Lausitzer Textilindustrie

Screenshot logifuxx.biz

Die Lausitzer Textilindustrie hat eine lange Tradition. Besonders die Stadt Forst in Lausitz, war einst für ihre Tücher bekannt. Nicht wenige sprachen seinerzeit über das „Deutsches Manchester“ in der Lausitz. Viele Einwohner arbeiteten in der Textilindustrie und waren mit der Fertigung oder Verarbeitung von Stoffen beschäftigt.

>>Tourismus-Marketing Brandenburg<<

„Wussten Sie, dass Forst in der Kaiserzeit das Zentrum der deutschen Textilindustrie war? Damals gab es in der Lausitzer Kleinstadt kaum eine Familie, die nicht in irgendeiner Weise mit der Herstellung von Stoffen zu tun hatte. Um die Jahrhundertwende arbeitete etwa jeder dritte der etwa 30 000 Forster in einer der rund 100 Fabriken! In den 1920er Jahren gab es schon über 400 Textilbetriebe in Forst. Deutsches Manchester wurde die Stadt folgerichtig genannt. Die Ära ist längst Vergangenheit. Doch ein sehenswertes Museum hält die Erinnerung wach. Die Geschichte der Tuchmacherei reicht in Forst – wie in der gesamten Niederlausitz – weit zurück. Schon Anfang des 15. Jahrhunderts war sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Die Umstellung auf Maschinenweberei im 19. Jahrhundert brachte den endgültigen Durchbruch.“

 

>>Nahtzugabe<<

„Die kleine Stadt Forst in der Lausitz, direkt an der Neiße und damit direkt an der polnischen Grenze gelegen, war im 19. und frühen 20. Jahrhundert – und zum Teil auch noch in der DDR – eine der der großen deutschen Textilstädte.“

 

>>Humboldt-Universität zu Berlin (PDF-Datei) <<

„Der Begriff «deutsches Manchester» scheint der Stadt Forst, die sich einst nicht ohne Stolz selbst so bezeichnete, dauerhaft aufgeprägt. Veröffentlichungen und Vorträge werben bis heute damit, um die Aufmerksamkeit auf einen langsam in Vergessenheit geratenden einstigen Industriestandort an der deutsch-polnischen Grenze zu lenken. … Die Stadt Forst liegt in der Lausitz, im Südosten des Lan- des Brandenburg, am Westufer der Neiße; heute unmittelbar an der Grenze zu Polen. … Die Anfänge der Tuchmacherei führen zurück ins 15. Jahrhundert, sie wurde nach und nach zur Haupterwerbsquelle. Im 17. Jahrhundert kam es zum Zuzug schlesischer und niederländischer Tuchmacher. Die Wollweberei hat in der Niederlausitz Tradition, für die Schafzucht reicht der karge Boden. 1740/46 erwarb der sächsische Graf Brühl die Standesherrschaft Forst- Pförten (heute der polnische Ort Brody) sowie die Stadt Forst. Graf Brühl richtete in Forst zahlreiche Textilmanu- fakturen ein. Nach dem großen Stadtbrand von 1748 erfolgte der Wiederaufbau der Stadt auf Veranlassung des Grafen Brühl nach einem begradigtem Plan des Dresdner Stadt- baumeisters Johann Christoph Knöffel. … 1844 wurde die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen. Mit der Industrialisierung der Region ging die Förderung der Lausitzer Braunkohle einher: Diese ersetzte nun Torf und Holz zur Dampferzeugung. So ent- wickelte sich in den Städten der Niederlausitz die Textil- industrie, in der Heide der Braunkohletagebau. Die Zahl der Beschäftigten in der Kohle- und Energiewirtschaft stieg bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts kontinuierlich an. 1872 ist mit dem Anschluß an das Eisenbahnnetz mit der Linie Cottbus-Forst ein weiterer wichtiger Schritt für die Entwicklung von Forst getan. Um 1861 wurden circa 2.000 Arbeiter in Forsts Tuchindustrie beschäftigt – bedingt durch den wirtschaftlichen Aufschwung wuchs die Stadt rasch an.“

Die industrielle Fertigung mit Maschinen im 19. Jahrhundert hängt unmittelbar mit den Abbau von Braunkohle zusammen. Nur durch den Zugang von billiger Energie, konnte die Textilindustrie zur Blüte gelangen – ähnlich wie in englischen Manchester.

>>Gemeindeverwaltung Neukirch-Lausitz<<

„Die Wirtschaftsstruktur des Ortes wurde durch die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts geprägt. Es entwickelten sich die Leinen- und Textilindustrie, der Maschinenbau und die typische Töpferei. Der wirtschaftliche Umbruch der zurückliegenden zehn Jahre brachte auch für Neukirch einen Strukturwandel: die Leinen- und Textilindustrie brach fast völlig ein, Kombinatsstrukturen der Betriebe lösten sich auf.“

 

>>Sächsische Zeitung<<

„Der sächsische CDU-Politiker Marko Schiemann hat eine ernüchternde Bilanz zur Entwicklung strukturschwacher Regionen in Ostdeutschland gezogen. Allein in der Oberlausitz habe der Strukturwandel in den 1990er Jahren rund 100 000 Jobs gekostet, in der gesamten Lausitz mindestens 180 000. „

Die Textilindustrie ging erst im Zuge der Wiedervereinigung fast in Gänze unter. Die verlorengegangenen Arbeitsplätze und Wertschöpfung konnten bis heute nicht ersetzt werden. Eine über Jahrhunderte gewachsene Industrie, kann zwar praktisch über Nacht zerstört, aber keineswegs auf die selbe Weise Erschaffen werden. Zwar haben einige Betriebe bis zum heutigen Tag überlebt, aber diese können an die einstige Größe kaum anknüpfen.

 

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