„Kunst zur Zensur“ – Wie die Medienaufsicht „meinungsbildungsrelevante Inhalte im klassischen Sinne“ festlegt

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Die Zensurthematik hat es mit „Kunst zur Zensur“ hat sogar die bildenden Künste der Universitäten erreicht. Mit „wir kennen dich …. beobachten – sammeln – speichern“ wird es auf recht anschaulich auf dem Punkt gebracht. „Der gläserne Mensch“ ist längst in der Wirklichkeit angekommen, aber darüber darf nicht mehr diskutiert werden. Mittels Online-Duschsuchung dürfen Behörden längst in das Intimleben der Bürger eindringen, während andersherum am liebsten alles verboten werden soll. Als Vorwand muss Kinderpornografie und der Jugendschutz herhalten.

„Etwa drei von vier Kinderpornografie-Fällen im Zuständigkeitsbereich der Offenburger Polizei gingen auf „Schulhof-Kinderpornografie“ zurück“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Etwa drei von vier Kinderpornografie-Fällen im Zuständigkeitsbereich der Offenburger Polizei gingen auf „Schulhof-Kinderpornografie“ zurück, … Wer Kinder sexuell misshandelt oder Aufzeichnungen solcher Inhalte beschafft, verbreitet oder auch nur besitzt, soll mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft werden.“

„Schulhof-Kinderpornografie“ – Wie sieht es mit der Aufsichtspflicht der Schulen aus?

Die mit Abstand größte Kinderpornografie-Tauschbörse dürfte also der staatliche Schulhof sein. Es ist auch deswegen erstaunlich, weil Kinder und Jugendliche verhältnismäßig wenig Zeit dort verbringen: Denn in der Regel ist die Schule am frühen Nachmittag bereits zu Ende. Zusätzlich finden an Wochenenden, Feiertagen und Ferien überhaupt kein Unterricht statt. Alleine die Sommerferien sind sechs Wochen lang. Doch selbst für diese recht kurze Dauer an Schulen wird die Aufsichtspflicht verletzt und es ist interessant zu sehen: Wie damit umgegangen wird.

„Extreme Gewaltvideos und gewalttätige Pornos“ – „Auf dem Schulhof unter anderem per WhatsApp verbreitet“

>>Spiegel<<

„Ein Schüler, der auf seinem Handy extreme Gewaltvideos und gewalttätige Pornos gespeichert und an andere Schüler weitergeleitet hat, darf für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen werden. … Im Gespräch mit den Lehrern gab er zu, die Videos in der Klasse und auf dem Schulhof unter anderem per WhatsApp verbreitet zu haben.“

„Die Aufsichtsführung am Schulgelände beginnt 15 Minuten vor dem Unterricht und endet mit dem Verlassen des Schulgeländes der Schüler“

Eigentlich ist die Haftung in diesem Fall klar geregelt: Auf dem Schulhof sind für die Aufsicht die Lehrer – und nicht etwa die Elternzuständig. Trotzdem müssen hierfür die Eltern die Verantwortung übernehmen.

„Die Aufsichtspflicht von Lehrern“ – „Erstreckt sich von Unterrichtsbeginn bis zum Ende des Unterrichts“

>>AXA<<

„Die Aufsichtspflicht von Lehrern – Die Aufsichtspflicht erstreckt sich von Unterrichtsbeginn bis zum Ende des Unterrichts – einschließlich Pausen und Freistunden. Die Aufsichtsführung am Schulgelände beginnt 15 Minuten vor dem Unterricht und endet mit dem Verlassen des Schulgeländes der Schüler.“

„Aufsichtspflicht erstreckt sich von Unterrichtsbeginn bis zum Ende des Unterrichts – einschließlich Pausen und Freistunden“

Normalerweise würde die Verletzung der Aufsichtspflicht eine Zahlung von Schadenersatz führen. Sogar Freiheitsstrafen sind möglich. Allerdings in Schulpraxis sind alle Beteiligten vornehmlich mit Wegsehen beschäftigt. Auch die Polizei kennt das Phänomen und will lieber nie etwas gesehen oder gewusst haben. Genau dieser Missverstand wird aber nicht bekämpft, sondern – mehr oder minder – geduldet und bisweilen sogar ausgenutzt. Denn die Behörde für Medienaufsicht will mehr Befugnisse haben.

„Medienaufsicht will noch mehr Befugnisse gegen Pornoseiten“

>>Netzpolitik<<

„Medienaufsicht will noch mehr Befugnisse gegen Pornoseiten – Aus Sicht des Medienaufsehers handelt es sich bei Deutschlands meistbesuchter Pornoseite allerdings nicht um „meinungsbildungsrelevante Inhalte im klassischen Sinne“ … . xHamster wird in Deutschland häufiger angeklickt als tagesschau.de – oder die Website der Landesmedienanstalten.“

„xHamster wird in Deutschland häufiger angeklickt als tagesschau.de – oder die Website der Landesmedienanstalten“

Es geht ja längst nicht nur um reine Pornographie. Hass, Gewalt, Delegitimierung des Staates und noch viel mehr. Die Zensur-Themen sind so zahlreich geworden, um sie überhaupt noch alle aufzählen zu können. Vereinfacht: Erst Probleme künstlich schaffen, um auf dieser Grundlage eine Behörde auszubauen. Logischerweise braucht diese Behörde für das Errichten und Verwalten von Netzsperren mehr Geld, mehr Personal, mehr Räumlichkeiten, mehr IT-Technik oder von allen einfach nur mehr. Der tiefere Sinn dahinter spielt längst keine Rolle mehr und das geben sie selbst zu.

„Kinder und Jugendliche heute können, wenn sie das wollen, alles sehen“

>>Netzpolitik<<

“ … wie aus dem Interview hervorgeht: „Ich glaube, dass Schulen wie Eltern klar sein muss: Kinder und Jugendliche heute können, wenn sie das wollen, alles sehen“. Warum also Netzsperren einführen, wenn sie die gewünschte Wirkung offenkundig verfehlen? … kommt bei diesem Thema ins Schwimmen.“

„Warum also Netzsperren einführen, wenn sie die gewünschte Wirkung offenkundig verfehlen?“

… Und gibt keine richtige Antwort zu der Frage ab. Vereinfacht: Die Medienaufsicht schiebt die Verantwortung an die Schulen ab und die ducken sich wiederumweg. Verantwortungslosigkeit als übergeordnetes Staatsziel und gleichzeitig jeden kleinen Lebensbereich behördlich regeln wollen. Nichtsdestotrotz hat die Behörde sogleich festgelegt was „meinungsbildungsrelevante Inhalteseien. Dies wird also nicht mehr durch die Bürger, sondern durch die Medienaufsicht gleich selbst bestimmt. Wäre schließlich noch schöner, wenn der gemeine Bürger da mitsprechen könnte. Trotz dieser amtlichen Ansage haben mittlerweile sogar Museen ihre Probleme damit.

„Diese Kunst ist zu nackt für Facebook“

>>Stern<<

„Diese Kunst ist zu nackt für Facebook – Mit einer PR-Aktion sorgen Wiener Museen für Aufsehen: Weil viele ihrer Inhalte in den sozialen Netzwerken zensiert werden, stellen sie nun einige Aktkunstwerke im Erotikportal „OnlyFans“ aus. … Um auf die Zensur aufmerksam zu machen, haben sich mehrere Wiener Museen zu einer ungewöhnlichen Aktion zusammen getan: Sie eröffneten einen Account auf dem Erotikportal „OnlyFans“ und laden dort Bilder von bedeutenden Aktkunstwerken hoch. „Vienna Strips On OnlyFans“ heißt die Aktion, bei der unter anderem das Kunsthistorische Museum Wien und das Leopold-Museum teilnehmen.“

„Wiener Museen“ – „Account auf dem Erotikportal „OnlyFans“ und laden dort Bilder von bedeutenden Aktkunstwerken hoch“

Durch die gegenwärtige Zensur auf den sozialen Netzwerken müssen Museen auf die (noch) zensurfreien Erotikportale ausweichen. Darunter sind auch historische Bilder, die sonst in normalen Ausstellungen besichtigt werden können. Historische Kunstwerke des frühen 17. Jahrhunderts müssen nun im Giftschrank verschwinden und das Zeitalter der Aufklärung wird gleich mit abgeräumt. Es ist also kaum verwunderlich: Warum „Kunst zur Zensur“ in der akademischen Welt angekommen ist.

„Kunst zur Zensur“ – „Ausstellung mit dem Titel „Der gläserne Mensch“ erarbeitet hatte“

>>Universität Bielefeld<<

„Kunst zur Zensur – Die vielseitige Detmolder Künstlerin Christa Niestrath hat dem Zentrum für Ästhetik dankenswerterweise die Fotografie einer Installation zur Verfügung gestellt, die sie für eine Ausstellung mit dem Titel „Der gläserne Mensch“ erarbeitet hatte. Diese Ausstellung wurde seinerzeit im Schwalenberger Robert-Roepke-Haus gezeigt. Die Nähe zum Thema „Zensur“ liegt dabei auf der Hand.“

„Kunst zur Zensur“ – „Die Nähe zum Thema „Zensur“ liegt dabei auf der Hand“

Eigentlich ist das Rechtseine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“ immer noch gültig. In der Praxis ist „Zensur zum künstlerische Stilmittelgeworden, wo gleichzeitig theoretisch: „Eine Zensur findet nicht statt.gilt.