„Wenn die Kinder Bücher von Jurij Brezan im Original lesen könnten“ – Der Niedergang der Sorbischen Literatur

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Jurij Brězan war ein bekannter Sorbischer Schriftsteller gewesen. Im Laufe der Zeit wurden seine Werke in 25 Sprachen übersetzt. In jüngerer Zeit sind herausragende Sorbische Schriftsteller eher selten anzutreffen: Aber es kommt noch viel Schlimmer! Das Bildungsniveau ist mittlerweile so tief gesunken, dass die Schüler nicht einmal mehr die Bücher von Jurij Brězan in Sorbisch lesen können. Mancherorts sollen sogar Lehrer die Sorbische Sprache unterrichten, obwohl sie diese selbst nicht richtig beherrschen.

„Es wäre schön, wenn die Kinder Bücher von Jurij Brezan im Original lesen könnten“

>>Lausitzer Rundschau<<

„Annett Sarodnik hat durchaus Ansprüche an die sorbische Ausbildung in Lausitzer Schulen: „Es wäre schön, wenn die Kinder Bücher von Jurij Brezan im Original lesen könnten.“ Brezan (1916-2006) gilt als einer der bedeutendsten sorbischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Doch um seine Texte lesen und verstehen zu können, seien tiefgreifende Kenntnisse des Sorbischen unabdingbar.“

„Brezan (1916-2006) gilt als einer der bedeutendsten sorbischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“

Neben den allseits beklagten Lehrermangel nimmt zugleich auch die Sprachfertigkeiten der Lehrer ab. In einigen Schule soll die Lehrerin nur „Guten Tag“ auf Sorbisch sagen können.

„Die Lehrerin kann doch gar kein Sorbisch!“ 

>>Neues Deutschland<<

„Die Lehrerin kann doch gar kein Sorbisch! Sie sagt nur immer: ›Dobry źeń.‹« Das ist Niedersorbisch und heißt: »Guten Tag.« Viel mehr von dieser in der Niederlausitz nur noch wenig verwendeten Sprache der slawischen Minderheit beherrscht die Lehrerin angeblich nicht. Dabei soll sie Niedersorbisch unterrichten.“

Niedersorbisch konnte nur Dank privater Initiativen gerettet werden

Zwar ist Sorabistik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin anerkannt, aber an der Universität Leipzig werden – nach eigener Aussage – hauptsächlich Lehrer für Schulen ausgebildet. Literatur und Kultur dürften demnach viel zu kurz kommen. Doch gerade die Sorben waren schon immer ein Kulturvolk gewesen: Denn Jurij Brězan hat weit über Lausitz hinaus an Bekanntheit erlangt.

„Jurij Brězan – Sorbischer Schriftsteller“

>>Sorben.org<<

„Jurij Brězan – Sorbischer Schriftsteller … Seine Werke (vor allem Romane, Erzählungen und Kinderbücher), die er sowohl in obersorbischer Sprache als auch auf Deutsch schrieb, wurden in insgesamt 25 Sprachen übersetzt.“

Jurij Brězan: Seine Werke wurden in 25 Sprachen übersetzt

Viele Sorbische Schriftsteller werden auch unter den ineffizienten Mühlen der Bürokratie übertragen. Die Stiftungsverwaltung der Domowina gibt das Geld offenkundig lieber für „Planstellen“ als für Literatur aus.

Bürokratischer Wasserkopf – „Stiftungsverwaltung nur etwas weniger Geld verschlingt als der gesamte Domowina-Verlag“

>>Technische Universität Dresden<<

„Manches Manuskript liegt beim Verlag und kann nicht veröffentlicht werden. Dass die Stiftungsverwaltung nur etwas weniger Geld verschlingt als der gesamte Domowina-Verlag, hält Prunitsch für einen Kardinalfehler der Kulturförderung. Wenn die Sorben ihre Verlagsproduktion an Belletristik und Periodika nicht mehr aufrechterhalten können, prophezeit er, dann hilft auch kein traditionelles Tanzensemble mehr – dann droht die sorbische Kultur unterzugehen.“

Ohne Literatur: „… dann droht die sorbische Kultur unterzugehen“

Selbst die Technische Universität Dresden muss ein sehr ernüchterndes Fazit ziehen: Ohne eine ausreichende Förderung von Sorbischer Literatur drohe die Sorbische Kultur unterzugehen.

 

–W E R Β U Ν G–

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