„Wertverfall des Geldes und damit zu einem Verlust seiner Kaufkraft führt“ – Nach der Inflation ist vor dem digitalen Euro? (1)

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Die Inflation soll nur ein vorübergehender – teilweise einmaliger – Effekt sein. Aber an dieser Sichtweise dürften manche Beobachter ihre Zweifel äußern. Schon seit der Einführung ist der Euro bei vielen Menschen als „Teuroverschrien. Die stete Geldentwertung hat sich lediglich nochmal beschleunigt und dieses Tempo dürfte sich mittelfristig verfestigen: Auch wenn die Europäische Zentralbank zu beschwichtigen versucht.

„Höhere Inflation schwächt die Kaufkraft“ – „Weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor“

>>Der Tagesspiegel<<

„Die Menschen in Deutschland müssen einen weiteren Preissprung verkraften. … Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor. … Aus Sicht der Notenbank ist der jetzige Anstieg der Inflation in Deutschland und im Euroraum vorübergehend.“

„Anstieg der Inflation in Deutschland und im Euroraum vorübergehend“

Die Goldbindung des US-Dollar wurde – laut US-Präsident Nixon – ebenfalls nur vorübergehend (Orginal: „temporary“ ) außer Kraft gesetzt: Das war im Jahr 1971 gewesen. Zumal fast alle Indikatoren auf eine dauerhaft hohe Inflation hindeuten.

Warum die hohe Inflation kein vorübergehender Effekt sein kann?

>>Agrarheute.com<<

„Die steigenden Verbraucherpreise sind jedoch nur eine Seite der Medaille und spiegeln für die Landwirte auch den Anstieg der Erzegerpreise für Getreide, Pflanzenöle, Milchprodukte und Rindfleisch wider. Auf der anderen Seite explodieren die Kosten. Und das offenbar erheblich stärker als die Erlöse.“

Neue Inflationswelle: „Auf der anderen Seite explodieren die Kosten“

Diese Kostenexplosion bei Landwirten wird sich zeitversetzt später an der sinnbildlichen „Ladenkasse“ bemerkbar machen. Ein Ende der Preisspirale ist also nicht in Sicht. Nichtsdestoweniger war diese Teuerungswelle abzusehen. Mehr noch: Bei den vielen Privatinsolvenzen zeichnen sich die praktischen Folgen längst schon ab.

„Privatinsolvenzen steigen sprunghaft an“

>>Versicherungsbote<<

„Privatinsolvenzen steigen sprunghaft an – Die Privatinsolvenzen in Deutschland sind … um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf einen Rekordwert gestiegen. … Viele Menschen sahen sich plötzlich mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit konfrontiert, Selbstständigen brachen Aufträge weg. … Auch der Anteil der ehemals Selbstständigen, die eine Privatinsolvenz anmelden müssen, steige derzeit stark an.“

„Viele Menschen sahen sich plötzlich mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit konfrontiert“

Natürlich gibt es – wie bei jeder Krise – Profiteure der Inflation. Allerdings dürften die wohl kaum am unteren Ende der sozialen „Nahrungskette“ zu finden sein. Bei einer Geldentwertung – nach klassischen Kriterien – müssten nicht nur die Preise, sondern auch die Gehälter quasi im Gleichschritt steigen. Aber Gehaltsforderungen oder Rentenerhöhungen – und zwar jährlich – von fünf Prozent muten regelrecht Utopistisch an: Dabei wurde nicht mal die kalte Progression berücksichtigt. – Vereinfacht: Mit jeder Inflationsrunde gehen die Realeinkommen nach unten. Alleine die Anzahl der Privatinsolvenzen macht überdeutlich: Die finanzielle Luft zum Atmen ist für viele Menschen sehr dünn geworden. Aber wie sieht eigentlich die öffentliche Definitionshoheit bei der Inflation aus?

„Sie werden staunen“ – „Geben Sie doch einfach selbst mal »Inflation« als Suchbegriff bei Google ein“

>>Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden von Andreas Marquart & Philipp Bagus (Buch) <<

„Geben Sie doch einfach selbst mal »Inflation« als Suchbegriff bei Google ein – Sie werden staunen. In den allermeisten Suchergebnissen wird der Begriff als Teuerung interpretiert. Und nicht etwa von Irgendwem. Nein, angefangen von der Website des Bundesfinanzministeriums bis hin zu Internet-Beiträgen von ARD oder ZDF, überall wird der Begriff »Inflation« mit steigenden Preisen oder Geldentwertung gleichgesetzt. Selbst in einer Broschüre der Europäischen Zentralbank – ihr Titel »Preisstabilität: Warum ist sie für Dich wichtig?« lässt vermuten, dass sie an Jugendliche adressiert ist – heißt es: »Inflation wird im Grunde definiert als ein allgemeiner oder breit angelegter Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum hinweg, der zu einem Wertverfall des Geldes und damit zu einem Verlust seiner Kaufkraft führt.« Die Definition von Deflation schlägt fast überall in die gleiche Kerbe – na ja, wenigstens ist man konsequent.“

„Wertverfall des Geldes und damit zu einem Verlust seiner Kaufkraft führt“

Der Begriff „Inflation“ wird also durch rein staatliche oder staatsnahe Institutionen definiert. Folglich: Eine kritische Betrachtung wird konsequent ausgeblendet. Dennoch sollte die Rolle von Google nicht überbewertet werden: Schließlich mussten selbst die „Google-Chefs“ bei der Bundesregierung regelrecht antanzen. Zudem dürfte die Inflation erst der Anfang sein. Im Prinzip hat die Europäische Zentralbank mit ihrer Aussage durchaus recht: „Aus Sicht der Notenbank ist der jetzige Anstieg der Inflation in Deutschland und im Euroraum vorübergehend.“ – Die Frage lautet nur: Was ist am anderen Ende der „vorübergehenden Inflation“ zu erwarten?

„Allgemeine und anhaltende Erhöhung der Güterpreise, gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes“ 

>>Endspiel von Florian Homm (Buch) <<

„Inflation: Das (lat.) »Sich-Aufblasen«, »Aufschwellen« der Preise bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre eine zu starke Ausdehnung der Geldmenge im Verhältnis zur realen Produktion von Gütern und Leistungen. Das bedeutet nichts anderes, als dass zu viel Geld auf Pump ausgegeben wird. Man lebt über seine Verhältnisse. Die Folge ist in der Regel eine allgemeine und anhaltende Erhöhung der Güterpreise, gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes. Gemessen wird die Inflation entweder durch Preisänderungen von Gütern bestimmter Warenkörbe oder durch den BIP-Deflator, der die Preisänderungen der Güter einer Volkswirtschaft abbildet. … Inflation führt immer zur Geldentwertung. Eine sehr hohe Inflation, die auch Hyperinflation genannt wird, führt zu einer nahezu totalen Geldentwertung, die in eine Währungsreform mündet. Auf Deutsch bedeutet das, dass ihr Geld nichts mehr wert ist, weil man selbst mit sehr großen Summen fast nichts mehr kaufen kann.“

„Eine sehr hohe Inflation, die auch Hyperinflation genannt wird, führt zu einer nahezu totalen Geldentwertung“

Eine Währungsreform? – Das hört sich vielleicht etwas weltfremd an: Doch auf der offiziellen Webseite der Europäische Zentralbank kann dies bereits nachgelesen werden.

„Digitaler Euro“ – „Er würde als Geld in elektronischer Form vom Eurosystem ausgegeben“

>>Europäische Zentralbank<<

„Auch ein digitaler Euro wäre ein Euro – genau wie Euro-Banknoten, nur eben digital. Er würde als Geld in elektronischer Form vom Eurosystem (der EZB und den nationalen Zentralbanken des Euroraums) ausgegeben und könnte gleichermaßen von Privatpersonen und Unternehmen verwendet werden.“

„Digitaler Euro“ – Erst Parallelwährung dann vollständige Ersatzwährung?

Nach der Inflation ist vor dem digitalen Euro? Es erinnert ein bisschen an den ehemaligen französischen Franc, der ebenfalls ständig einer Geldentwertung unterwarfen war und dann als „neue Währung“ – mit neuen Noten und Nennwert immer wieder neu auftauchte. Im 2. Teil werden die genauen Umrisse des digitalen Euros beleuchtet.