„Kleine Währungsreform“ – Goldverbot & Negativzinsen beim digitalen Euro? – „Einen gewissen Prozentsatz unter der Verzinsung“

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Goldverbot – Schon mal etwas von einer Währungsreform der USA im Jahre 1933 gehört? Formal hat es zu dieser Zeit nie eine Währungsreform gegeben und die Währung US-Dollar ist bis in die Gegenwart gültig. Allerdings ist es nicht die ganze Wahrheit und etwas vergleichbares könnte sich beim digitalen Euro abspielen.

„Sicherheitskräfte und Polizei durchsuchen Privatwohnungen“ – „Schließfächer und Tresore werden aufgebrochen“

>>Focus<<

„Sicherheitskräfte und Polizei durchsuchen Privatwohnungen. Schließfächer und Tresore werden aufgebrochen. Der Gegenstand der staatlichen Begierde: Gold. Schwer vorstellbar? Es hat immer wieder Verbote des privaten Goldbesitzes gegeben. Bei einem generellen Goldverbot geht der Staat davon aus, dass die freiheitsliebenden Bürger eben nicht alle ihre Münzen und Barren freiwillig abgeben. Das ist übrigens eine Lehre aus den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Im März 1933 verbot US-Präsident Franklin D. Roosevelt per „Emergency Banking Act“ den privaten Goldbesitz im Inland. Notabene: Die USA waren in den 30ern schon lange eine Demokratie.“

„1933 verbot US-Präsident Franklin D. Roosevelt per „Emergency Banking Act“ den privaten Goldbesitz im Inland“

Die damaligen Geschehnisse sind weder ausgedacht, noch übertrieben. Indes wird wenig über die Schattenseiten des Goldstandards von Währungen geschrieben. Und es nimmt teils kuriose Züge an: Das Edelmetall Gold wird teilweise bei goldgedeckten Währungen geächtet.

„Gesetzliche Ächtung von privatem Edelmetallbesitz“

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„Wie sehr Hartgeld mit dem Ende des Goldstandards geächtet war, zeigt die Stärke der repressiven Maßnahmen selbst in einem demokratischen, rechtsstaatlichen Land wie den Vereinigten Staaten. Roosevelt setzte, als er den 1933 suspendierte, auch die gesetzliche Ächtung von privatem Edelmetallbesitz durch. Mit der »Executive Order 6102« war US-Bürgern das Halten von Goldmünzen und -barren oberhalb der Freigrenze von 100 Dollar (etwa vier Unzen) streng verboten. … Wo sich die Besitzer weigerten, schlug die Staatsmacht erbarmungslos zu und beschlagnahmte das gelbe Metall. Zuwiderhandlungen gegen das Goldverbot konnten mit hohen Geldstrafen oder mit Gefängnis bis zu zehn Jahren geahndet werden.“

„Zuwiderhandlungen gegen das Goldverbot“ – „Gefängnis bis zu zehn Jahren“

Orwellscher Doppeldenk beim Goldstandard: Goldbesitz kann gut und gleichzeitig schlecht sein. Der Besitz von Gold bei der Regierung ist gut und beim Bürger schlecht. Natürlich kann der Goldstandard von Währungen seine Vorzüge haben. Die Reichsmark war bis zum Jahr 1914 ebenfalls goldgedeckt, ohne eine vergleichbare radikale Vorgeschichte. Trotzdem kommt die Frage auf: Wie es dazu kommen konnte?

„Für den Staat stellt sich die Frage: Wie kann man die Anleger dazu bringen, Anleihen trotz negativer Realzinsen zu kaufen?“

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„Für den Staat stellt sich die Frage: Wie kann man die Anleger dazu bringen, Anleihen trotz negativer Realzinsen zu kaufen? Die Investoren verlieren ja real an Vermögen. Die Mittel sind Überzeugung oder Gewalt. Beides hat es in der Geschichte gegeben. Das einfachste Mittel ist eine Zinskontrolle. … Dabei wird der Zinssatz gesetzlich festgelegt oder es wird eine obere Grenze fixiert. Durch gleichzeitige Kapitalverkehrskontrollen kann der Staat Vermögensabflüsse ins Ausland verhindern. Ein anderer Weg sind Zwangsanleihen, typischerweise zur Finanzierung von Kriegen oder einem Wiederaufbau nach einem Krieg oder einer Naturkatastrophe. Diese wurden zwangsweise angedient. Jeder musste sie kaufen.“

„Zinskontrolle“ – „Dabei wird der Zinssatz gesetzlich festgelegt oder es wird eine obere Grenze fixiert“

Zur Vollständigkeit: All diese radikalen Maßnahmen – inklusive Goldverbot – schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern diese können gleichzeitig zur Anwendung kommen. Wie man es dreht und wendet: Unterm Strich läuft es fast immer auf ein Verlustgeschäft für die Bürger hinaus.

„Im Anschluss an das Goldverbot wurde der Dollar um 43 % gegenüber Gold abgewertet“

>>Die Schuldenlawin von Bert Flossbach & Philipp Vorndran (Buch) <<

„Der Staat kann auch auf anderem Wege in die Anleihen drängen, nämlich indem er Alternativen verbietet. So haben die USA 1933 den Besitz von mehr als 100 Dollar in Gold untersagt, was damals etwas weniger als 5 Unzen bedeutete. Wer nach dem Verbot mehr als erlaubt besaß, musste mit bis zu zehn Jahren Haft oder einer Geldstrafe von 10.000 Dollar rechnen. Im Anschluss an das Goldverbot wurde der Dollar um 43 % gegenüber Gold abgewertet. Man muss dabei bedenken, dass damals kein freier Wechselkurs existierte. Das Verhältnis der Währungen untereinander wurde ausschließlich über die Parität zum Gold definiert. Damit verlor der US-Bürger auf einen Schlag 43 % gegenüber anderen Währungen wie dem Britischen Pfund. Insofern erlebte die USA im Jahre 1933 eine kleine Währungsreform, nur dass es die Bevölkerung – so es sich nicht um Goldbesitzer handelte – nicht mitbekam.“

„Besitz von mehr als 100 Dollar in Gold untersagt“ – „Erlebte die USA im Jahre 1933 eine kleine Währungsreform“

Inwieweit eine „Währungsreform“ hier nun vorlag: Darüber kann sich jeder selbst seine eigenen Gedanken machen. Nichtsdestotrotz drängt sich die Frage auf: Wieso sollen die damaligen Geschehnisse in der Gegenwart relevant sein? Es steht ebenfalls eine „Währungsreform“ vor der Tür, die ebenfalls so nicht genannt werden darf.

„Ein digitaler Euro“ – „Privatpersonen und Unternehmen könnten gleichermaßen mit ihm bezahlen“

>>Europäische Zentralbank<<

„Ein digitaler Euro – Ein digitaler Euro wäre genau wie Euro-Banknoten ein Euro, nur eben in elektronischer Form. Das Eurosystem (die EZB und die nationalen Zentralbanken des Euroraums) würde ihn ausgeben. Privatpersonen und Unternehmen könnten gleichermaßen mit ihm bezahlen. Das Euro-Bargeld würde durch ihn nicht ersetzt, sondern ergänzt.“

Wer soll die inflationsgeschädigte Währung Euro verteidigen?

Nur bleibt die Frage offen: Wie lange dieser Zustand als „Ergänzungswährung“ erhalten bleibt? Die hiesige Inflation wird sicherlich ihren Teil dazu beitragen. Unabhängig davon: Wie soll der digitalen Euro überhaupt funktionieren? Insbesondere die Guthaben in dieser Währung sehen ganz anders aus.

Warum das Horten von Bargeld innerhalb des digitalen Euros nicht funktioniert?

>>Europäische Zentralbank<<

„Sollten Guthaben in digitalen Euro verzinst werden, so würden Guthaben von Privatpersonen für den alltäglichen Zahlungsbedarf (also die erste Guthabenstufe) mit null oder positiv verzinst, also niemals schlechter als Bargeld. Die Verzinsung der zweiten Guthabenstufe sollte einen gewissen Prozentsatz unter der Verzinsung von als sicher geltenden Vermögenswerten liegen. Damit soll vermieden werden, dass der digitale Euro als Geldanlage genutzt wird, weil Zentralbankgeld der Vermögenswert ist, der Sicherheit und Stabilität am besten vereint.“

„Einen gewissen Prozentsatz unter der Verzinsung“ – Negativzinsen für das Halten von digitalen Euro

Angenommen, die erste Guthabenstufe wird mit null Prozent verzinst, dann wird die zweiten Guthabenstufeeinen gewissen Prozentsatz unter der Verzinsung“ liegen. – Was logischerweise auf Negativzinsen hinaus laufen würde. An dieser Stelle wäre ein Goldverbot der nächste logische Gedanke: Denn bevor Negativzinsen greifen, werden viele Menschen vermutlich ihr Geld lieber ins Edelmetall stecken, was dann als Ausgangsbasis für ein flächendeckendes Goldverbot dienen könnte.