Waldbrände: Warum die Freiwillige Feuerwehr eine Splitterschutzweste & militärische ABC-Schutzmaske braucht

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Mit Brötchentüte und Heißluftballons sucht die Freiwilligen Feuerwehr dringend nach neuen Mitgliedern. Trotz der Bemühungen fällt die Begeisterung bei potentiellen Neumitgliedern sehr verhalten aus. Tatsächlich kann der Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr sehr gefährlich sein. Zugleich ist die behördliche Rückendeckung – bei schweren Unfällen – nur sehr Schwach ausgeprägt.

Munitionsbelastung in Wälder: Was Neumitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht wissen dürfen

Denn besonders bei Waldbränden sollten die Kameraden zusätzlich noch eine Splitterschutzweste und eine ABC-Schutzmaske einpacken. Es mag vielleicht nicht die typische Feuerwehrausrüstung sein, aber sie könnte sich im Ernstfall als nützlich erweisen. Denn im Kampf gegen den Mitgliederschwund bleiben einige unschöne Tatsachen ausgespart.

Feuerwehr: „Gegen den Mitgliederschwund“

>>Feuerwehr Magazin<<

„Gegen den Mitgliederschwund – Feuerwehr Mitgliederwerbung: Von der Brötchentüte bis zum Heißluftballon – Um diesen Schwund zu stoppen, organisierte die Feuerwehr eine ausgefallene Art der Mitgliederwerbung, um neue Kameraden “einzutüten”. Wir stellen Euch außerdem 13 Ideen zur Mitgliedergewinnung vor, die Ihr in Eurer Feuerwehr umsetzen könnt.“

„Feuerwehr Mitgliederwerbung: Von der Brötchentüte bis zum Heißluftballon“ 

Auf den ersten Blick mutet es wie eine fragwürdige Werbung eines zwielichtigen Unternehmens an: Aber es handelt sich wirklich um Mitgliederwerbung für die Freiwillige Feuerwehr. Dabei ist es dringend erforderlich – bildlich gesprochen –  neue Mitglieder „einzutüten“ und am Besten noch die „Tüte“ ganz fest verschließen: Damit sie nicht vor Schreck davon laufen. In der Tat stehen viele Wehren bereits vor der Auflösung und manche sind sogar noch einen Schritt weitergegangen.

„Gehen der Feuerwehr die Mitstreiter aus?“

>>Sächsisch.de<<

„Gehen der Feuerwehr die Mitstreiter aus? – … die letzten drei aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bremenhain. Wegen Personalmangel wird sie demnächst aufgelöst.“

Freiwillige Feuerwehr: Der Letzte macht das Licht aus

Es war aber eine Auflösung mit langer Ansage. Bei genauer Betrachtung hätte vermutlich die Freiwillige Feuerwehr schon längst aufgelöst werden müssen.

„Keine Leute! Feuerwehr im Kreis Görlitz wird aufgelöst“

>>Radio Lausitz<<

„Keine Leute! Feuerwehr im Kreis Görlitz wird aufgelöst – Die Ortswehr Bremenhain wird aufgelöst – mangels Nachwuchs. Die Einsatzbereitschaft ist nicht mehr gewährleistet. … Der Wehrleiter geht in Rente. Der Stellvertreter-Posten ist seit Jahren unbesetzt. Der Gerätewart ging weg.“

„Der Wehrleiter geht in Rente. Der Stellvertreter-Posten ist seit Jahren unbesetzt. Der Gerätewart ging weg“

Der Altersdurchschnitt war aber schon vor der Auflösung sehr hoch gewesen. Allerdings sollte man sich die Mitgliedschaft in einer Freiwillige Feuerwehr gut überlegen: Denn der Unfallschutz bei diesen „feuergefährlichen“ Hobby ist kaum abgedeckt.

„Verletzung eines Feuerwehrmanns während eines Brandeinsatzes – Die Klage wird abgewiesen.“

>>Landgericht Bremen<<

„Unfallversicherung – Verletzung eines Feuerwehrmanns während eines Brandeinsatzes – Die Klage wird abgewiesen. Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits. … Dem Kläger steht der erhobene Anspruch gegen die Beklagte unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu.“

„Dem Kläger steht der erhobene Anspruch gegen die Beklagte unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt zu“

Rein Formal mag sicherlich ein Versicherungsschutz vorliegen: Aber dieser muss im Schadensfall erst – erfolgreich – eingeklagt werden. Denn die gesetzlichen Unfallkassen rücken nur ungern Geld heraus: Außerdem können die gesetzlichen Versicherungen sich durch zahlreiche Formalitäten und Fristen vor Schadenersatzzahlungen schützen.

Freiwilligen Feuerwehr – Ein freiwilliges Risiko mit geringen Versicherungsschutz?

Dabei ist die Verletzungsgefahr bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgesprochen hoch. Selbst in so manch harmlosen kleinen Waldbrand, da kann sich eine große unerfreuliche Überraschung verbergen. Denn die allermeisten ehemaligen militärischen Truppenübungsplätzen wurde nie wirklich geräumt und dort liegen immer noch viele Blindgänger im Boden versteckt. Auch die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieg hat ihrem Teil dazu beigetragen.Hinzu kommt: Der Kenntnisstand über die Munitionsbelastung ist dementsprechend sehr Gering ausgeprägt.

„Überresten aus der früheren Nutzung des Schießplatzes seit 1877 liegen entsprechende Dokumentationen nicht vor“

>>Deutscher Bundestag (PDF-Datei) <<

„Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die auf dem Gelände seit 1877 verschossene Munition und über entsprechende Kontamination durch Munitionsrückstände?

Die „Blindgänger“ aus jüngerer Zeit werden in einem Kataster erfasst und nach Möglichkeit beseitigt. Bei Überresten aus der früheren Nutzung des Schießplatzes seit 1877 liegen entsprechende Dokumentationen nicht vor. Unter Berücksichti­gung der Nutzungsgeschichte des Schießplatzes nördlich von Meppen kann nach Kenntnis des BMVg jedoch ausgeschlossen werden, dass bei Versuchs-/Erpro­bungsfällen der Bundeswehr oder Dritter in der Vergangenheit im Bereich der WTD 91 uranhaltige Munition verschossen wurde.“

„Die „Blindgänger“ aus jüngerer Zeit werden in einem Kataster erfasst“

Nach Ansicht der Bundesregierung wurde dort niemals uranhaltige Munition verschossen, allerdings müssen Nato-Truppen dies – nach derzeitiger Rechtslage – der Bundesregierung auch nicht mitteilen.

„Quecksilberhaltige Sprengkörper beispielsweise der Nationalen Volksarmee der DDR sowie uranhaltige Nato-Munition getestet“

>>Spiegel<<

„Auf dem Waffentestgelände könnten dem Zeitungsbericht zufolge in der Vergangenheit quecksilberhaltige Sprengkörper beispielsweise der Nationalen Volksarmee der DDR sowie uranhaltige Nato-Munition getestet worden sein. Dem Verteidigungsministerium zufolge gibt es keine akuten Hinweise auf radioaktive Strahlung oder erhöhte Quecksilberbelastung. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass dort jemals Uranmunition getestet worden ist“, sagte Ministeriumssprecher … „

„Es gibt keine Erkenntnisse, dass dort jemals Uranmunition getestet worden ist“

Eine örtliche Lokalzeitung gibt zum Thema zumindest widersprüchliche Informationen bekannt. Aber vielleicht will die Bundesregierung es auch gar nicht so genau wissen? Wären dort tatsächlich uran- und quecksilberhaltige Munition zum Einsatz gekommen, dann müsste das ganze Geländer für viel Geld saniert werden: Außerdem könnten sehr viele Menschen erhebliche Regressansprüche geltend machen. Das alles ist mitnichten aus der Luft gegriffen: Auch andere Behörden setzen fragwürdige Munition ein.

„Antimon- und Blei-Belastungen durch Schießtraining“

>>ASU Arbeitsmedizin<<

„Antimon- und Blei-Belastungen durch Schießtraining – In zwei Untersuchungsreihen wurde zwischen Juli und Dezember 2016 Antimon und Blei bei männlichen Polizisten mit vermehrtem beruflichen Schießtraining bestimmt. … Zusätzlich waren bei zwei Personen die Blutbleiwerte erhöht. Beide schossen zusätzlich regelmäßig auf außerdienstlichen Schießanlagen.“

„Schießtraining“ – „Bei zwei Personen die Blutbleiwerte erhöht“

Wie auch immer: Einige Polizisten sind jedenfalls an Krebs gestorben. Vermutlich war dieser Munitionstyp billig zu haben und die Spätfolgen augenscheinlich nicht so wichtig gewesen. Natürlich gibt es auch gesundheitlich-harmlose Munition zu kaufen, aber die ist häufig viel teurer. Aber der Vorfall dürfte jeden Unbeteiligten vor Augen führen: Transparenz und Ehrlichkeit scheint den allermeisten Behörden relativ Unwichtig zu sein. Zumal in vielen Fällen die Munitionsbelastung vollkommen unbekannt ist.

Königsbrücker Heide: Warum die Freiwillige Feuerwehr eine Splitterschutzweste braucht?

>>Blaulicht-Magazin.net<<

„Gebiet in der Königsbrücker Heide brennt wieder! … Das Stichwort lautete wieder: Waldbrand. Nachdem das verheerende Feuer vom September für gelöscht gehalten wurde, stehen derzeit wieder 5.000 Quadratmeter in Flammen. „Eine aktive Brandbekämpfung ist aufgrund der Munitionsbelastung nicht möglich“, so die Feuerwehr Königsbrück auf ihrer Facebook-Seite.“

„Eine aktive Brandbekämpfung ist aufgrund der Munitionsbelastung nicht möglich“ 

Die Königsbrücker Heide wurde bereits zur Kaiserzeit als militärische Übungsplatz eingerichtet. Später hat das Gelände die Wehrmacht und die Rote Armee das Gelände weiter genutzt. Niemand kann heute über die verschossene Munition mit letzter Gewissheit eine Auskunft geben. Jeder harmlose Feuerwehreinsatz kann sich dort schnell zum Himmelfahrtskommando entwickeln.

 

–W E R Β U Ν G–

Loading...
WP Tumblr Auto Publish Powered By : XYZScripts.com
Scroll Up