Was hinter dem Lausitzbeauftragten wirklich steckt

Screenshot vimeo.com

Ministerpräsident Dietmar Woidke enthüllte am Amtssitz des Beauftragten Klaus Freytag in der Cottbuser Gulbener Straße das offizielle Büroschild. … Damit soll die Strukturentwicklung der Lausitz aus der Region begleitet werden. Woidke: „Die Strukturentwicklung kann nur im engen Schulterschluss mit den Menschen, Kommunen und Betrieben in der Region erfolgreich sein.“ Woidke: „Die guten Ideen aus der Region haben ab sofort einen Anlaufpunkt hier in Cottbus.“ … „Das mit der Anlaufstelle und dem „guten Ideen“ : Sowas sollte besser – niemand wörtlich nehmen – denn dass sind gewissermaßen „politische Aussagen“ . Wie damit genau gemeint ist? Das kann man schon daran sehen, dass das Bundesland Sachsen nicht mit dabei ist: Soviel zur „politischen Aussage“ des „engen Schulterschlusses“ .

Lausitzbeauftragte – Von Wegen Schulterschluss: Sachsen ist ausgeschlossen

Am Rande: Das Bundesland Sachsen hat sich dazu überhaupt noch nicht offiziell geäußert und das ist – sehr wohl – eine echte Aussage.

>>Der Tagesspiegel<<

„Merkel will sich selbst um Strukturwandel in der Lausitz kümmern Der Kohleausstieg in Brandenburg wird Chefsache.“

 

>>TAG24<<

„Der Strukturwandel in der Braunkohleregion Lausitz macht der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschame zur Chefsache.“

 

>>Lausitzer Branchen<<

„Damit erklärt Ministerpräsident Dietmar Woidke die Strukturentwicklung der Lausitz zur Chefsache.“

Jeder will „Chef“ sein und niemand übernimmt die Verantwortung

Scheint ein Modewort unser Zeit zu sein: Irgendwas zur „Chefsache“ zu erklären. Bei so vielen Chefs, stellt sich die Frage: Wer eigentlich noch für irgendwas die Verantwortung übernimmt? Zu allen Überfluss, gibt es noch einen „Lausitzbeauftragten“ – gestellt von Land Brandenburg. Allerdings scheinen sich hier die Widersprüche zu häufen: Wenn etwas zu Chefsache erklärt wurde, kann es dafür eigentlich keinen Beauftragten geben. Wie auch immer sich solche widersprüchliche Details wegerklären lassen, die hohe Politik, hält sich damit nicht all zulange auf. Eigenbeschreibung: „Dr. Klaus Freytag, Lausitzbeauftragter der brandenburgischen Landesregierung, vertritt die Interessen der Region in Potsdam und Berlin.

Lausitzbeauftragte: Vertritt nicht die Lausitz, sondern die Interessen der Potsdamer Staatskanzlei

Einerseits, ist Sachsen nicht dabei – mit der viel beschworenen Einigkeit scheint es in der Realität doch nicht allzu weit her zu sein. Anderseits, ist die Personalentscheidung sehr wohl ein Signal an die Lausitz.

>>Land Brandenburg<<

„Der ausgewiesene Bergbau- und Wirtschaftsexperte Dr. Klaus Freytag wird Beauftragter des Ministerpräsidenten für die Lausitz. … einen Amtssitz wird Freytag am Behördenstandort in der Cottbuser Gulbener Straße haben. Somit gibt es künftig eine Außenstelle der Staatskanzlei in der Lausitz.“

Aus seiner offiziellen Vita wird jedenfalls nicht ersichtlich, was ihn zum sogenannten „Wirtschaftsexperten“ machen soll. Jeder Handwerksmeister kann auf diesem Gebiet mehr Erfahrungen nachweisen.

Lausitzbeauftragte als Witschaftsexperte: Jeder Handwerksmeister hat mehr wirtschaftliche Erfahrung

Gewiss er hat verschiedene Behörden und Universitäten von Innen gesehen. Als langjähriger Beamter kennt er sicherlich zahlreiche Schlichen, um sein Gehalt durch Zulagen und andere behördliche Tricks aufzustocken: Nur das alles hat mir wirtschaftlicher Tätigkeit nicht viel zu tun. Fraglos wäre es leicht gewesen – einen Unternehmer aus Lausitz – vielleicht mit einen abgeschlossen Ingenieursstudium zu finden. Aber offenkundig war das politisch Ungewollt. Der hätte vielleicht zu viel kritischen Sachverstand mit eingebracht und hätte die Lausitz – tatsächlich – in Potsdam vertreten. Erst im Juni 2018 wurde der Lausitzbeauftrage Klaus Freytag von Potsdam in die Lausitz abberufen und ursprünglich stammt er aus Köln. Erst im Zuge der Wiedervereinigung kam er in dem Osten.

Klaus Freytag als Lausitzbeauftragte: Geboren in Köln, studiert in Aachen und gilt als loyaler Beamter

Seine bisherige Biographie, zeichnet sich in erster Linie durch absolute Loyalität in die politische Führung aus. Selbstverständlich senden solche Personalentscheidungen auch immer ein politisches Signal nach außen aus.

>>Land Brandenburg<<

„Mit der Büro-Eröffnung des „Beauftragten des Ministerpräsidenten für die Lausitz“ in Cottbus hat Brandenburgs Staatskanzlei ab sofort eine Außenstelle in Cottbus.“

Offizieller Titel sagt alles aus: „Beauftragten des Ministerpräsidenten für die Lausitz“

Der amtliche Titel klingt schon ganz anders, wie seine Eigenbeschreibung: „Beauftragten des Ministerpräsidenten für die Lausitz“ Er vertritt demnach die Interessen des Ministerpräsidenten – respektive der Staatskanzlei – in der Lausitz. Etwas vereinfacht formuliert: Brandenburg hat eine Botschaft in der Lausitz eröffnet.

 

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