Hausgeburten – Die bessere Alternative

Screenshot huffingtonpost.ca

Bis in dem 1950er Jahren stellten Hausgeburten noch dem Normalfall da, vor allem durch zunehmende Kommerzialisierung verlagerte sich das Geschehen beständig in die Krankenhäuser. Gegenwärtig finden gegen Hebammen und Frauen die sich für Hausgeburten entscheiden zahlreiche Nadelstiche statt.

>>Westfälische Wilhelms-Universität<<

“Denn Hormongaben machten es den Ärzten möglich, den Zeitpunkt der Entbindung genau zu bestimmen. Gedacht war die Methode für Risikofälle, sie wurde aber in manchen Krankenhäusern fast schon routinemäßig eingesetzt. Nicht selten wurden auch vorschnell „sichere“ Kaiserschnitte gemacht, statt auf die Natur zu warten – eine Intensivmedizin, die „Notfälle“ herbeiführte.  Schnell zeigte sich, dass solche gut planbare Geburten zwar für die Ärzte praktisch waren, unter den Eltern aber regte sich Widerstand. Immer mehr Paare fühlten sich um ein natürliches Geburtserlebnis betrogen. Die Kliniken reagierten: Väter durften im Kreißsaal bei der Geburt dabei sein, Krankenhäuser boten Gelegenheit zu „sanfter Geburt”. Endlich konnten auch die Babys den ganzen Tag im Zimmer der Mutter bleiben, statt ihr nur zum Stillen aus dem Säuglingszimmer ans Bett gebracht zu werden. Trotz dieser Anstrengungen aber wurde auch die Hausgeburt langsam wieder populär. Durch Schwangerschaftsvorsorge, aber auch durch moderne Technik, wie etwa tragbare Ultraschallgeräte, sind Hausgeburten heute sicherer als vor 100 Jahren. Das ist unbestritten. … Eine großangelegte niederländische Untersuchung allerdings verglich 530.000 Geburten zu Hause und im Krankenhaus im Zeitraum von sieben Jahren. Ihr Hauptaugenmerk richtete sich auf die Todesrate der Babys während des gesamten perinatalen Zeitraums zwischen der 29. Schwangerschaftswoche und dem siebten Lebenstag. Bei Krankenhaus- wie Hausgeburten lag die Sterblichkeit der Säuglinge innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt bei 0,05 Prozent.”

 

>>Welt<<

“Demnach muss sich eine schwangere Frau am dritten Tag nach dem errechneten Geburtstermin vom Frauenarzt eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ holen, wenn sie ihr Kind zu Hause statt in einer Klinik bekommen möchte. „Das nimmt mir meine Wahlfreiheit“, beschwert sich Svenja Kürschner.”

In erster Linie ist es – ohne Vorweisen von empirischen Daten – eine starke Bevormundung von werdenden Müttern, denn schließlich ist – unabhängig von Geschlecht – jeder selbstständig für seine Gesundheit verantwortlich: Gerichtsverfahren auf Entschädigung bezüglich Behandlungsfehler gegen Krankenhäuser und Ärzten laufen in dem meisten Fällen ins Leere oder enden bestenfalls mit lächerlichen Zahlungen auf Schmerzensgeld. Um solch einem Prozess zu gewinnen muss – über das normale Maß hinaus – von gewöhnlichen Missgeschicken von Ärzten, ein überdurchschnittliches-hohes fachlich-unvertretbares Fehlverhalten nachgewiesen werden – in der Praxis ist das ein fast aussichtsloses Unterfangen. Hinzu kommt der Gegner ist in dem meisten Fällen kein Klinikpersonal – sondern eine finanziell gut ausgestattete Versicherung, welche zahlreiche und jahrelange Prozesse mit teuren Anwälten problemlos durchhalten kann.

>>Hebammen für Deutschland e.V.<<

“Die Vergütungssätze der Hebammen wurden bis 2007 vom Gesundheitsministerium festgesetzt, welches in 20 Jahren lediglich drei Erhöhungen für die Hebammen verhandelte. Seit 2007 sind die Hebammenverbände durch eine Gesetzesänderung (Neueinführung des §134 a SGB V) selbstständig für die Verhandlung ihrer Gebühren mit den Krankenkassen verantwortlich.Vor dem Übergang in die Selbstverwaltung wurde versäumt, die Hebammen auf ein angemessenes Vergütungsniveau anzuheben, sodaß bei späteren Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen das Defizit nie ausgeglichen werden konnte aufgrund des Beitragstabilitätsgesetztes… .”

Screenshot hebammenfuerdeutschland.de

>>unsere-hebammen.de<<

“Aufgrund der kontinuierlichen politischen Arbeit des DHV (Hebammen für Deutschland e.V. , Anmerkung der Redaktion) und der Proteste von Elterninitiativen und Hebammen hat die Politik reagiert. Im Jahr 2012 wurde gesetzlich festgelegt, dass die Krankenkassen die Mehrkosten der Berufsausübung der Hebammen, also auch die Haftpflichtprämiensteigerungen ausgleichen müssen. Dies erfolgte, nach meist zähen Verhandlungen mit den Krankenkassen, über eine Erhöhung der einzelnen Vergütungspositionen. Doch Hebammen, die nur wenige Geburten im Jahr betreuen, konnten damit allein die Prämien nicht mehr erwirtschaften. Im Juni 2014 wurde deshalb der sogenannte Sicherstellungszuschlag gesetzlich festgeschrieben. Nach einem Schiedsspruch von Ende September 2015 sollen jetzt alle Hebammen, die mindestens eine Geburt pro Quartal betreuen, rückwirkend zum 1. Juli 2015 den Sicherstellungszuschlag erhalten. Sie können ihn erhalten, wenn sie bestimmte Qualitätskriterien nachweisen. Die Schiedsstelle hat dabei auch die umstrittenen Ausschlusskriterien für Hausgeburten eingeführt. … Bislang kann jede schwangere Frau über den Geburtsort ihres Kindes selbst entscheiden. Dabei wird sie sachkundig und verantwortungsvoll von Hebammen  beraten. Spricht zum Beispiel etwas gegen eine Hausgeburt, weist die Hebamme auf das Risiko hin und erklärt der Frau die möglichen Konsequenzen. So wird diese in die Lage versetzt, medizinische Faktoren gegen Wünsche und Bedürfnisse abzuwägen und eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen. Diese Wahl der geeigneten Geburtsstätte ist eine absolut individuelle und wichtige Entscheidung. Genau deswegen ist sie auch ein gesetzlich verbrieftes Frauenrecht. Trotzdem wollen die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) Millionen von Frauen dieses Recht künftig verweigern.”

Bei dem laufenden Verhandlungen wollen die Gesetzlichen Krankenkassen Hausgeburten faktisch verhindern: Indem Frauen die Entbindung zukünftig – trotz einer Beratung und Krankenversicherung – selbst bezahlen sollen.

Screenshot taz.de

Dabei geht die Entscheidung von Frauen für eine Hausgeburt auf sehr nachvollziehbare Gründe zurück: Die Antibiotikaresistenz von Keimen insbesondere in Krankenhäusern machen jeden Aufenthalt dort – zu einem unkalkulierbaren Risiko. Auch normale Geburten stellen für dem weiblichen Körper eine enorme Belastung da: Die Abwehrkräfte sind durch dem kräftezehrenden Prozess der Entbindung entsprechend gering und die Anfälligkeit von Keimen nimmt damit proportional zu. Selbst eine unkomplizierte Geburt im Krankenhaus ist für Frauen alles andere als angenehm: Denn ständig kommen und gehen fremde Menschen von Krankenhauspersonal ins Zimmer – hingegen echte medizinische und physische Betreuung sind wegen zahlreichen Einsparungen kaum vorgesehen. Im Gegensatz dazu finden Hausgeburten in einer vertrauten Umgebung mit bekannten Menschen und ohne Krankenhauskeimen statt.

 

 

 

 

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