Iran: Eine Familie voll Zuversicht trotz Verfolgung, Gefängnis und Flucht

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Zu Besuch bei Christen, die um Jesu willen alles verloren haben

„Bittet, sucht, klopft an, und es wird euch gegeben werden“, schrieb er an die Wand seiner winzigen Zelle. Taher* hoffte, mit dieser Kurzfassung der Worte Jesu aus Matthäus 7 auch andere Christen ermutigen zu können.

___________________

Von Open Doors

___________________

Sicherlich würde nicht jeder künftige Insasse die eigene Familie hinter sich wissen so wie er. Wir haben ihn und seine Familie nach ihrer Flucht aus Iran getroffen, um uns ihren beeindruckenden Bericht schildern zu lassen.

„Der schönste Moment in meinem Leben“

Taher erinnert sich noch gut an den Tag, als er beschloss Jesus nachzufolgen: „Es war, als ob diese Last von meinen Schultern abfiel – diese Last, nach meinem Tod Rechenschaft für meine Sünden ablegen zu müssen, war weg. Es fühlte sich an, als ob ich fliegen würde. Das war der schönste Moment in meinem Leben.“ Aufgewachsen als strenggläubiger Muslim vollzog Taher an diesem Tag eine 180-Grad-Wende. Und er war bereit, wenn nötig alles für Jesus aufzugeben. Immer wieder hatte er von Polizeirazzien bei Treffen von Christen gehört. Doch das hielt ihn und seine Familie nicht davon ab, selbst an solchen heimlichen Treffen teilzunehmen und ihren Glauben mit anderen zu teilen.

Tahers Frau Donya* berichtet, wie eines Morgens die Geheimpolizei vor ihrer Haustür stand: „Der Mann an der Tür gab vor, ein Postbeamter zu sein. Als ich öffnete, stellte er seinen Fuß in die Tür, damit ich sie nicht schließen konnte.“ Die Beamten drangen in das Haus ein, beschimpften Donya und holten ihre Töchter Farah* und Arezoo* ins Wohnzimmer. Sie warfen Tische um und durchwühlten das ganze Haus auf der Suche nach Beweisen für ihren christlichen Glauben. „[In unserer Hauskirche] haben wir häufig ‚I Surrender All‘ gesungen“, sagt Donya, „und wir haben uns immer gegenseitig gefragt: ‚Bist du bereit, alles Jesus hinzugeben?‘“ Als die Geheimpolizei ihr Haus durchwühlte, betete Donya zu Jesus: „Ich bin bereit…“

„I surrender all“

Noch am selben Tag wurde Taher verhaftet und in der Folgezeit regelmäßig zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens verhört – zusätzlich zu weiteren Verhören tagsüber. Sie wollten alles über die Treffen der Christen wissen, für welche Organisation er arbeitete, ob er Geld aus Israel erhielt – und sie wollten die Namen anderer Christen haben. Als er sich weigerte, drohten sie damit, seine Töchter in den Zellentrakt mit Mördern, Vergewaltigern und Schwerverbrechern zu sperren: „Willst du, dass deine Kinder dorthin kommen? Sie werden dort enden, wenn du nicht kooperierst. Du musst uns die Namen geben, sofort!“ Als Vater wollte Taher eigentlich nur seine Familie beschützen. Es war die schwerste Prüfung seines Glaubens, aber er wusste, dass seine Frau und seine Kinder das gleiche Lied gesungen hatten: „I surrender all“. Und er wusste: Sie wünschten sich, dass er für Jesus standhalten würde. Er nannte keinen einzigen Namen.

Nach seiner Entlassung folgte der Geheimdienst Taher und seiner Familie auf Schritt und Tritt. Er konnte keine Arbeit finden und die regelmäßigen Schikanen wurden erdrückend. Eines Abends traf sich die Familie am Esstisch und fasste unter Gebet den Entschluss, ihr geliebtes Heimatland zu verlassen.

Auf die Frage, ob es das wert war, all ihren materiellen Besitz, ihr Zuhause, ihre Arbeit, Freunde und Familie zu verlieren und ihr Land zu verlassen, antwortet Donya: „Jesus ist alles wert und meiner Meinung nach haben wir noch keinen Preis bezahlt.“

*Name geändert

 

–W E R Β U Ν G–

Loading...
WP Tumblr Auto Publish Powered By : XYZScripts.com
Scroll Up