Wenn Blitzer falsche Ergebnisse liefern

Screenshot youtube.com

Es wurde eine amtliche Kriegserklärung erlassen: „Polizei sagt Rasern den Kampf an“ Aber was ist eigentlich ein Raser? Schon Geschwindigkeitsüberschreitungen von lediglich vier Stundenkilometern werden bereits geahndet. Das von diesen Minimalverstößen, kaum eine Gefahr ausgeht, liegt auf der Hand. Aber es geht schließlich ums Prinzip! Oder vielleicht doch nur ums Geld?

>>Stern<<

„Monatelang sind Lastwagenfahrer in Schwäbisch Gmünd zu Unrecht geblitzt worden. … Aufgefallen waren die falsch eingestellten Blitzer, als ein Lastwagenfahrer im Sommer vor dem Amtsgericht gegen seinen Bescheid klagte und Recht bekam.“Wir bedauern das sehr und können uns bei den Fahrern nur entschuldigen“, sagte Sprecher Markus Herrmann am Donnerstag. Mit einer Rückerstattung des bereits gezahlten Bußgeldes können die Fahrer allerdings nicht rechnen. „Bußgeldverfahren, die bereits abgeschlossen sind, können wir leider nicht neu aufmachen“, sagte Herrmann.“

Die Aussage ist so nicht ganz richtig: Die könnten schon die Verfahrenneu aufmachen“ , nur die wollen halt nicht. Über die Gründe, weshalb dies nicht geschieht, kann nur spekuliert werden, am wahrscheinlichsten dürfte wohl sein: Das irgendeine geheime Dienstanweisung erlassen wurde. Im Allgemeinen veranschaulicht die Posse nur, die gewöhnlichen Geflogenheiten innerhalb von Amtsstuben. Eine Mischung aus Obrigkeitshörigkeit, Faulheit und blinden Technikglauben. Dabei sind fehlerhafte Messanlagen keine Seltenheit. Im Jahr 2009 stellt sich heraus, dass ein Rotlichtblitzer in Hoyerswerda: In Masse zu Unrecht Rotlichtverstöße feststellte. Die massenweise verhängten Fahrverbote, blieben in der Regel unangetastet, mit den wirtschaftlichen Folgen mussten die Betroffenen allein klar kommen. Selbst wenn nach jahrelangen kostspieligen Rechtsstreit, zweifelsfrei die Unrechtmäßigkeit der Strafe festgestellt wird, die gezahlten Entschädigungen sind in der Regel kaum der Rede wert. Nicht selten weigert sich die unterlegene Behörde darüber hinaus, die Verfahrenskosten zu begleichen. Begründung: Der Betroffene hätte mit weniger Aufwand und Kosten zu seinen Recht kommen können. Die Richter sind in Wahrheit weisungsgebundene Beamte und sind angehalten das „öffentliche Interesse“ zu vertreten – bedeutet: Das Ansinnen der behördlichen Gegenseite wiegt ungleich schwerer. Nicht wenige Staatsdiener sind sich dieser Tatsache kaum bewusst. Das unkritische Obrigkeitsdenken nimmt in dieser Hinsicht teilweise erschreckende Züge an. Und wie regieren die verantwortlichen Behörden auf diese Zustände? Mit noch mehr Verkehrsüberwachung: Zum Wohle der Staatskasse Verkehrssicherheit. Deshalb stehen die meisten Radaranlagen vor Einfallstraßen und anderen eher unkritischen Verkehrsbereichen. Überall dort – wo mit hohen Einnahmen – zu rechnen ist. Kritik an den Gebaren: Die ist unerwünscht. Denn die politische Losung lautet: Kampf den Rasern.

>>Radio Lausitz<<

„Der Blitzer an der Dresdener Straße im Hoyerswerdaer Ortsteil Dörgenhausen ist außer Gefecht gesetzt worden. Die Täter feuerten Pyrotechnik ab. Dabei wurde die Säule beschädigt und zugleich Alarm ausgelöst.“

Natürlich kann sich über derartige Taten jeder seine eigene Meinung bilden. Auf jeden Fall wird nach den Tätern intensiv ermittelt, nur zum eignen Verwaltungsgebaren, dazu finden keine Ermittlungen statt. Und selbst das kritische Hinterfragen, gilt bereits als Blasphemie.

 

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