ein, die aber um die englische Bevölkerung – und das übrige damalige Großbritannien – einem großen Bogen machte.

„Von den 8.1 Millionen Iren vor der Hungersnot blieben etwa 6.6 Millionen übrig“

>>Friedrich Glasenapp<<

„Von den 8.1 Millionen Iren vor der Hungersnot blieben etwa 6.6 Millionen übrig; ungefähr so viele Menschen wie heute in der Republik Irland und Nordirland leben. Viele Iren starben damals an Hunger und den Folgen der Unterernährung; viele Iren wanderten besonders in die USA aus. Ausgelöst wurde diese Hungersnot durch die sich rasch ausbreitende Kartoffelfäule; verstärkt und letztlich bis zur Katastrophe verschärft hat die Notlage aber die Wirtschaftspolitik der damals herrschenden englischen Oberschicht. Viele Iren sprechen offen vom Genozid also Völkermord der damals herrschenden Engländer an den Iren und sehen letztlich in dieser irischen Katastrophe den Ausgangspunkt für die Unabhängigkeit der Republik Irland vom Vereinigten Königreich im Jahre 1922.“

„Viele Iren sprechen offen vom Genozid also Völkermord der damals herrschenden Engländer an den Iren“

Diese damaligen Geschehnisse setzen sich beispielsweise bis heute im Nordirlandkonflikt fort. Sicherlich mögen die Geschehnisse auf absehbare Zeit nicht offiziell als Völkermord anerkannt werden, was die irische Bevölkerung mit hoher Wahrscheinlichkeit anders sieht. Für das spätere englische Kolonialreich muss offensichtlich Irland noch eine ganz andere Funktion erfüllt haben. Die faktische Kolonisierung der Insel wurde vermutlich als „Blaupause“ für das viel größere weltumspannende britische Imperium genutzt. Schließlich lassen sich anderen Teilen der Welt durchaus vergleichbare Vorgänge beobachten. Denn das heimliche Verscharren von Kinderleichen kann nicht nur in Irland auf eine „lange Tradition“ zurück blicken.

„Kanada: Kinderleichen unter früherem Kinderheim gefunden“

>>Vatican News<<

„Kanada: Kinderleichen unter früherem Kinderheim gefunden – Auf dem Gelände eines früheren Kinderheims in Kanada sind die Überreste von 215 Kinderleichen gefunden worden. … Bei dem Kinderheim handelt es sich um ein von der katholischen Kirche 1890 eröffnetes Internat für Söhne und Töchter von indigenen Familien nahe der Kleinstadt Kamloops im Westen des Landes. In den 1950er-Jahren waren dort rund 500 Kinder untergebracht; 1969 übernahmen staatliche Behörden die Leitung, 1978 wurde das Heim geschlossen.“

„Gelände eines früheren Kinderheims in Kanada sind die Überreste von 215 Kinderleichen gefunden“

Auch das heutige Kanada geht auf eine englische Kolonie zurück. Ähnlich wie in Irland muss die indigene Bevölkerung dort genauso „gestört“ haben. Zwar mag das Kinderheim katholisch, aber dennoch hat es unter staatliche Kontrolle gestanden und letztere Einrichtung dürfte tonangebend gewesen sein. Zumal sich die dortigen Vorgänge mit der üblichen damaligen Staatsräson decken. Nicht minder wichtig ist die Feststellung von Paulo Freire.

Kulturelle Invasion: „Dass die Invasoren von ihrer inneren Minderwertigkeit überzeugt werden“

>>Paulo Freire<<

„Damit eine kulturelle Invasion erfolgreich sein kann, ist es wichtig, dass die Invasoren von ihrer inneren Minderwertigkeit überzeugt werden. Wenn sich die Invasoren als minderwertig betrachten, müssen sie notwendigerweise die Überlegenheit der Invasoren anerkennen.“

„Wenn sich die Invasoren als minderwertig betrachten“

Gerade dieser Punkt spielt beim Sorbischen Volk eine herausragende Rolle. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung wird es meist „als Trachten tragendes, Eier malendes Volkdargestellt. Es werden Klischees geschaffen und diese immer wieder auf`s neue bedient.

„Warum werden wir in der Berichterstattung immer wieder als Trachten tragendes, Eier malendes Volk dargestellt?“

>>Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (PDF-Datei) <<

„Häufig schloss sich hier die Frage an, wie viele Sorben es überhaupt noch gäbe und ob sich eine sorbische Kultur nicht auf die Ausübung von Folklore beschränke. „Das sieht man doch im Fernsehen“, wurde dabei oft begründet. … Die Gesprächspartner merkten oft an, dass Berichterstattungen häufig mit einer Reduzierung ihrer Kultur auf wenige, auffällige Elemente einherginge, dass sie sich nicht hinreichend präsentiert sähen und eine kultur- wissenschaftlich vorgehende Untersuchung von Fernsehsendungen zum Sorbischen aus diesem Grund längst überfällig sei. „Warum werden wir in der Berichterstattung immer wieder als Trachten tragendes, Eier malendes Volk dargestellt?“, wurde dabei oft von sorbischer Seite gefragt.“

„Berichterstattungen häufig mit einer Reduzierung ihrer Kultur auf wenige, auffällige Elemente einherginge“

Grundsätzlich ist gegen Folklore nichts einzuwenden und es hat an vielen Stellen seine Berechtigung. Doch gerade beim öffentlichen Rundfunk fällt dieser sehr einseitige Schwerpunkt auf und wirkt sich insgesammt negativ auf die Sorbische Minderheit aus.