Bundeswehr: Die entmilitarisierte und demoralisierte Armee

Screenshot youtube.com

Mit der Moral und Ausrüstung innerhalb der Bundeswehr steht es keineswegs zum Besten. Viel technisches Gerät steht defekt irgendwo herum, andere wichtige Ausrüstungsgegenstände fehlen gänzlich und moralisch erreicht die Truppe immer neue – bisher ungeahnte – Tiefpunkte: Nur nach außen dringt davon allerdings wenig durch. Denn die Verantwortlichen für diese Misere sitzen ziemlich weit oben im Ministerien.

>>Westdeutsche Allgemeine Zeitung<<

„Der rote Faden im Jahresbericht ist die Mangelwirtschaft. Man kann sie nicht wirklich nachvollziehen, weil die Streitkräfte immerhin einen Haushalt in Höhe von rund 38 Milliarden Euro haben, der bis 2021 auf 42,4 Milliarden Euro steigen soll. Das mag zu wenig sein, aber es sollte genug Geld sein, damit dem Wehrbeauftragten nicht wie auf dem Truppenübungsplatz in Bergen eine Liste mit 15.000 Dingen präsentiert wird, die aus anderen Teilen der Bundeswehr ausgeliehen wurden, „damit wenigstens 1000 deutsche Panzergrenadiere der Nato gefechtsbereit zur Verfügung standen“. Solche Missstände können nicht nur am Geld liegen. Es gibt auch ein Organisationsversagen.“

 

>>Spiegel<<

„Für Heckler & Koch ging es in dem Prozess auch darum, Imageschaden abzuwenden. Die Klage des Unternehmens aus Oberndorf am Neckar wurde vom Bundeswehr-Beschaffungsamt in Koblenz mit Gewährleistungsforderungen ausgelöst. Die Waffenschmiede wehrte sich dagegen mit einer so genannten „negativen Feststellungsklage“ und gewann.“

Die Waffe ist trotzdem billiger Plastikschrott. Jedoch das Unternehmen Heckler & Koch trifft hierbei keine Schuld: Die Bundeswehr hat genau die Waffe bekommen, die es bestellt hat – nur taugt die halt zu rein gar nichts. Und dieses Beispiel ist nur eines von vielen: Viele Ausrüstungsgegenstände fehlen völlig und Fahrzeuge sowie Flugzeuge sind nicht einsatzbereit – weil sie schlicht nicht gewartet werden. Die Liste ließe sich nach belieben verlängern.

>>Focus<<

„Die Vorwürfe richten sich gegen einen Ministerialdirigenten der Abteilung Ausrüstung sowie gegen einen Ministerialrat, der heute als Geschäftsführer der Heeresinstandhaltungsgesellschaft (HIL) GmbH fungiert. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, durch die Beauftragung einer Rechtsanwaltskanzlei die Vermögensbetreuungspflicht verletzt zu haben. Das Netzwerk hatte Ende Februar über mögliche Unregelmäßigkeiten im Vergabeverfahren und Beraterkosten berichtet, die von ursprünglich 400.000 auf mittlerweile 42 Millionen Euro angestiegen sind.“

 

>>Spiegel<<

„Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ („BamS“) in Zusammenhang mit der Beschaffung von mehreren Gewehrtypen. Bereits im März wurden demnach Diensträume des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Demnach richten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unter anderem gegen einen General im Verteidigungsministerium, Mitarbeiter des BAAINBw sowie gegen Verantwortliche eines deutschen Rüstungsunternehmens.“

 

>>Deutscher Bundestag – Verteidigungsausschuss<<

„Seine Beratungen sind oft von hoher Brisanz, deshalb tagt der Verteidigungsausschuss hinter verschlossenen Türen. Es geht schließlich um die Sicherheit des Landes, der Verbündeten und nicht zuletzt um die der Bundeswehrsoldaten im Einsatz.“

Das was da so „geheim“ hinter verschlossenen Türen getagt wird, kann man auch problemlos woanders nachlesen. Die Außengrenzen von Deutschland sind doch vollkommen ungeschützt. Das meiste Material befindet sich im desolaten Zustand und ist mitnichten einsatzbereit. Große Teile der Truppe sind derart demotiviert, dass sie praktisch nur auf den Papier eine Kampfeinheit stellen. Selbst so manch gestanden Offizier ist völlig hilflos bei der Frage: Was er denn überhaupt verteidigen soll? Die Eurozone, die Nato, die Europäische Zentralbank, den Schengenraum, den Hindukusch in Afghanistan, die Europäische Union, die Währung Euro oder etwa gar Deutschland? Es fließen enorme Summen Steuergeld zu den Rüstungskonzernen und die einfachen Soldaten können sich ihre Ausrüstung von ihren geringen Sold im nächstgelegenen Baumarkt kaufen.

 

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