Kunstfleisch: Der stille Siegeszug

Screenshot youtube.com

Immer mehr Fleischprodukte kommen nicht von Tieren, sondern sind rein synthetisch hergestellt. Nicht immer ist diese Tatsache den Bürger bewusst: Das ein Produkt  in Wahrheit kein Fleisch enthält, obwohl es dem Anschein erweckt.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Der Wiesenhof-Konzern verdient prächtig mit seinen 700.000 Tonnen Fleisch jedes Jahr. Jetzt beteiligt er sich an einem israelischen Start-up, das künstliches Fleisch entwickelt. Es geht um viel. … Deshalb beteiligt sich PHW mit einem Minderheitsanteil an dem israelischen Start-up Supermeat, das ein Verfahren entwickelt hat, um künstliches Fleisch im Labor herzustellen. Für das Familienunternehmen aus Niedersachsen sei dies der Beginn einer „strategischen Partnerschaft“, ließ sich der Vorstandsvorsitzende von PHW, Peter Wesjohann, am Freitag zitieren. … Kern seines Geschäftsmodells ist ein technisches Verfahren, bei dem Zellen von lebenden Hühnern entnommen werden, ohne die Tiere zu schädigen. Im Labor wächst das Gewebe dann zu tierischen Muskelfasern heran, deren Geschmack sich kaum von dem Fleisch geschlachteter Tiere unterscheiden soll. Andere Forscher und Unternehmer arbeiten an ähnlichen Verfahren, um sogenanntes „In-Vitro-Fleisch“ herzustellen, etwa die Start-ups Memphis Meats aus San Francisco oder Modern Meadow aus New York.“

 

>>Focus<<

„Bei McDonald’s gibt es einen Veggie Burger, Burger King den fleischlosen „Country Burger“, doch Kentucky Fried Chicken (KFC) will jetzt noch einen Schritt weitergehen. Ab kommendem Jahr soll es Chicken Wings und Hühnerbrüste aus einem Fleischersatz geben, gewürzt mit derselben Mischung wie die fleischhaltigen Gerichte und mit dem gleichen Geschmack. Gegenüber der Webseite Foodbeast gab KFC an, dass sich das Rezept noch in einem frühen Stadium befinde und mit verschiedenen Grundzutaten experimentiert würde. KFC verrät noch nicht, aus welchem pflanzlichen Ersatz das „fleischlose Hühnchen“ bestehen soll, es wird aber zuerst in Großbritannien eingeführt. Hier stehen die Fast-Food-Ketten etwas mehr unter Druck, weil sich mit „Temple of Seitan“ eine vegane Kette etabliert hat und gesundheitsbewusste Kunden anlockt. Bewährt sich das vegetarische Produkt auf der Insel, soll es aber durchaus auch in weiteren Ländern in die Läden kommen.“

Diese zwei Verfahren konkurrieren zur Zeit gegeneinander: Fleisch synthetisch gezüchtet, sogenanntes „In-Vitro-Fleisch“ und Fleischersatz auf pflanzlicher Basis. Daneben gibt es noch auf Insekten- oder Bakterienbasis künstlich hergestelltes Fleisch.

>>taz<<

„Verschiedene Techniken wurden diskutiert, nun meldet die US-amerikanische Firma Modern Meadow den angeblichen Durchbruch. Eine Flüssigkeit mit Zellen soll in stabile Form gegossen und anschließend im Bioreaktor zu verzehrbarem Synthetikfleisch herangezogen werden. „Bioprinting“ heißt das, weil ein 3-D-Drucker aus Biotinte dann ein Steak drucke.“

Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze künstliches Fleisch herzustellen. Einige werden bereits angewendet und sind im Einzelhandel erhältlich. Der entscheidende Faktor hinter den Kunstfleisch, dürfte aber die Tatsache sein: Das Herstellungsverfahren ist billiger, als konventionelle Tierzucht ist.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up