Geheimes Netzwerk: Warum der Öffentliche Rundfunk niemals reformiert werden kann

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… das ganze Spektrum der Gesellschaft widerspiegeln.“ Das sagte ein ranghoher Rundfunkfunktionär. Er bezieht sich dabei auf den Rundfunkstaatsvertrag: Wonach der Öffentlichen-Rundfunk, das ganze „Spektrum der Gesellschaft“ abbilden muss. Leider hat diese Rundfunk-Theorie, nicht viel mit der gelebten Rundfunk-Praxis gemein: Einklagen lässt sich dieses Recht ohnehin nirgendwo. Im Endeffekt: Es ist das Spiel Hase gegen Igel. Wenn es um Geld geht, versteckt man sich hinter den Rundfunkstaatsvertrag. Wenn es jedoch um die Einhaltung dergleichen geht, steht plötzlich die Pressefreiheit ganz oben auf der Agenda und das „Spektrum der Gesellschaft“ fällt dann eben mal hinten runter.

Rundfunk: Spektrum der Gesellschaft wird nicht abgebildet

>>Tom Buhrow<<

„Viele sagen sich inzwischen leider: „Ich bezahle nur für das, was ich regelmäßig nutze.“ „Pay as you go“ stellt aber alles, was solidarisch ist, infrage. Ich glaube, es muss beides geben.“

„Ich bezahle nur für das, was ich regelmäßig nutze“

Die selbst Analogie findet bei der Finanzierung der Intendanten statt. Wenn es um das Eintreiben von Rundfunkgebühren geht, steht die Solidarität im Vordergrund: Wenn es jedoch um die Intendantengehälter und deren Renten geht, zählt nur noch das „Ich“ .  Das Jahresgehalt von Tom Buhrow wird auf ungefähr 400.000 Euro geschätzt. Genaue Angaben sind unbekannt. Denn auch wenn es um Transparenz geht, zählt nicht das „Wir“ – sondern auch nur noch das „Ich“ .Wäre der Öffentliche-Rundfunk wirklich so großartig, wäre eine Zwangsgebühr unnötig. Normale Bezahlsender oder Spendenbasierte Angebote basieren allesamt auf Freiwilligkeit. Christoph Schneider  von Amazon Video: “Wer hat denn am Ende wirklich ein Interesse an Zuschauerzahlen? Fachjournalisten vielleicht und die Werbeindustrie. Wir verkaufen keine Werbung.

>>Staatsfunk „Westdeutscher Rundfunk“ <<

„Der Rundfunkrat genehmigt die Niederschriften seiner Sitzungen am jeweils folgenden Termin.“

Psychose-Transparenz beim Rundfunkrat: Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ähnliches spielt sich auch beim Rundfunkrat ab: Die Protokolle imitieren eine Art Psychose-Transparenz. Die Sitzungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und exakte Wortprotokolle – wie bei den Parlamenten – gibt es nicht. Die angefertigten Niederschriften, stellen nur eine knappe Zusammenfassung der abgehaltenen Sitzung da. Kurz um: Die Protokollen zeigen nur das, was die Beitragszahler wissen dürfen. Auch hier, zählt nicht das „Wir“ – sondern nur das „Ich“ . Öffentliche Anstalten die mehrere Milliarden Euro pro Jahr einnehmen und selbst Rundfunk betreiben: Mangelt es offenkundig an einfachen Web-Kameras. – Zumindest dann, wenn es denen in den Kram passt. Aber selbst diese Nichts-Sagenden-Protokolle, sind scheinbar schon viel zu viel Transparenz.

Rundfunkrat-Protokolle zeigen nur das – was die Beitragszahler wissen dürfen

>>Netzpolitik<<

„Das Regime der „Freundeskreise“ in Fernseh- und Rundfunkräten ist schon länger ein Problem für die Legitimation öffentlich-rechtlicher Aufsichtsratsgremien.“

Freundeskreise: Die geheimen Klüngelrunden

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Zu den Sitzungen der beiden Freundeskreise wird man eingeladen, so inoffiziell ist das also gar nicht. … Die Formalisierung der Freundeskreise würde auf jeden Fall dazu führen, dass es mehr als zwei Fraktionen gäbe.“

Freundeskreise: „Problem für die Legitimation“

Die Formalisierung der Freundeskreise würde noch einen weiteren Effekt nach sich ziehen. Die diskreten Runden, würden einfach woanders – unter einen anderen Namen – stattfinden. Alleine die Tatsache, das über „parteipolitischen Präferenz“ geredet wird, zeigt wie nah der Rundfunk am Staat gebaut ist. Das ganze System ist wie eine Hydra aufgebaut: Wenn man einen Kopf abschlägt, wachsen einfach zwei neue nach. Genau hier zeigt sich: Der Öffentliche Rundfunk kann niemals reformiert werden.

Der Öffentliche Rundfunk kann niemals reformiert werden

Würde man versuchen, die Freundeskreise zu verbieten, würde man wohl zunächst abstreiten, dass diese überhaupt existieren: Rein Formal, werden die mit keiner Silbe im Rundfunkstaatsvertrag erwähnt. Wäre ein Verbot tatsächlich erfolgreich, würden sich recht schnell neue Klüngelrunden zusammen finden. Vergleichbares gilt für die Transparenz für den Rundfunkrat. Eine Echtzeitübertragung der Sitzung, würde nur dazu führen: Das eine vorher einstudierte Theaterveranstaltung den Zuschauer vorgeführt wird. Denn die echten Entscheidungen, werden schon heute ganz woanders getroffen.

 

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