Wirtschaftskrise und Strukturwandel: Die Entlassungswelle rollt unaufhörlich

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Lausitz – Die Wirtschaftskrise ist vermutlich zusammen mit den angedachten Kohleausstieg für einen nachhaltigen Strukturbruch in der Lausitz verantwortlich. Immer mehr Unternehmen schließen ihre Pforten für immer oder blicken auf einen finsteren Abgrund hinunter. Obwohl die Entlassungs- und Pleitewelle bereits rollt, herrscht bei amtlichen Verlautbarungen noch immer Optimismus vor. Aber am Ende der großen Wirtschaftskrise dürfte erst die richtige Tristes einbrechen und das hat durchaus Gründe.

Die Entlassungswelle und Pleitewelle rollt unaufhörlich

>>Radio Lausitz<<

„Neue Unternehmen sollen die Stadtkasse klingeln lassen und 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen. … „Nein! Wir führen Gespräche mit einer Vielzahl von Unternehmen. Es braucht natürlich Zeit. Firmen haben sich gegründet in Weißwasser. Sie warten auf das geplante Industriegebiet“

Zweckoptimismus ohne Substanz: „1.000 neue Arbeitsplätze schaffen“

Jedoch fraglich ist: Ob nach den bedeutungsschwangeren Verlautbarung tatsächlich irgendein Investor aufkreuzt? – Denn sobald Milliarden an Fördergeldern irgendwo bereit stehen, dann sind für gewöhnlich viele fragwürdige Glücksritter nicht mehr fern. Zudem prüfen auch seriöse Unternehmen, ob sie mit eine kleinen unbedeutenden Zweigstelle nicht vielleicht doch eine Milliardensumme abgreifen können. Jedoch das Prinzip des behördlichen Zweckoptimums strahlt überallhin durch.

Die Wirtschaftskrise ist im Regierungsviertel noch nicht angekommen

>>Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung<<

„Wir wollen die beiden sächsischen Braunkohlereviere von einstigen Energieregionen zu Innovationsregionen mit neuer Perspektive entwickeln. Dazu werden wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Regionen neu aufstellen und neue Wirtschaftsbereiche erschließen. … Uns ist besonders wichtig, dass alle Vorhaben zur langfristigen Sicherung bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Strukturwandelregionen beitragen.“

„Vorhaben zur langfristigen Sicherung bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Strukturwandelregionen beitragen“

Den letzten Satz hätte des Ministerium dann lieber doch nicht laut raus schreien sollen: Durch die Wirtschaftskrise rollt eine gigantische Pleitewelle über die Lausitz hinweg. Sogar wichtige Unternehmen schließen – für immer – ihre Türen zu.

Abgewickelt: Ehemalige Zuckerfabrik im Mühlberger

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Die Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Landkreis Elbe-Elster) soll nach dem Willen des Eigentümers Südzucker AG geschlossen werden.“

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu“

>>Sächsisch.de<<

„Schokoladenwerk Kathleen macht zu – „Viele von uns hatten es schon geahnt“, – Wirklich überrascht war man deshalb nicht.“

„Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen“

>>Main-Spitze<<

„Zurzeit drängten Anbieter aus Osteuropa aggressiv auf den Markt, heißt es von Intersnack. Dies sei ein Grund, warum man sich entschlossen habe, das Werk in Krieschow bei Cottbus zu schließen.“

Die Wirtschaftskrise sorgt für eine Pleitewelle

Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Alle Unternehmen geben – entweder direkt oder indirekt – an: Der wirtschaftliche Betrieb so nicht mehr möglich sei. – Eigentlich ein eindringliches Warnsignal, was aber munter ignoriert wird. Denn nur ein paar Kilometer von der Lausitzer Grenze entfernt, da lockt Polen mit niedrigen Steuern und Strompreisen viele Unternehmer an: Die eingerichteten Sonderwirtschaftszonen bieten zudem ein regelrechtes „Rundum-Sorglos-Paketan. Am Ende der langen Wirtschaftskrise dürfte sicherlich das Nachbarland Polen – und sicherlich auch andere Länder – als neuer großer wirtschaftlicher Spieler auf der Bildfläche dastehen.

 

–W E R Β U Ν G–

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