Sorben in der Lausitz: „Die Verbundenheit zur Heimat stärken“

Screenshot pension-silberbach.de

Das Interesse der sorbischen Sprache wird häufig über den Weg der Kultur geweckt. Besonders Kinder zeigen reges Interesse an Mythen, Legenden und Bräuchen der sorbischen Lausitz.

>>Domowina<<

„Im Bautzener Gebiet werden vor allem je nach Konfessionszugehörigkeit die Tracht der evangelischen Sorben des Bautzener Landes (Trachtenverein Hochkirch, Chor Budyšin) und die katholische Tracht (u. a. Chor Meja) getragen. … Zu festlichen Anlässen werden jedoch entsprechende Festtagsvarianten der Tracht auch von vielen jungen Frauen und Mädchen angelegt. Das gilt besonders für Familienfeiern, die mit einem religiösen Akt in der Kirche verbunden sind (z. B. Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit) und bestimmte kirchliche Feiertage, wie Fronleichnam. Auf diese Weise treten auch die im Alltag nicht mehr lebendigen Trachten der evangelischen Sorben des Bautzener Landes heute wieder stärker in Erscheinung. Rund um Radibor und Storcha wird die katholische Tracht getragen. Obwohl in der heutigen Zeit auch für das sorbische Kulturleben professionelle Künstler und Künstlerensembles, z. B. das Sorbische National-Ensemble und das Deutsch-Sorbische Volkstheater, unverzichtbar sind, spielen Laienkünstler und Volkskunstgruppen nach wie vor eine wesentliche Rolle.“

 

>>Kamenz.de<<

„Sie wundern sich über zweisprachige Ortsschilder, Frauen in reich verzierten Trachten oder religiöse Symbole und Andachtsstellen am Wegesrand? Die Liebe zur eigenen Identität wird groß geschrieben und stolz nach außen gezeigt! Erleben Sie sorbisches Schauspiel im Deutsch-Sorbischen Volkstheater, Tanz- und Musiktheaterproduktionen des Sorbischen National-Ensembles oder Geschichte im Sorbischen Museum in Bautzen, der inoffiziellen „Hauptstadt“ der Sorben.“

 

>>Sächsische Zeitung<<

„Zusammen mit Wilfried Fabian betreute sie Jahr für Jahr das einwöchige sorbische Sprachlager für Schleifer Schüler der 5., 6. und 7. Klassen. Es fand in Schwarzkollm, in Neschwitz, in Bautzen und andernorts statt. „Abseits vom Unterricht legten wir Wert auf praktisches, aktives Sprechen. Wir wollten die Verbundenheit zur Heimat stärken“, erzählt die Lehrerin. In der Schule selbst engagierte sie sich frühzeitig mit für den jährlichen Sorbischen Mittelschul-Tag. Sie brachte sich ein bei der Organisation. Gerade dieser Tag steht allen Interessierten offen. „Das führte dazu, dass auch Schüler, die nicht Sorbisch lernen, anfingen, sich näher für Sorbisch zu interessieren. Das war auch mit Sabina Jurenz‘ Verdienst“, sagt Wolfgang Goldstein, seit 28 Jahren Leiter der Oberschule Schleife. Im Unterricht thematisierte die junge Lehrerin immer wieder die reichen sorbischen Traditionen der Schleifer Gegend. Im Njepila-Hof Rohne nahm sie mit ihren Schülern teil am „Sorbischen Talente-Wettbewerb“. Juliana Kaulfürstowa, Koordinatorin sorbischer Projekte im Kirchspiel Schleife, hatte das Projekt organisiert. „Es kam gut an“, erzählt Wolfgang Goldstein. „Sabina Jurenz schaffte es, dass sogar Jungs aus der 10. Klasse sorbische Gedichte vortrugen. Das war Klasse. Das war eine beachtliche Leistung.“

Besonders Kinder finden über die reichhaltige sorbische Kultur einen leichten Zugang zu Sprache. Neben Brauchtum, Trachten und Theateraufführungen gibt es unzählige Mythen und Legenden – die oftmals einen wahren Kern haben – in der Lausitz. Viele davon spielen sich an realen Orten in der Lausitz, also unmittelbar vor der Haustür ab. Die Legende rund um Krabat ist lediglich die Bekannteste, aber beileibe nicht die einzigste. Die schwarze Mühle des Krabat kann auch in der „Realität“ besucht werden, was auch rege von Touristen genutzt wird. Auf diese Weise kann Kindern spielend, die sorbische Sprache beigebracht werden, ohne Lerndruck ausgesetzt zu sein.

 

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