Umgang mit Geld: Das Ausrüstungsproblem der Bundeswehr

Screenshot solo-alphajet.com

Umgang mit Geld ist eine Tugend: Jedoch mit Tugendhaftigkeit kann die Bundeswehr nicht viel anfangen. Viel Geld fließt in unsinnige Rüstungsprojekte, zeitgleich wird Großgerät ohne Not vorzeitig außer Dienst gestellt und andere Gerätschaften stehen nutzlos herum: Weil keine Mittel zur Wartung zur Verfügung stehen.

>>Zeit<<

„Demnach seien von einem Gesamtbestand von 128 Eurofightern im vergangenen Jahr lediglich 39 einsatzbereit gewesen. Von den älteren Tornado-Kampfjets seien 26 von insgesamt 93 Flugzeugen einsatzbereit gewesen, von insgesamt 72 Transporthubschraubern des Typs CH-53 nur 16. … Vor einer Woche hatte der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), in seinem Jahresbericht festgestellt, die Materiallage bei der Bundeswehr bleibe „dramatisch schlecht, an manchen Stellen ist sie noch schlechter geworden“. Auch die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme sei „dramatisch niedrig“. Viele Soldatinnen und Soldaten seien überlastet und frustriert, sagte Bartels.“

 

>>Kölner Stadt Anzeiger<<

„Trübe Stimmung in Wilhelmshaven – noch auf der Rückfahrt vom erfolgreichen Einsatz gegen somalische Piraten am Horn von Afrika erreichte die Mannschaft im November die Nachricht, dass die „Fregatte Köln“ außer Dienst gestellt wird. Und das geht noch schneller als gedacht. …. Für den Fregattenkapitän ist das Ende der „Köln“ Ausdruck der Veränderungen in der Bundeswehr. Bei der Außerdienststellung des Schiffs gehe es vor allem darum, Personal für andere Schiffe gewinnen zu können, die unter Personalmangel litten. Dass dafür ausgerechnet die „Köln“ ihre Besatzung abgeben muss, hängt auch damit zusammen, dass die 30 Jahre alte Fregatte zum 1. Februar zu einer „Sicherheits-Inspektion“, einer Art „Schiffs-Tüv“, gemusst hätte, was erhebliche Kosten verursacht hätte.“

 

>>Bundeswehr<<

„Von der Luftwaffe wurden zwischen 1979 und 1983 insgesamt 175 Dornier Alpha Jet A (Einsitzer), bzw. AT (doppelsitziger Trainer) angeschafft. 1993 und 1994 wurden die Alpha Jet-Geschwader der Luftwaffe aufgelöst. Es verblieb nur noch die Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck mit 30 Maschinen, welche die taktische Grundausbildung zukünftiger Tornado-Besatzungen bis 1997 durchführte, bevor auch sie aufgelöst wurde und der Alpha Jet bei der Luftwaffe außer Dienst gestellt wurde. Mitte der neunziger Jahre erhielt Portugal von der Luftwaffe 50 ausgemusterte Alpha Jets als Ersatz für ihre veralteten Fiat G-91.“

Verschrottet wird nicht nur die Fregatte Köln, sondern die gesammte Bremen-Klasse. Die Schiffe könnten problemlos noch viele Jahre weiterbetrieben werden. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Alpha Jets: In anderen Staaten fliegen diese Flugzeuge noch heute, teilweise sogar als Abfangjäger. Zur Aus- und Weiterbildung für Piloten hätten sie allemal gereicht. Andere Großgeräte, wie Panzer, Flugzeuge und U-Boote sind reichlich vorhanden, nur in einen – aus Geldmangel – erbärmlichen Wartungszustand. Stattdessen fließt sehr viel Geld in unsinnige Projekte.

 

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