Burkauer Berg: Ein gefährliches Nadelöhr

Screenshot youtube.com

Als vorausschauender Autofahrer sollte man stets immer zwei Schritte weiter denken und Rücksicht auf anderer Verkehrsteilnehmer nehmen. Nichtsdestoweniger kommen viele zu den Schluss: Das jener Grundsatz offensichtlich nur eingeschränkt für den Straßenbau – wenn es um das Thema Verkehrssicherheit geht – gilt.

>>Sächsisches Staatsministerium des Innern<<

“In der Nacht zu Donnerstag gab es auf der BAB 4 erhebliche Verkehrsbehinderungen. Am Burkauer Berg kam nach starkem Schneefall der Schwerverkehr zum Erliegen. Auf Grund fehlender Winterreifen konnten einige Lkw den Berg nicht bezwingen. Auch der Räumungsdienst hatte bei winterglatter Fahrbahn Schwierigkeiten hinauf zu kommen. Ein kilometerlanger Rückstau war das Ergebnis. In Richtung Dresden musste die Autobahn zeitweise vollständig gesperrt werden. Der Fahrverkehr wurde im Anfahrtsbereich schließlich angehalten, um eine Beräumung zu gewährleisten. Gegen 03:30 Uhr rollte der Verkehr dann wieder.”

Nun dass der Räumungsdienst auch mit Sommerreifen unterwegs ist, darf wohl getrost bezweifelt werden. Vielmehr dürfte die Misere an den Autobahnabschnitt selbst – insbesondere mit den unberechenbaren steilen Gefälle liegen.

>>Sächsische Zeitung<<

“Es ist einfach nur eine Kopfsache, sagt Martin Hottinger: Ein Lkw-Fahrer hofft, dass er noch raufkommt auf den Berg. Er gibt Gas, bis die Räder an dem langen Anstieg irgendwann durchdrehen. In dem Moment ist Schluss. Der nachfolgende Lkw-Fahrer erkennt das Problem. Er hofft, dass er es besser macht, und zieht noch rüber auf die Überholspur. Bis auch sein Laster nicht mehr weiterkommt. Und wenn es dann auch noch der Dritte versucht, sind alle drei Fahrspuren dicht. Martin Hottinger zieht die Stirn in Falten: „So ist es immer am Burkauer Berg“, sagt der Leiter des Bautzener Autobahnpolizeireviers. Und so war es auch wieder regelmäßig in den vergangenen Nächten. Gleich mehrmals verursachten die liegen gebliebenen Laster in beiden Fahrtrichtungen teils stundenlange Staus. Die Polizei musste die Fahrbahn in Richtung Dresden zwischen Burkau und Ohorn sogar kurzzeitig lang komplett sperren. Auch in der Gegenrichtung gab es lange Staus. Zum Teil blockierten die Laster die Autobahn derart, dass auch für den Winterdienst kein Durchkommen war.”

 

>>Blaulicht-Paparazzo<<

“Auf der Autobahn 4 bei Burkau hat es am Freitag Nachmittag einen Unfall gegeben. Während eines Regenschauers war ein Mercedes am Burkauer Berg in Richtung Dresden nach rehcts von der Autobahn abgekommen. Der Wagen schoss über die Schutzplanke in eine Böschung und von dort aus wieder zurück zur Schutzplanke. Das Auto landete schließlich auf der Begrenzung und blieb dort stehen.”

 

>>Focus<<

“Diese Verkehrsmengen, die regelmäßig nach Feiertagen, Ferienzeiten oder verlängerten Wochenenden über die Autobahn rollen, konnte die nur zweispurige BAB 4 – wenig überraschend – nicht bewältigen. … Auch Parkplätze für Lkw waren an der Autobahn einmal mehr Mangelware. An manchen Stellen standen Lkw auf dem Standstreifen oder in den Zufahrten zu den Parkplätzen, weil die Fernfahrer einfach nirgendwo einen Stellplatz fanden. Streifen der Autobahnpolizei forderten die Fernfahrer auf, weiterzufahren, die Autobahn zu verlassen und beispielsweise Industriegebiete anzusteuern, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Auch die Bundesstraße 6 und die S 111 waren im Landkreis Bautzen als einzige nutzbare, parallel zur Autobahn verlaufende Ausweichroute überlastet. Einige Reisende benötigten für die etwa 50 Kilometer lange Passage zwischen Bautzen und der Landeshauptstatt knapp zwei Stunden.”

 

>>Sächsische Zeitung<<

“Schon seit Jahren wird darüber diskutiert, ob und wie sich der Burkauer Berg wintersicherer machen lässt, sagt Hottinger, beispielsweise über den Bau einer stationären Feuchtsalzanlage. Bisher wurden solche Vorschläge aber immer wieder verworfen, weil Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stünden. „Wir können nur immer wieder an die Vernunft der Fahrer appellieren“, sagt der Revierleiter. „Nicht nur an die der Lkw-Lenker“.

Interessant ist die Tatsache: Unweit jener berüchtigten Stelle exisitert eine sogenannte “Grünbrücke , die ausschließlich für Wildtiere gebaut wurde. Die selbe Autobahn 4 etwas weiter Richtung polnische Grenze gefahren, kommt man irgendwann in den drei Kilometer langen Tunnel durch die Königshainer Berge, welcher ebenfalls überwiegend aus Natur- und Landschaftsgründen seiner Zeit errichtet wurde. Sofern der Umweltgedanke im Spiel ist: Spielt das Aufwand-Nutzen-Verhältnis offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle.

 

 

 

 

 

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