Gefühle statt Fakten – Strukturwandel: „Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit“

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Lausitz – 8.000 Mitarbeiter von der Leag mit zusammen 3.300 Partnerfirmen, sorgen für eine jährliche Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro. Die Bundes- und Landesregierungen habe es sich zur Aufgabe gesetzt: Diese Wertschöpfung oder wahlweise Arbeitsplätze zu ersetzen. Das es gelingt: Daran glauben indes nur Wenige. Dennoch veranstaltet die hohe Politik ganz großes Kino: Pathetische Reden, wechseln sich ab mit großen Versprechungen. Hinter der Maskerade, verbirgt sich aber eine ganz einfache Wahrheit: Die unmerklich zwischen den Zeilen auch durchklingt.

Strukturwandel: Politik fährt ganz großes Kino auf

>>Märkische Allgemeine<<

„Dazu brauche es vor allem Wissenschaft, Forschung und Bildung. „Das sind für uns in Brandenburg die Schwerpunkte“, … „Und in diese Bereiche wollen wir auch massiv investieren.“ Um diese Bereiche werde sich in Zukunft Vieles gruppieren und die Wirtschaft werde sich dabei neu aufbauen können.“

Strukturwandel: Wirtschaftliche Abrissbirne der Lausitz

Viel Substanzielles hat die hohe Politik nicht zu präsentieren. Losgelöst von realen Fakten ist diffus von „Wissenschaft, Forschung und Bildung“ die Rede und daraus sollen auf „wundersame Weise“ Arbeitsplätze entstehen. Wie das genau gehen soll? Das bleibt ein großes Geheimnis. Vermutlich wissen die Politiker nicht mal selbst: Wovon sie eigentlich Reden. Ein Halbsatz bringt dann doch etwas Klarheit: „Verunsicherung in der Bevölkerung abzubauen“ – Es geht also nicht um handfeste Fakten, sondern um ein subjektives Gefühl. Hingegen die Realität: Die bietet genug Potential für reale Verunsicherung.

„Die Zeiten der Großansiedlungen sind vorbei“

>>Dresdner Neuste Nachrichten<<

„Manche Sätze muss man zweimal sagen, bevor sie stimmen. Schon vor drei Jahren hatte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) verkündet: „Die Zeiten der Großansiedlungen sind vorbei.“

Großansiedlungen gingen an

Streng genommen gingen „die Zeiten der Großansiedlungen“ komplett an der Lausitz vorbei. Größere Unternehmen siedelten sich vorwiegend rund um Berlin, Leipzig und Dresden an. Es war die sogenannte Politik der „Leuchttürme“ – sprich: Nur für Ballungsräume standen Gelder bereit. Heutzutage: Im Allgemein ist es ein ziemliches Verwirrspiel. Der eine Minister sagt: „Um diese Bereiche werde sich in Zukunft Vieles gruppieren“ und ein anderer Minister behauptet: „Die Zeiten der Großansiedlungen sind vorbei.“ Die leeren Versprechungen von Blühenden Landschaften sind so alt: Wie die Deutsche Wiedervereinigung. Aber nur die Allerwenigsten haben seinerzeit den Heilspropheten geglaubt.

„Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit“- Nur Wenige glaubten an die „Blühenden Landschaften“

>>Ifo-Institut (PDF-Datei) <<

„Wie bereits in der direkten Nachkriegszeit verließen noch einmal Millionen Ostdeutsche ihre Heimat, diesmal ge­trieben von Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Westdeutschland profitierte ein zweites Mal vom Zuzug junger und gut qualifizierter Menschen aus dem Osten – die nach 1949 gerissene „Teilungslücke“ verdoppelte sich seit 1990 nochmals.“

„Wie bereits in der direkten Nachkriegszeit verließen noch einmal Millionen Ostdeutsche ihre Heimat“

Gemessen an den absoluten Zahlen: War die Wanderdungsbewegung sogar noch höher als vor dem Mauerbau durch die DDR-Regierung. Bedeutet: Das wirtschaftliche Versagen in der Nachwendezeit, war noch größer als zu Zeiten der DDR-Wirtschaft. Dieses Kunststück muss man erstmal schaffen. Und nun wollen die selben Protagonisten: Eine wirtschaftliche Wende hinbekommen. Zweifel sind da durchaus Angebracht. Nach deren Tenor, sollen die Arbeitsplätze in der Baumkohle durch „Andere“ ersetzt werden. Bisher sind nicht mal fern am Horizont greifbare Konzepte erkennbar.

Braunkohle: Eine jährliche Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro

>>Deutsche Handwerkszeitung<<

„Mit seinen rund 8.000 Mitarbeitern sorgt die Leag nach eigenen Angaben zusammen mit 3.300 Partnerfirmen für eine jährliche Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro. Die Lausitz lebt also immer noch von der Stromproduktion aus Braunkohle. Aber der Strukturwandel greift bereits um sich. 60 Prozent der Handwerker blicken mit Sorgen in die Zukunft, wie eine Umfrage der Handwerkskammern Dresden und Cottbus ergab.“

„60 Prozent der Handwerker blicken mit Sorgen in die Zukunft“

Eine Wertschöpfung von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr mit zusammen 3.300 Partnerfirmen: Von direkt Leag-Mitarbeiter, über Zulieferfirmen bis hin zum örtlichen Bäcker hängt alles irgendwie an der Braunkohle. In Wirklichkeit dürfte es nicht darum gehen 1,3 Milliarden Euro an Wertschöpfung pro Jahr zu ersetzen: Sondern nur – Die „Verunsicherung in der Bevölkerung abzubauen“ .

 

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