Bergbau in der Tiefsee: „Länder stecken bereits ihre Claims ab“

Screenshot vimeo.com

Zweidrittel der Erdoberfläche bestehen aus Wasser: Demzufolge liegen auch die meisten Rohstoffvorkommen unter Wasser. Neben der klassischen Erdgas- und Erdölförderung, gewinnen aber auch andere Rohstoffe immer mehr an Bedeutung. Auf diese Weise wird so manches koloniales Erbe – manchmal in Form einer abgelegenen-unwirklichen Insel – aufgewertet.

>>n-tv<<

„Angesichts des Anstiegs der Rohstoffpreise und globaler Verknappungsszenarien rücke die Nutzung mariner mineralischer Rohstoffe immer mehr in den Fokus und könnte mittelfristig größere Bedeutung erlangen, heißt es im „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“ Deutschlands. Auch Unternehmen zeigen Interesse an den mineralischen Schätzen der Ozeane. Der kommerzielle Tiefseebergbau von Metallen könnte also bald Realität werden. Staaten, die über keine eigenen Rohstoffreserven verfügen, könnten etwas mehr Unabhängigkeit von den Exportnationen erlangen.“

 

>>Helmholtz-Gemeinschaft<<

„Tief im Ozean lagern Unmengen wertvoller Rohstoffe. Jahrmillionen alte Gesteinsbrocken beherbergen Metalle, die viele Milliarden Euro wert sind. Bekannt ist das seit Jahrzehnten. Doch obwohl zahlreiche Nationen Interesse zeigen, obwohl die Technik voranschreitet und obwohl der Bedarf an Rohstoffen steigt, lagert der Schatz weiterhin am Meeresgrund. … Die faustgroßen, etwa pfundschweren Manganknollen in 5.000 bis 6.000 Metern Tiefe bestehen vor allem aus Mangan- und Eisenoxiden und sind durch ihren Gehalt an Kupfer, Nickel und Kobalt für die Elektroindustrie und Stahlveredelung interessant. Schicht um Schicht lagern sich die im Meerwasser gelösten Metalle um Kristallisationskerne herum ab.“

 

>>Gollem.de<<

„Der Run auf die unterseeischen Rohstoffvorkommen hat längst begonnen. Allerdings darf nicht jeder nach Belieben auf hoher See den Meeresboden nach Bodenschätzen absuchen. Eine internationale Behörde vergibt Lizenzen dafür. Einige Länder stecken bereits ihre Claims ab und erheben Ansprüche auf Meeresgebiete, die bisher als Hohe See galten: Russland etwa hat 2007 eine Flagge auf dem Lomonossow-Rücken aufgepflanzt, einer Hügelformation unter der Arktis. Der Rücken sei ein direkter Ausläufer des Festlandsockels, begründete die Regierung unter Präsident Wladimir Putin den Vorstoß. Auch Dänemark und Kanada beanspruchen den Rücken. Norwegen will ebenfalls seine 200-Meilen-Zone in Richtung der Polarregion erweitern. Und dass Großbritannien seit Jahrzehnten an ein paar sturmgepeitschten Inseln am anderen Ende der Welt festhält, hat nicht unerheblich damit zu tun, dass die Falklands und Südgeorgien dem Land einen exponierten Zugang zur Antarktis sichern. Andernorts sind die Verhältnisse geklärt. Vor der Küste Namibias etwa. Dort baut De Beers, der weltgrößte Diamantenproduzent, Diamanten ab. Wie an Land werden dafür auch im Meer Löcher in den Boden gegraben – mit Tunnelfräsmaschinen, vergleichbar jenen Ungetümen, die sich in London durch den Untergrund, in Hamburg unter der Elbe hindurch oder in der Schweiz durch den St. Gotthard fressen. Von Abbauschiffen aus werden sie senkrecht zum Grund hinabgelassen und fräsen dann Löcher in den Meeresboden. Der Aushub wird an Bord gesaugt und dort getrennt. Das Ganze spielt sich in relativ flachem Wasser ab, in etwa 90 bis 140 Metern Tiefe.“

Auf der einene Seite, sind die technischen Herausforderungen auf den Weltmeeren natürlich viel höher als vergleichbar auf den Land. Auf der anderen Seite, sind nicht alle Länder politisch stabil und lohnenswerte Vorkommen sind häufig schon ausgebeutet.

 

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