Tiny House & Datsche: Minimalismus zum Wohnen – „In der Tat könnte man sie „Kleinsthäuser“ nennen“

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Tiny House – Diese winzigen Häuser gelten als  Raumwunder und diese Art des Wohnens an Beliebtheit gewonnen. Diese Form des Wohnens wird zwar allgemein der als US-Erfindung hingestellt, aber sie war schon zu DDR-Zeiten bekannt und wird – im übertragenen Sinn – mit etwas „frischer Farbe“ erneut präsentiert.

Tiny House – „Raumwunder für das Lausitzer Seenland“

>>Sächsische.de<<

„Raumwunder für das Lausitzer Seenland – Louise Seeliger schrieb ihre Bachelorarbeit in Betriebswirtschaftslehre an der Dresdener Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) über eine „ökonomische und ökologische Übernachtungsmöglichkeit im Lausitzer Seenland“– im Speziellen über richtige Wohnwinzlige, sogenannte Tiny Houses: klein, aber nicht unkomfortabel oder spartanisch ausgestattet. Der Trend zum Leben auf wenigen (dadurch günstigen) Quadratmetern und mit wenig „Krempel“ kommt aus den USA, wo man eigentlich sonst eher in größeren Dimensionen denkt.“

Tiny House – „Ökonomische und ökologische Übernachtungsmöglichkeit im Lausitzer Seenland“

Die Begrifflichkeit „Tiny House“ mag sicherlich aus der USA kommen: Allerdings stellen sich die Abgrenzungen zu „normalen Häusern“ eher als große Schwierigkeit heraus.

„Tiny Houses“ – „Auch wenn es hierzulande keine offizielle Definition davon gib“

>>Tiny Houses<<

„Auch wenn es hierzulande keine offizielle Definition davon gibt, was „Tiny Houses“ sind, so lässt sich aus der wörtlichen Übersetzung des englischen Begriffs („winzige Häuser“) leicht ableiten, dass es sich um die kleinste Form von Wohngebäuden – in der Tat könnte man sie „Kleinsthäuser“ nennen – handelt. In diesem Kontext hört und liest man auch die Bezeichnungen „Mikro-, Mini- und Kleinhaus“, wobei die Grenzen fließend sind.“

Minimalismus zum Wohnen – „In der Tat könnte man sie „Kleinsthäuser“ nennen“

Auch wenn möglicherweise jeder Mensch die „Kleinsthäuser“ anders definieren würde, so haben diese Form des Wohnens zu DDR-Zeiten viele Bürger gekannt. Die Kleinsthäuser waren aber mehr unter der Begrifflichkeit „Datsche“ bekannt.

„Datsche“ – „Das liebste Steckenpferd des DDR-Bürgers“

>>DDR Backbuch – Das Original (Buch) <<

„Als „Steckenpferd“ wurde im DDR-Jargon das bezeichnet, was heute ein „Hobby“ ist. Das liebste Steckenpferd des DDR-Bürgers war aber nicht seine sozialistische Weiterentwicklung, sondern sein Kleingarten. Die Datsche lockte jedes Wochenende die Menschen zu der von ihnen bevorzugten Art der Freizeitgestaltung an. Im Kleingarten brauchte man sich nicht sozialistisch, sondern konnte sich ungezwungen entfalten. Man war unter sich, fühlte sich unbeobachtet, traf sich hier mit Freunden und Verwandten. Das erfreulichste Nebenprodukt der Datsche war die verbesserte Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln – Obst, Gemüse und Kleintieren, Hühner und Eier.“

„Erfreulichste Nebenprodukt der Datsche war die verbesserte Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln“

Diese Form des Wohnens konnte also durchaus als kleine innere Rebellion verstanden werden. Zwar hat die DDR-Führung diese Datschensiedlungen meist geduldet, aber allzu gern wurde es nicht gesehen. Zusätzlich bringen viele Menschen mit ihrer Datsche so manche Erinnerung in Verbindung.

„Datsche“ – „Dieses ganze Selbermach ding im Osten“

>>Hab ich selbst gemacht von Susanne Klingner (Buch) <<

„Ich sehe auch vor mir, wie sie und meine Oma im Sommer in unserer Datsche Brombeersträuche setzen und im Herbst Marmelade einkochen. … Dieses ganze Selbermach ding im Osten, das Anpacken und Improvisierenkönnen, das finden die meisten Ostdeutschen völlig normal, dabei sind das echte Talente.“

„Das Anpacken und Improvisierenkönnen“ – „Das finden die meisten Ostdeutschen völlig normal“

Selbst nach der Wiedervereinigung blieben viele Datschensiedlungen bestehen und wurden weitergenutzt. Mancher wollte gleich lieber das ganze Jahr dort wohnen bleiben und hat – lange nach der Wiedervereinigung – prompt Ärger mit der Behörde bekommen.

„Datsche“ – „Lausitzer kämpfen um den Dauerwohnsitz“

>>Lausitzer Rundschau<<

„Lausitzer kämpfen um den Dauerwohnsitz – Datsche Sie sorgen regelmäßig für Schlagzeilen: Ganzjährig bewohnte Wochenendhäuser. Weil das rechtswidrig ist, wird in der Region seit Jahren darüber gestritten. … Meist fallen Dauerbewohner in Erholungsgebieten lange Zeit nicht auf. Erst wenn Nachbarn darauf aufmerksam machen oder die Verwaltung anderweitig Kenntnis vom Dauerwohnen im Gartenhaus bekommt, muss sie tätig werden.“

„Datsche“ – „Ganzjährig bewohnte Wochenendhäuser“

Allgemein weist diese Form des Wohnens sehr viele Parallelen mit der Bewegung Tiny House Movement auf. Auch andere Ähnlichkeiten sind erkennbar: Denn die Tinyhäuser haben sich längst in der Freizeitkultur etabliert.

„Tinyhäuser“ – „Unterkünfte bei Wake and Beach am Halbendorfer See“

>>Wake and Beach Halbendorf<<

„Unterkünfte bei Wake and Beach am Halbendorfer See – Wir bieten Euch unterschiedliche Familienzimmer für 4 Personen (im Baumhaus und im Strandhäuschen) oder bis zu 6 Personen (in jedem der zwei Tinyhäuser).“

Tinyhäuser als Urlaubsdomizil

>>Eurocamp Spreewaldtor<<

„Die Tinyhäuser erweisen sich auf dem Eurocamp als beliebte Übernachtungsmöglichkeiten für Camper.“

„Die Tinyhäuser erweisen sich auf dem Eurocamp als beliebte Übernachtungsmöglichkeiten für Camper“

Ob nun Tiny House oder Datsche: Diese Minihäuser stellen – vereinfacht – einen Kompromiss zwischen weitgehender Unabhängigkeit und Komfort dar. Die allermeisten dieser Häuser sind entweder direkt in der Natur oder naturnaher Umgebung zu finden.