Schulen als Verwahranstalten für Kinder

Screenshot globaleneo.org

Unqualifizierte Lehrer, mangelndes Personal und Ausfall von Unterricht prägen das Bild von öffentlichen Schulsystem. Die Schulen mutieren immer mehr zu Verwahranstalten für Kinder. Aufsichtspersonal ist ebenso Mangelware und Gewalt breitet sich zunehmend aus. Die eigentlich Bildungsarbeit müssen hierbei die Eltern machen. Dabei sind diese staatlichen Probleme hausgemacht.

>>News4teachers<<

„Der immer größere Lehrermangel insbesondere an den Grundschulen in Deutschland treibt Blüten. Selten zuvor wurden so viele Seiteneinsteiger für den Schuldienst eingestellt. Berlin zum Beispiel versucht mit einer Werbekampagne, Lehrkräfte aus Österreich in die Bundeshauptstadt zu locken. Hessen und Nordrhein-Westfalen umgarnen pensionierte Lehrkräfte, sich wieder für den Dienst zu melden. Und Bayern bringt jetzt offenbar eine neue Variante ins Spiel: Wie die GEW mitteilt, schränke das Kultusministerium des Freistaats die Möglichkeiten von Teilzeitbeschäftigung für die Lehrkräfte an Grund-, Förder- und Mittelschulen deutlich ein. … Dabei sei der Lehrermangel seit langem absehbar gewesen weitgehend selbst verschuldet. „Obwohl die GEW Bayern immer wieder darauf hingewiesen hat, wurden keine Bemühungen unternommen, den Beruf attraktiver zu machen. Dies erfordert verschiedene Maßnahmen, wie etwa die Eingruppierung aller Lehrkräfte in die Besoldungsgruppe A 13, die Reduzierung der Pflichtunterrichtsstunden auf ein bewältigbares Maß und das Unterrichten in Teams. Selbstverständlich würden auch die zeitgemäße Ausstattung der Unterrichtsräume sowie die Versorgung mit aktuellen Lehrmaterialien zu größerer Attraktivität beitragen“, so meint die GEW.“

 

>>Rheinische Post<<

„Paula Meier (Name von der Redaktion geändert) geht die Geduld langsam aus. Ihr Referendariat hat die 28-Jährige an einem Düsseldorfer Gymnasium gemacht, Abschlussnote: 2,2. Trotzdem ist sie heute arbeitslos. Den Weg zur Agentur für Arbeit beschreibt sie als einen der schwersten ihres Lebens. Um über die Runden zu kommen, muss sie Hartz IV beantragen. „Das ist einfach degradierend. Da studiert man sechseinhalb Jahre und bekommt doch keine Anstellung“, sagt sie. Man habe ihr vorgeschlagen, in Sprachinstituten auf selbstständiger Basis zu arbeiten oder Integrationskurse zu betreuen. „Aber dafür habe ich nicht so lange studiert.“ Vorerst ist die junge Frau wieder zu ihren Eltern in ihr altes Kinderzimmer gezogen. „Die Miete für meine kleine Wohnung konnte ich nicht zahlen“, sagt sie. Meier hat in Bochum Deutsch, Spanisch und Deutsch als Fremdsprache für Gymnasien und Gesamtschulen studiert. „Lehrerin zu sein ist einfach meine Berufung“, sagt die Düsseldorferin. Doch ihrem Beruf kann Meier nicht nachgehen. 24 Bewerbungen habe sie bereits geschrieben, an Gymnasien wurde sie nicht einmal zu einem Gespräch eingeladen. Und das, obwohl in NRW Lehrer händeringend gesucht werden. Die scheidende Schulministerin Sylvia Löhrmann holte sogar pensionierte Pädagogen zurück in den Dienst. Man habe sprichwörtlich jeden Stein umgedreht, um mögliche Einstellungshindernisse aus dem Weg zu räumen, sagte sie noch im Februar. Lehrermangel und der Unterrichtsausfall waren große Themen im NRW-Wahlkampf. … Diese Erfahrung hat auch Meier gemacht. „An einer Schule wurde mir eine Vertretungsstelle als Erdkunde- und Technik-Lehrerin angeboten“, sagt sie. „Das ist doch verrückt, da habe ich fachlich doch gar keine Ahnung von.“ Solche fachfremden Vertretungen sind laut Ministerium möglich. Die Schulen schreiben diese Vertretungsstellen in eigener Verantwortung aus und entscheiden dann selbst, welche Bewerber und Bewerberinnen sie einstellen, heißt es. Vertretungsunterricht sei eine Übergangslösung und eine Möglichkeit, Unterrichtsausfall zu vermeiden.“

Die Misere mit den Leherermangel ist eigenverschuldet: Nach wie vor werden Lehrer gesucht, nur überspitzt formuliert, sollen diese bitteschön keine Ansprüche stellen, im ganzen Bundesland von Schule zu Schule umherreisen und am Besten noch unterm Mindestlohn arbeiten. Nur bleibt diese Politik keineswegs folgenlos.

>>Welt<<

„ür Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), ist Nachhilfe eine „Bankrotterklärung für das Schulsystem“. Lehrer hätten zwar gelernt, ihre Schüler individuell zu fördern. „Leider sind die Rahmenbedingungen aber nicht so, dass Lehrkräfte diese individuelle Unterstützung bieten können. Zum richtigen Lernen sind die Klassen einfach zu groß“, sagt Fleischmann. „Das können wir nicht in Klassen, die immer über 20 Schülerinnen und Schüler oder gar 30 haben.“ Deswegen bleibt auch dem BLLV nichts anderes übrig, als Nachhilfestunden zu empfehlen. Fleischmann sagt: „Das ist ein Teufelskreis. Wenn wir helfen könnten in der Schule, dann bräuchte es dies nicht.“

 

>>Der Standard<<

„68 Prozent der Schüler in Österreich lernen am Nachmittag mit ihren Eltern, bei 26 Prozent ist dies sogar täglich der Fall. Fast ein Viertel der Schüler (23 Prozent) braucht außerdem private Nachhilfe. Das zeigt eine aktuelle Ifes-Umfrage unter 3.100 Eltern im Auftrag der Arbeiterkammer (AK). Insgesamt werden Eltern heuer demnach für Nachhilfe bis zu 110 Millionen Euro ausgeben. 680.000 Schüler bauen auch heuer wieder auf die Unterstützung der Eltern bei Hausübungen oder Prüfungsvorbereitung.“

Die Zahlen für Deutschland im Bezug der Nachhilfe zu Hause, dürften ähnlich ausfallen. Die Schulen mutieren immer mehr zu Verwahranstalten für Kinder und die eigentlich Lernarbeit findet Zuhause oder bei privaten Nachhilfeschulen statt.

 

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