Wie die Messlatte an Kosten für Internet-Schulunterricht in die Höhe geschraubt wird

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Lausitzer Bildung – Videokonferenzen, teure Programme und recht hohe Anforderungen an Breitbandverbindungen und Rechnerleistung. Die Messlatte an Kosten für Internet-Schulunterricht wird häufig auch künstlich sehr weit nach Oben geschraubt. Dabei ist die Breitbandversorgung mit schnellen Internet in der Lausitz noch nicht mal überall gewährleistet.

Wie Arme bei der Bildung hinten herunterfallen

Besonders die Armen fallen bei dieser Entwicklung hinten runter. Sogar die Internetauftritte vieler staatlichen Schulen sind sehr allgemein gehalten und rufen Aufgrund der Aufmachung eher an Erinnerungen an die 1990er Jahre wach.

Internetauftritte vieler staatlichen Schulen ist vielsagend

>>Oberstufenzentrum Lausitz<<

„Sollten Änderungen in der Organisation des Schulbetriebes erforderlich sein, erfolgen zeitnahe Informationen hier auf der Startseite des OSZ Lausitz und/oder auf den Startseiten der einzelnen Abteilungen.“

„Detaillierte Auseinandersetzung mit dem Datentransfer in die USA“

Dagegen fließen aber Unsummen in andere Projekte hin: Dies ruft nicht nur viel Unmut der Eltern wach, sondern an dieser Stelle treten auch rechtliche Bedenken auf.

„Breiter Protest gegen Microsoft 365“

>>Digitalcourage<<

„Breiter Protest gegen Microsoft 365 in Baden-Württembergs Schulen – Eltern beschicken die Ministerin fleißig mit Briefen, in denen sie ihren Unmut gegenüber einer Digitalen Bildungsplattform mit Microsoft kundtun und sich für freie Software wie Moodle aussprechen. … Auf die Frage: „Sollten Baden-Württemberg und Bayern ihr vorläufiges Okay zurückziehen?“ antwortete er:

„Sollten? Sie müssen. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet. Ohne eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Datentransfer in die USA und andere Drittstaaten, denen ein angemessenes Schutzniveau fehlt, sind diese Produkte nicht genehmigungsfähig.“

„Microsoft 365“ – „Diese Produkte nicht genehmigungsfähig“

Neben Gründen aus Datenschutz treten noch ganz andere Probleme auf. Viele Microsoftprogramme sind ausschließlich nur auf Windows-Betriebssystem lauffähig und die verlangen einem recht leistungsstarken Rechner ab. Auch Echtzeit-Videokonferenzen weisen ähnlich hohe Anforderungen auf. Zudem sind für Microsoftprogramme recht hohe Lizenzgebühren fällig. Die Kosten-Messlatte für Internet-Schulunterricht wird also – künstlich – sehr weit nach Oben geschraubt: Aber die Erstattungen werden gleichzeitig herunter gerechnet.

Wie die realen Kosten für Internet-Schulunterricht heruntergerechnet werden

>>Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen<<

„Die Höhe des geltend gemachten Bedarfs ist nach den Preisermittlungen des Senats mit etwa 150 EUR zu veranschlagen, wobei sich der Senat neben dem konkret ermittelten Preis iHv 145 EUR an dem Bedarfspaket „digitales Klassenzimmer“ der Bundesregierung (150 EUR je Schüler) orientiert hat.“

„150 EUR je Schüler“ – Alleine die Lizenzgebühr für das Windows-Betriebssystem kostet das selbe

Alleine die Lizenzgebühr für das Windows-Betriebssystem ist genau in dieser Kostenflughöhe zu finden: Das ist im offiziellen Microsoft Store problemlos nachzulesen. Das Kostenbudget ist in der Praxis also alleine für das Betriebssystem – ohne Office-Programm – aufgebraucht und der Computer zum Anfassen ist damit in noch weitere Ferne gerückt. Wie die Gerichte auf diese abenteuerliche Kalkulation überhaupt kommen: Das muss wohl als Amtsgeheimnis gelten.

Anträge auf Computerausstattung: Wie eine interne Weisung gerichtliche Entscheidungen aufheben

Doch selbst unter Maßgabe freier Programme ist mit diesen lächerlichen Betrag kein vernünftiger Computer zu kaufen. Außerdem sind interne Weisungen durchgesickert, dass diese Anträge auf Computerausstattung durchweg abzulehnen seien. Kurzum: Bestenfalls kann dieser Betrag also nur eingeklagt werden: Mit rechtsstaatlichen Handeln ist diese Verwaltungspraxis wohl kaum in Einklang zu bringen. Hinzu kommt: Die Armut ist längst nicht nur auf Hartz-IV-Empfänger beschränkt.

„Fast ein Drittel kann sich unerwartete Ausgaben unter 1000 Euro nicht leisten“

>>Focus<<

„Armutsgefährdung in Deutschland – Fast ein Drittel kann sich unerwartete Ausgaben unter 1000 Euro nicht leisten – Fast 4,9 Millionen Menschen mussten darüber hinaus beim Essen sparen: Sie konnten sich allenfalls nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten. 12,8 Millionen Bundesbürger sahen sich nicht in der Lage, einen einwöchigen Urlaub außerhalb ihres Zuhauses zu finanzieren.“

„Fast 4,9 Millionen Menschen mussten darüber hinaus beim Essen sparen“ 

Überspitzt: Die eine Hälfte muss durch Hartz IV und andere Hälfte durch hohe Steuern und Abgaben in Armut leben. Zusätzlich ist immer mehr zu merken: Die Amtsträger wollen mit ihren eignen Entscheidungen immer weniger zu tun haben. Der Hartz-IV-Regelsatz deckt – durch Energiewende und Steuern – nicht mal mehr die explodierenden Strompreise ab. Wegen Zahlungsrückständen schnellen die Stromsperren hoch, womit jeglicher Internet-Unterricht als Hinfällig gelten kann.

 

–W E R Β U Ν G–

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