„Bargeld abschaffen – Damit wir sie mit Negativzinsen besser enteignen können“

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In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen.“ So ein ranghoher Politiker. Die Absichtserklärungen von Politikern sind allgemein mit Vorsicht zu genießen. Walter Ulbricht am 15. Juni 1961: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ – Ungefähr zwei Monate später stand die Mauer, die augenscheinlich: „Niemand errichten wollte“ . Doch das politische Spiel mit gezinkten Karten reicht weit bis in die Antike zurück. Schon Troja wurde mit einer List erobert, doch die Geschichte über das Trojanische Pferd hat einen kaum beachteten – aber umso wichtigeren – Nebenaspekt: Der die Parallelen zur heutigen Verfehlungen zur Euro-Politik und Bargeldabschaffung klar aufzeigen.

„Unser Geschwätz von gestern braucht uns im Zweifelsfall nicht zu kümmern“

>>Inszenierung als Beruf: Der Fall Guttenberg von Oliver Lepsius & Reinhart Meyer-Kalkus (Buch) <<

„Die Regeln des Staates stehen uns, seinen eigentlichen Inhabern, zur freien Verfügung, unser Geschwätz von gestern braucht uns im Zweifelsfall nicht zu kümmern, sofern die Notwendigkeit einer höheren Staatsräson neue Richtlinien erzwingt.“

„Notwendigkeit einer höheren Staatsräson“

Die politische Leitlinie, dass das „Geschwätz von Gestern“ im Zweifelsfall niemanden zu kümmern brauche: Das legte bereits Otto von Bismarck fest. Das Vermögen der gestürzten Könige von Hannover wurde kurzerhand beschlagnahmt und in einem sogenannten „Welfenfonds“ – vorbei am Parlament – als schwarze Kasse angelegt. Manchmal wird der „Welfenfonds“ auch als „Reptilienfonds“ bezeichnet, weil Bismarck es pflegte, seine politischen Gegner als „Reptilien“ zu verunglimpfen.

Schwarze Kassen: Schon 19. Jahrhundert gab es „Reptilienfonds

Auch ansonsten regierte Bismarck in einer Mentalität des latenten – stets abrufbereiten – Ausnahmezustandes. Jeder triviale Anlass war ihm Recht, um einen gesetzlichen Notstand herbei zu phantasieren. In der Regel nutzte er diese Situation, um seine politischen Gegnern kalt zu stellen. Das politische Zusammenspiel von Intrigen und schwarzen Kassen blickt also auf eine lange Tradition zurück.

Geldwäsche und Briefkastenfirmen: Der sprichwörtliche „Elefanten im Raum“

Schon im 19. Jahrhundert waren für „schwarzen Kassen“ kein Bargeld mehr nötig und heutzutage finden die allermeisten Transaktionen bezüglich Geldwäsche, Steuerhinterziehung und kreative Steuervermeidung in einem Sammelsurium aus Briefkastenfirmen und Überseekonten statt. Doch genau diesen sprichwörtlichenElefanten im Raum“ will niemand sehen.

Briefkastenfirmen und Überseekonten: Wer braucht noch Bargeld für Kriminalität?

In der Regel geht dabei die kreative Steuervermeidung und der Erhalt von staatlichen Fördergeld Hand in Hand. Ein ganzes Heer an Anwälten und Beratungsunternehmen mit ausgeklügelten Firmenkonstruktionen stehen hierfür bereit. Das Finanzamt und alle anderen Behörden haben davor schon vor langer Zeit faktisch kapituliert. Selbst die USA und EU haben ihre eignen Steueroasen, die sie nicht antasten wollen. Als Faustformel gilt: Je größer das Unternehmen, desto optimaler kann es diese Firmenkonstruktionen für seine Zwecke einsetzen.

Gläserner Untertan: Die Allmachtsphantasien mancher Politiker

Grundsätzlich hat Steuerwettbewerb auch seine Vorzüge, weil es dem Allmachtsphantasien mancher Politiker reale Grenzen setzt. Das nun ausgerechnet mit Bargeld im großen Umfang Steuern hinterzogen werden sollen: Scheint derartig abwegig zu sein, dass zu so viel Unsinn eigentlich Niemanden mehr irgendetwas Vernünftiges einfällt: Aber genau das ist die offizielle Begründung.

Tatsächlich hat die Abschaffung des Bargeldes längst im großen Umfang eingesetzt

Und ganz anders als amtlich Verlautbart: „In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen.“ – Tatsächlich hat die Abschaffung des Bargeldes längst im großen Umfang bereits eingesetzt.

Mit fünf Geldscheinen einem Kleinwaagen kaufen

>>Historische Fahrzeuge<<

„Der VW-Export kostete damals 4600 DM und erreichte mit seinen 30 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 112 km/h. Im April 1959 erschien der NSU Prinz 30 für 4200 DM (30 PS, Höchstgeschwindigkeit 118 km/h). Im August 1959 erschien der BMW 700 (4760 DM, 30 PS, 120 km/h), der DKW Junior (4950 DM, 34 PS, 114 km/h) sowie der Lloyd Arabella (5250 DM, 38 PS, 120 km/h).“

Der Tausend-Mark-Geldschein war eine echte Hausnummer

Natürlich ließe sich einwenden, dass die damaligen Fahrzeuge nicht mit aktuellen PKW‘ s vergleichbar wären. Allerdings war die Produktivität bei der Herstellung dieser Autos zugleich ebenso geringer. Kurzum: Mit fünf Geldscheinen konnte jeder in dem 1960er Jahren einen Neuwaagen aus heimischer Produktion kaufen. Versuchen Sie das Gleich mal Heute. Das durchschnittliche Jahresgehalt lag um das Jahr 1960 bei lediglich 3.144 Euro oder 6.149 Deutsche Mark. Der Tausend-Mark-Geldschein war – bei seiner Einführung – also eine echte Hausnummer.

Abschaffung des 500-Euro-Geldscheins

Die Abschaffung des Bargeld erfolgt also sowohl über die Inflation, als auch über die Abschaffung von Geldscheinen: Wie der 500-Euro-Banknote. Die schleichende Abschaffung des Bargeldes hat aber – im Wesentlichen –  einen ganz anderen Hintergrund.

„Als wir merkten, dass wir in die falsche Richtung liefen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“

>>Der Draghi-Crash von Markus Krall (Buch) <<

„Sie alle haben ja bestimmt schon von den berühmten Fünf-Jahres-Plänen in der UdSSR gehört, die immer übererfüllt, aber nie erreicht wurden. Dort, bei GosPlan, wurden sie geschrieben. So was haben wir in Europa hier und heute auch: Die Manipulation des Geldes ist unser GosPlan. Und Herr Draghi ist sein plangläubiger Lenin und seine Entourage das neue geldpolitische Zentralkomitee. Zur Reflexion und Selbstkritik unfähig, ist die einzige Reaktion, zu der diese Institution namens EZB noch fähig ist, wenn ihre Politik versagt hat, nach mehr zu schreien. Wenn es nicht funktioniert, dann hat man nicht genug gemacht, nicht genug Geld gedruckt, nicht genug in die Märkte eingegriffen. Man handelt nach dem Motto: »Als wir merkten, dass wir in die falsche Richtung liefen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.« Und wenn das nicht reicht, dann erfinden wir den Negativzins. Und wenn der nicht reicht, müssen wir ihn erhöhen. Und wenn die Leute dann deswegen Bargeld horten, müssen wir halt das Bargeld abschaffen, damit wir sie mit Negativzinsen besser enteignen können. Enteignen ist dabei die vornehme Umschreibung für berauben.“

„Bargeld abschaffen – Damit wir sie mit Negativzinsen besser enteignen können“

Die sich zwangsläufig verschärfende Wirtschafts- und Währungskrise wird eine Erhöhung der Negativzinsen unumgänglich machen. Doch das Horten von Geld oder Edelmetallen: Das verursacht ebenso Kosten. Denn die dafür notwendigen Sicherheitsvorkehrungen sind keinesfalls Kostenlos zu haben: Genau an dieser Grenze orientiert sich offensichtlich die Höhe von Negativzinsen.

Tresore müssen wachsen – weil Geldschein immer Kleiner werden

Vereinfacht: Das durchschnittliche Jahresgehalt hätte in dem 1960er Jahren noch problemlos in ein kleines Portmonee gepasst, heutzutage müsste es schon ein ziemlich großer Koffer sein: Wobei die inflationsbereinigten Realeinkommen mitnichten gestiegen sind. Kurzum: Die Tresore müssen wachsen, weil die Geldscheine immer mehr Volumen einnehmen und zugleich deren Kaufkraft – durch die Inflation – ständig weiter sinkt. Zusammengefasst: Bargeld und Edelmetalle sind der natürlichen Feinde von Negativzinsen. Aber nur über Negativzinsen kann der Euro – noch eine Zeitlang – gerettet werden.

Der Euro als Trojanisches Pferd

Die Abschaffung – oder starke Einschränkung – von Bargeld ist demnach unausweichlich: Aber das wird wohl kaum ein verantwortlicher Politiker offen aussprechen. Die Politik der Europäischen Zentralbank wird letztlich enormen Schaden anrichten und die Parallelen zum antiken Troja springen einen dabei regelrecht ins Auge: Schon im antiken Troja gab es – neben der allgemeinen Euphorie – warnende Stimmen: Das Trojanische Pferd sei nur eine List, um ein ganz anderes Ziel zu erreichen. Auch heutzutage gibt es Stimmen, die vor der desaströsen Euro-Rettungspolitik und all dem damit verbundenen Folgen warnen.

 

–W E R Β U Ν G–

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