Synagoge Görlitz: „Entscheidung – Auf der Kuppel den noch fehlenden Davidstern nicht anbringen“

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Seit der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 – respektive der Tag danach – thront auf der Spitze der Synagoge in Görlitz kein Davidstern mehr. An jenen denkwürdigen Tag wurde er heruntergerissen. Nach Willen der Stadt Görlitz soll aber dieser Makel bleiben und das hat schon für viel Empörung gesorgt.

Synagoge Görlitz: „Nach der Pogromnacht 1938 war der Brand in der Görlitzer Synagoge erloschen“

>>Synagoge Görlitz<<

„Am Morgen nach der Pogromnacht 1938 war der Brand in der Görlitzer Synagoge erloschen, die Ausstattung im Innern zu einem Teil vernichtet. Aber der goldglänzende Davidstern prangte noch immer über der Kuppel. Da kletterten einige Männer hinauf und hackten ihn ab.“

Ende des Davidsterns in Görlitz: „Da kletterten einige Männer hinauf und hackten ihn ab“

Jedoch blieben andere Davidsterne erhalten: Denn es waren noch weitere kleinere Davidsterne vorhanden, die augenscheinlich wohl nicht so sichtbar waren. Diese sollten zwar die NS-Diktatur überleben, dafür wurden sie unter der nachfolgenden DDR-Herrschaft entfernt.

„Dieser meterhohe Davidstern war über der gesamten Stadt sichtbar“

>>Alex Jacobowitz (Jewish Community of Görlitz) <<

„Dieser meterhohe Davidstern war über der gesamten Stadt sichtbar, weshalb er von den Nazis in der Kristallnacht niedergerissen wurde. Doch was ist mit den Davidsternen über dem Haupteingang, dem Seiteneingang und dem Kuppelsaal? Diese wurden durch das DDR-Regime entfernt. Diese sollten gleichwertig im Sinne des Denkmalschutzes wieder angebracht werden. Oder sollen die Menschen nur an die Zerstörung der Nazis, nicht aber an die Vernachlässigung und Verwahrlosung der DDR-Führung erinnert werden?“

„Davidsternen über dem Haupteingang“ – „Diese wurden durch das DDR-Regime entfernt“

Allerdings dürfte die DDR-Führung weniger speziell etwas gegen Juden gehabt haben, sondern jegliches religiöses Leben rief beim Politbüro viel Unbehagen hervor: Ulbricht ließ schon mal demonstrativ eine Kirche sprengen. Zwar kann man die Vergangenheit nicht ändern, aber dennoch sollte begangen Unrecht, soweit wie möglich Ungeschehen gemacht werden. Doch bei der Synagoge in Görlitz hat man gegensätzlich Pläne bekannt gegeben.

Fadenscheinige Gründe: „Welche „Grenzen“ setzt der Davidstern?“

>>Alles-Lausitz.de<<

„Welche „Grenzen“ setzt der Davidstern? Dazu passt z.B. die Entscheidung, auf der Kuppel den noch fehlenden Davidstern nicht anbringen zu wollen: „Bestimmte Nutzungen sollen nicht ausgeschlossen werden“ heißt es da und, noch prägnanter: „Es gibt einige in der Stadtverwaltung, die der Meinung sind, dass ein Davidstern möglicherweise Grenzen setzt.“ Welche Grenzen der Nutzung das sein können, kann sich jeder vorstellen. Beziehungsweise welche Gruppierung sich an einem Davidstern möglicherweise stören könnte.“

„Entscheidung – Auf der Kuppel den noch fehlenden Davidstern nicht anbringen“

Die offiziellen Gründe kommen doch sehr Unglaubwürdig daher. Zudem haben staatliche Entscheidungen erst für den schlechten Zustand der Görlitzer Synagoge gesorgt. Sollten das Aufsetzen der Davidsterne unterbleiben, dann würde es quasi eine Fortführung der vergangenen Entscheidungen darstellen. Was im Umkehrschluss bedeutet: Das Entfernen der Davidsterne durch NS-Diktatur und DDR-Regime soll Rechtsstaatlich gewesen sein?

 

–W E R Β U Ν G–

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