Fiktiver Film „Atomic Blonde“ & echte Operation Rosenholz: „Amerikanische Geheimdienst als einen seiner größten Triumphe“

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Der fiktive FilmAtomic Blonde“ könnte vermutlich ein sprichwörtlicherWink mit dem Zaunpfahl“ und als eine Art „Erinnungshilfe“ für die Angesprochenen dienen. Zwar mag das Handlung des Films in weiten Teilen ausgedacht sein, aber die Parallelen zur echten CIA-Operation Rosenholz dürften dennoch auf der Hand liegen.

„Atomic Blonde“ – Die Verfilmung einer echten Geheimdienstoperation?

Im Gegensatz zur üblichen DDR-Stasi-Tätigkeit wird noch heute äußerst ungern über das Thema gesprochen. Bestenfalls tauchen ein paar unscheinbare Veröffentlichungen auf, aber die tieferen Hintergründe müssen in der Versenkung verschwunden bleiben. Besonders das Erpressungspotential über die Rosenholz-Dateien ist zu einem regelrechten Nicht-Thema geworden.

Fiktiver Film „Atomic Blonde“ & echte Operation Rosenholz: ein echtes Nicht-Thema: „Unterlagen aus den sog Rosenholz-Dateien“

>>Fachanwaltskommentar Arbeitsrecht von Gregor Dornbusch, Ernst Fischermeier & Manfred Löwisch (Buch) <<

“ … eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses gem § 9 KSchG begründen (LAG Nds 16.6.2006, 3 Sa 1534/05). Dazu, dass bloße Unterlagen aus den sog Rosenholz-Dateien idR noch keinen solch dringenden Verdacht begründen, s LAG Berl-Bbg 1.2.2008, 8 Sa 1625/07, EzA-SD 2008 Nr 8 S 6.“

Nicht alles war Stasi: „Hauptverwaltung Aufklärung“ – Ein faktischer Nicht-Geheimdienst der DDR

Häufig tauchen die Rosenholz-Dateien unscheinbare Randnotiz bestenfalls in Fachbüchern auf. Nur selten fällt ein etwas ausführlicheres Licht darauf. Zwar wurde – Dank der freigegebenen Akten – viel über die Tätigkeit der Stasi publiziert: Doch beim „Unterkapitel“ HV A bricht plötzlich der rege Informationsstrom abrupt ab. Die Hauptverwaltung Aufklärungkurz HV A – war gewissermaßen das DDR-Gegenstück zum Bundesnachrichtendienst gewesen.

Hauptverwaltung Aufklärung – Das totgeschwiegene DDR-Gegenstück zum Bundesnachrichtendienst 

Bis heute dringen nur bruchstückhafte Informationen nach draußen und bei Spezialthemen – wie die Rosenholz-Dateien – gehen beinahe alle Türen zu. Die Gründe hierfür reichen bis in die heutige Zeit hinein.

Datenträger mit Kompromat zur Erpressung: „Auf denen etwa 350 000 Datensätze gespeichert sind“

>>Welt am Sonntag<<

„Operation Rosenholz“, das klingt nach John le Carré, nach Schlapphüten, Trenchcoats und Kaltem Krieg. … Die CD-ROM, auf denen etwa 350 000 Datensätze gespeichert sind, … Ein Agent des US-Geheimdienstes hatte Kontakte zu dem in Ost-Berlin stationierten KGB-Obristen Alexander Sjubenko geknüpft. Der wiederum brachte den CIA-Mann mit Prinzipalow und einem KGB-General zusammen. Über diese drei Offiziere gelangten die Mikrofilme nach dem Zerfall der Sowjetunion und den damit einhergehenden Wirren im Sommer 1992 schließlich in die Hände des CIA. Sjubenko und Prinzipalow starben bald darauf unter mysteriösen Umständen. Die „Washington Post“ feierte die CIA-Operation damals als größten Geheimdienst-Coup seit Beginn des Kalten Krieges.“

Tödliches Geheimdienstspiel: „Sjubenko und Prinzipalow starben bald darauf unter mysteriösen Umständen“

Allerdings viele Details über die „Operation Rosenholz“ sind bis heute nicht in Erfahrung zu bringen. Wichtige Protagonisten sind auf seltsame Weise „verstorben“ und die (über)lebenden Agenten wollen offenkundig keine Aussagen machen: Die Gründe hierzu dürften wohl selbsterklärend sein. Am Ende bleiben nur höchst umstrittene Geheimdienstangaben übrig: Die können der Wahrheit entsprechen, aber die können genauso gut frei Erfunden sein.

„CIA gelangte an HV A-Unterlagen («Rosenholz»-Dateien) heran“

>>Endspiel: Die Revolution von 1989 in der DDR von Ilko-Sascha Kowalczuk (Buch) <<

„Inwiefern größere Aktenmengen nach Moskau gebracht wurden, ist bis heute ebenso umstritten wie die Rolle westlicher Geheimdienste. Sicher ist, dass diese ab 15. Januar «vor Ort» waren. Ob sie dabei aber eher Material «beschlagnahmten» oder Personal rekrutierten, liegt nicht offen. Die CIA gelangte an HV A-Unterlagen («Rosenholz»-Dateien) heran, was der amerikanische Geheimdienst als einen seiner größten Triumphe und HV A-Mitarbeiter als bitterste Niederlage bezeichneten. Wann und wie dies geschah, ist nicht bekannt.“

Operation Rosenholz: „Amerikanische Geheimdienst als einen seiner größten Triumphe“ 

Wie die „Operation Rosenholz“ am Ende wirklich abgelaufen sei: Die Frage dürfte – im größeren Kontext betrachtet – wohl eher nebensächlich sein. Viel wichtiger dürfte der Inhalt und die Auswirkungen des kompromittierenden Materials – auch auf die Gegenwart – sein.

DDR-Geheimdienst und das Rosenholz-Dateien-Backup: „Wichtigsten Akten durch den Reißwolf zu drehen – Aber ein Backup blieb erhalten“

>>Amerikas Schattenkrieger von Eva C. Schweitzer (Buch) <<

„Zwar schaffte es die Stasi noch, die wichtigsten Akten durch den Reißwolf zu drehen, aber ein Backup blieb erhalten, auf Mikrofilm gespeichert, verpackt in hitzesichere Stahldosen. Darauf waren die Namen aller Stasispitzel, 280 000 insgesamt, darunter 50 000 Westdeutsche. Das war die sogenannte Rosenholz-Datei. Die CIA – enthüllte der Spiegel, aber erst 2005 – habe die Mikrofilme 1992 von einem KGB-Offizier erworben, der seinerseits eine Kopie vom Geheimdienst des ostdeutschen Brudervolks hatte. Der KGBler hatte sich an die US-Botschaft in Warschau gewandt und 75 000 Dollar für die gesamte Lieferung verlangt. Zunächst wurden die Listen in der CIA-Zentrale in Langley auf Verräter aus den eigenen Reihen durchsucht. Dann wurde erwogen, Stasispitzel im Westen einzusetzen, ohne Bonn Bescheid zu sagen. … Damit haben die US-Behörden nach wie vor ein erhebliches Erpressungspotenzial in der Hand, je nachdem, was die in Amerika zurückgebliebenen Akten noch zutage fördern.“

Mögliche Erpressung durch Rosenholz-Dateien: „Namen aller Stasispitzel, 280 000 insgesamt, darunter 50 000 Westdeutsche“

Die Rosenholz-Dateien üben also nicht nur auf EX-DDR-Bürger, sondern auch auf BRD-West-Bürger einen Einfluss aus. Für gewöhnlich sind Geheimdienstleute – unabhängig welcher Geheimdienst – an wichtigen Schlüsselstellen eines Staats zu finden: Damit können sie nicht nur Spionage betreiben, sondern auch die Richtung eines Landes maßgeblich beeinflussen.

Mögliche Erpressung durch Rosenholz-Dateien: Welche Einfluss übten die EX-DDR-Geheimdienstspitzel aus?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind viele EX-DDR-Geheimdienstagenten – bedingt durch das kompromittierende Rosenholz-Dateien – direkt zur amerikanischen CIA übergelaufen. Und der US-Einfluss auf die – aktuelle – deutsche Politik dürfte ja kaum zu leugnen sein, obwohl wirtschaftlich betrachtet: Die USA eher eine untergeordnete Rolle spielen: Der größte Importhandelspartner ist nicht etwa die USA, sondern tatsächlich ist es China und selbst das kleine Land Niederlande rangiert noch vor dem USA. Die Vereinigten Staaten können nur mit einem großen Außenhandelssaldovereinfacht Schulden – gegenüber Deutschland glänzen.

Wink mit dem Zaunpfahl – Film Atomic Blonde: Der übergroße Einfluss der USA

Der Film „Atomic Blonde“ könnte demnach vermutlich ein sprichwörtlicherWink mit dem Zaunpfahl“ und eine Art „Erinnungshilfe“ für die Angesprochenen sein. Zwar mögen die Protagonisten des Films leicht veränderte Namen tragen, aber die Ähnlichkeit mit deren realen Vorbild dürften wohl jeden Zuseher mit etwas gesunden Menschenverstand ins Auge springen.